Unterfrankenliga - Marco Metz wäre gerne dabei. "Schade ist es schon, ich hätte gerne mit meiner Mannschaft gekämpft. Aber ich habe versprochen, dass ich mit dem Boot von Australien bis nach Poppenroth paddele, um auszuhelfen", scherzt der Zahntechniker, der für ein Work-and-Travel-Jahr am anderen Ende der Welt ist. "Ich glaube an meine Mannschaft. Hoffe, dass sie den Klassenerhalt schafft und ich dann nächstes Jahr wieder mit einsteigen kann." Aus Marco Metz spricht jener Teamgeist, der die Luftgewehr-Asse der Schützengilde Poppenroth nach vierjähriger Abstinenz wieder als Vizemeister der Bezirksliga Ost zurück in die Unterfrankenliga brachte. Mit ein bisschen Glück, weil der Meister BSG Schweinfurt personell bedingt nicht aufsteigen durfte. "Manchmal gehört eben auch Glück dazu", sagt Matthias Metz, seit über zwanzig Jahren fester Bestandteil der ersten Mannschaft.
"Das Mann-gegen-Mann Schießen in dieser Liga ist eine ganz andere Herausforderung. Manchmal entscheidet bei 40 Schuss der letzte. Das muss man nervlich erst einmal verkraften", weiß der erfahrene Sportschütze.

Das Team wurde 2011 neu formiert. Jasmin Metz kehrte nach fünfjähriger Pause aufgrund eines Studiums zurück in die Mannschaft, in die sich Marco Metz aufgrund starker Leistungen geschossen hatte. Gemeinsam mit Ramona Reuß, Marco Schlereth und Matthias Metz gelang in der ersten gemeinsamen Saison bereits der dritte Platz in der Bezirksliga Ost. "Wir hatten und haben als Mannschaft am und neben dem Schießstand einfach zusammen Spaß. Doch gute Leistungen kommen nicht von alleine", sagt Mannschaftsführerin Jasmin Metz. Weshalb es ein Glücksfall war, dass mit Andreas Binder ein erfahrener Sportschütze vom SV Burglauer nach Poppenroth und damit in seinen Wohnort wechselte. Aufgrund der beruflichen und schulischen Verpflichtungen ist gemeinsames Training nur schwer zu realisieren. "Aber wenn es nicht gemeinsam klappt, trainieren wir getrennt. Das ist der Vorteil beim Schießen, dass jeder alleine flexibel seine Trainingszeiten festlegen kann, wobei es gemeinsam natürlich viel mehr Spaß macht", weiß Jasmin Metz.

Der erste Wettkampftag in Schimborn lief noch nicht nach Plan. Beide Wettkämpfe gingen verloren, den einzigen Punkt holte Ramona Reuß. "In der Unterfrankenliga ist das Schießen eine große Umstellung für uns alle. Ich versuche mich auf die Grundlagen des Schießens zu konzentrieren, die ich schon in der Jugend gelernt habe. So habe ich meinen ersten Punkt geholt", berichtet die Sozialversicherungsfachangestellte. "Klassenerhalt ist das Ziel. Auch wenn ich schon oft Mann gegen Mann geschossen habe, nach ein paar Jahren vergisst man doch wieder, wie hoch die nervliche Anspannung ist. Speziell in der Liga sind auch die Zuschauer, die das Geschehen verfolgen und mitfiebern. Da müssen wir uns erst wieder dran gewöhnen", erklärt Matthias Metz.

Auch Andreas Binder hat seinen ganz persönlichen Härtetest bereits hinter sich gebracht - im zweiten Wettkampf gegen sein Ex-Team aus Burglauer. "Das war natürlich etwas Besonderes für mich, aber gegen Petr Smol, ein tschechischer Weltcupschütze, hatte ich mir eh keine Chancen ausgerechnet. Aber ich bin ja nicht gewechselt, weil ich in Burglauer Probleme hatte, sondern weil die berufliche Situation samt der Fahrerei nach Burglauer ein regelmäßiges Training einfach nicht zulässt. Deshalb waren die Leistungen in der vergangenen Saison auch ziemlich bescheiden." Mit neuer Motivation und mehr Training hofft sich Binder auf ein höheres Niveau bringen zu können. "Da ich in Burglauer auch jahrelang Trainer war, versuche ich meine Erfahrung weiterzugeben und hoffe, so zum Ziel Klassenerhalt meinen Teil beitragen zu können."

Am Sonntag steht in Glattbach der nächste Wettkampf auf dem Programm mit den Duellen gegen die Gastgeber und gegen Waltershausen. Auch wenn Matthias Metz beruflich bedingt passen muss, ist die Stimmung gut und der Optimusmus groß. "In dieser Liga zu schießen macht einfach Spaß. Nur das frühe Aufstehen sonntags fällt mir noch etwas schwer", scherzt Marco Schlereth. "Letztendlich versuchen wir alle, unser Bestes zu geben. Dann werden wir sehen, was die Saison für uns bringt. Das Wichtigste ist, dass wir alle Spaß an unserem Sport haben und dies auch nach außen so weitergeben", sagt Jasmin Metz. Und zur Not gibt es ja noch die Unterstützung vom Kollegen aus Australien.