Ende Oktober wurde die Landesliga-Saison unterbrochen, kurz vor Weihnachten erfolgte ein Rundenabbruch. Das Haßfurter Eisstadion ist verwaist. Auch wenn die Träume der Fans von den aktuellen Corona-Shut-Down-Maßnahmen nicht betroffen sind, so bietet die Realität beim Amateur-Eishockey doch Anlass für Frust. Entsprechend ist bei den Verantwortlichen des ESC Haßfurt die Stimmung derzeit tief im Keller.

"Viele haben Angst, dass die Maßnahmen auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben", sagt etwa Martin Reichert. Wie sein Vorstandskollege und Vereinssprecher Andreas Kurz konnte und wollte er sich vor einigen Monaten nicht vorstellen, dass die Landesliga-Saison für die "Hawks" nach fünf Vorbereitungs- und nur zwei Pflichtpartien bereits am 25. Oktober wieder beendet sein würde - und zwar nicht nur vorübergehend.

"Zu Beginn ersten Lockdowns hat sicherlich niemand mit diesen Ausartungen der Maßnahmen gerechnet", räumt er ein, das mögliche Ausmaß unterschätzt zu haben. Wie bei vielen anderen Menschen habe das Virus bei ihm mittlerweile schon "eine gewisse Verzweiflung" ausgelöst.

Vor dem Aus steht der ESC Haßfurt laut Andreas Kurz nach jetzigem Stand nicht. "Wir werden das überleben, aber gegebenenfalls mit Abstrichen in der neuen Saison rechnen müssen", sagt der Vorstandssprecher und atmet leicht auf, verweist gleichzeitig aber auf "große Herausforderungen" in den kommenden Monaten.

Immerhin: "Wir sind mit den von uns gestarteten Maßnahmen zufrieden", erklärt er und sieht Licht am Ende des Tunnels. Und die Worte "beschäftigungslos" sowie "Langeweile" existieren bei den ESC-Verantwortlichen ohnehin nicht. Sie verbringen zumeist online viel Zeit mit der Aufarbeitung der jetzigen Aufgaben und den Vorbereitungen zur neuen Saison: Dialoge mit den Sponsoren, den Stadtwerken und der Stadt Haßfurt stehen ebenso auf dem Arbeitsprogramm wie Reparaturen und Anpassungen in den Kabinen in der Eishalle sowie im "Hawks Inn".

Martin Reichert richtet seinen Blick derweil nach vorne. "Wir stehen seit Dezember vor der Saison 2021/2022", berichtet der Sylbacher von bereits laufenden Gesprächen mit Spielern und anstehenden Verträgen für die nächste Runde. Und einige aus der aktuellen Mannschaft, wie etwa die zwei Torhüter Timo Jung und Nicolas Hetzel, stehen beim ESC bereits unter Vertrag.

Trainer Zdenek Vanc bleibt

Auf jeden Fall wird Zdenek Vanc weiter an der Bande stehen. "Ich bleibe gerne in Haßfurt als Trainer", zeigt sich der Tscheche, der mit seiner Familie den Lockdown in der Kreisstadt erlebt, optimistisch wie zu Beginn der Krise. "Ich habe eine große Lust, mit der ersten Mannschaft zu arbeiten und unsere Ziele zu erreichen." Auch angesichts der "Young-Hawks" hat sich seine Einstellung nicht geändert. Im Gegenteil: Der ehemalige Schweinfurter ist voller Tatendrang. "Ich will den Nachwuchs mit meinen Trainerkollegen weiterentwickeln. Wir besprechen die Kader und unsere Vorstellungen, wie es in der nächsten Saison aussehen sollte."

Jedoch macht sich gerade hier "Corona" bemerkbar. Martin Reichert jedenfalls sieht hier eine "schwierige Problematik: kein Training, keine Aussicht auf Beendigung der Regierungsmaßnahmen". So bleibt ihm nur das Prinzip "Hoffnung, dass wir durch den langen Verzicht auf Bewegung nicht nur alle Kinder, sondern sogar noch einige mehr beim Sport wiedersehen."

Auch Andreas Kurz bezeichnet die "unbefriedigende Situation in unserer Nachwuchsabteilung" als "frustrierend". In erster Linie die seit Monaten fehlende Möglichkeit, "den geliebten Sport auszuüben. Wir werden sehen, wie viele Kinder wir auf dem Weg in die Normalität verlieren werden, beziehungsweise wie viele aus anderen Gründen auf der Strecke bleiben", befürchtet er noch nicht absehbare negative Folgen. Für Zdenek Vanc ist es umso wichtiger, "auch neue Kinder in den Verein" zu bringen.