Bei der fränkischen Meisterschaft der Vielseitigkeit "Auf der Steige" in Sulzthal gab es mal wieder zahlreiche sportliche Höchstleistungen von Pferd und Mensch zu bewundern. "Wir sind zufrieden mit dem Turnierverlauf. Es gab keine größeren Unfälle, das ist sehr, sehr wichtig", betont Theresa Schießer vom Reit- und Fahrverein Sulzthal und Umgebung. "Wir hätten uns diesmal nur eine etwas höhere Teilnehmerzahl gewünscht. Im vergangenen Jahr hatten wir Nennzahlen um die 200, heuer waren es etwa 120. Wobei man das nur sehr schwer vergleichen kann, denn im vergangenen Jahr haben wir die bayerische Meisterschaft der Vielseitigkeit ausgetragen. Da ist es ganz logisch, dass wir höhere Nennzahlen hatten."

Der Reit- und Fahrverein aus Sulzthal hat bereits eine jahrelange Erfahrung mit Vielseitigkeitsturnieren im Pferdesport. Schon seit dem Jahr 1976 finden die Wettkämpfe in Sulzthal "Auf der Steige" statt. In den Jahren zuvor wurde noch auf anderen Geländeabschnitten geritten. Ebenfalls eine lange Tradition in Sulzthal hat der sogenannte "Kreuzritt": Die Segnung von Ross und Reiter an der Kreuzkapelle fand von 1950 bis 1964 jährlich statt. Seit 1983 wurde ein Zwei-Jahres-Rhythmus gewählt. "Das Turnier der Vielseitigkeit musste heuer mehrfach verschoben werden, sodass am selben Wochenende Parallelveranstaltungen in Thüringen und in Hessen stattgefunden haben. Das ist natürlich keine gute Konstellation, aber es war leider nicht mehr anders möglich", erklärt Theresa Schießer, die in der Turnierleitung eine große Verantwortung trägt.

Mehraufwand gerne in Kauf genommen

"Natürlich mussten wir uns heuer auch um entsprechende Hygienemaßnahmen und die Richtlinien zur Kontaktnachverfolgung kümmern. Alles zusätzlicher Mehraufwand. Aber wir machen das gerne, denn wir wollen den Reiterinnen und Reitern in der Region ein interessantes Turnier bieten." Wer das traumhafte, idyllisch gelegene Reitsportgelände "Auf der Steige" schon einmal gesehen hat, der weiß, warum der RFV Sulzthal die enormen Anstrengungen auf sich nimmt, in Corona-Zeiten ein großes Turnier auf die Beine zu stellen. Das ringsum von Wald umgebene Gelände hat schließlich alles zu bieten, was es für spannende Geländeritte braucht: Wassergraben, Coffin, Eulenloch, Trakehner, eine Eisenbahn und viele weitere Spezialitäten eines ausgefeilten Geländerittes.

"Wir haben ganz bewusst das Turnier auf insgesamt drei Tage ausgedehnt, damit wir am ersten Tag Angebote auch für die jüngsten Reiterinnen und Reiter aus dem Nachwuchsbereich machen können. Das wurde sehr gut angenommen. Unser jüngster Teilnehmer dürfte fünf Jahre alt gewesen sein", freut sich Schießer über die große Resonanz der Kinder und Jugendlichen. "Wettbewerbe wie die Pony-Führzügelklasse richten sich vor allem an den Nachwuchs, der an den Reitsport herangeführt wird."

Für Anfänger und Routiniers

Über drei Tage verteilt gab es also ganz unterschiedliche Wettkämpfe für Anfänger und erfahrene Reiter in verschiedenen Altersklassen. "Bei Vielseitigkeitsturnieren geht es immer um Dressur, Springen und Geländeprüfungen. Wir hatten aber natürlich auch Teilnehmer, die nur in Teilbereichen an den Start gegangen sind. Sie landen dann aber nicht in der Endwertung für die fränkische Meisterschaft." Neben der beliebten Sulzthaler Geländestrecke gibt es einen großen Spring- und Dressurplatz, der erst im Jahr 2018 neu errichtet worden ist. Der Untergrund ist Sand, der Platz hat die stolzen Abmaße von 50 auf 70 Metern.

Daher bietet sich das weitläufige Sulzthaler Areal "Auf der Steige", von dem man teilweise einen traumhaften Blick über den Ort hat, für Vielseitigkeitsturniere förmlich an. "Von der Organisation her ist in diesem Jahr alles so gelaufen, wie wir es uns gewünscht haben." Auch das Wetter spielte mit, sodass vor allem bei den Wettbewerben am Sonntag höchste "Sonnenbrandgefahr" herrschte. Keine Selbstverständlichkeit an den Ausläufern der fränkischen Saale. "Dass wir diesmal extra auf drei Tage gegangen sind, hat den organisatorischen Aufwand etwas erhöht, aber die kleinsten Reiterinnen und Reiter haben sich sehr darüber gefreut. Es ist wichtig, dass man für den Nachwuchs ausreichend Angebote macht."

Erfolgreich abgeschnitten

Bei der abschließenden Wertung zur fränkischen Meisterschaft wurden auch viele einheimische Reiter mit guten Platzierungen und sogar Titeln belohnt. Im Vielseitigkeitsturnier der jungen Reiter landete zum Beispiel Emely Behr (RFV Sulzthal) auf dem zweiten Platz. Fränkischer Meister der Vielseitigkeit wurde Felix Sulzer (RFV Sulzthal) mit jeweils komplett fehlerfreien Ritten in Gelände und Springen, gefolgt von Kristina Ehrlich (RFV Sulzthal).

Im Juniorenturnier der Vielseitigkeit schnappte sich Sophia Frank (RFV Sulzthal) den Titel. Sie blieb mit ihrem Pferd im Springen ohne Fehlerpunkt. Auch bei der Vielseitigkeit in der Pony-Klasse holte sich Sophia Frank (RFV Sulzthal) den fränkischen Meisterschaftstitel mit fehlerlosen Durchgängen im Gelänge und im Springen. In der Mannschaftswertung gab es für die Sulzthaler wiederum Grund zum Jubeln. Das "Mixed Team Sulzthal-Sonnefeld" sicherte sich die fränkische Meisterschaft. In dieser Mannschaft gingen Stephanie Hümmer-Frank, Eva Wagner, Kaid Kojah, Emil Menig, Sophia Frank und Emely Behr an den Start. Auch den dritten Platz der Mannschaftswertung holten sich einheimische Reiter aus dem Team "Mannschaft RFV Sulzthal". Dabei waren Anouk Wächter, Laura Schaupp, Dirk Ehrlich, Ronja Schmittfull und Kristina Ehrlich am Start. "Über die Mannschaftswertung freuen wir uns ganz besonders. Das ist eine echte Auszeichnung für den Verein."