20 Jahre. So lange mussten die Fans warten, um wieder Regionalliga-Volleyball einer Hammelburger Herren-Mannschaft zu sehen. Erfolgs-Coach Tado Lehmann machte es möglich mit einer jungen Mannschaft, die dreimal in Folge als Meister immer weiter nach oben kletterte. Erstmals in der Vereinsgeschichte des TV/DJK Hammelburg spielen damit sowohl die erst nächste Woche in die Saison startenden Frauen wie auch die Männer in Bayerns höchster Liga. "Man erwartet von uns ja fast schon, dass wir die Sache fortsetzen", sagt Lehmann, der jedoch auf die Euphoriebremse tritt. Bereits in der letzten Saison hatten er und seine Jungs gemerkt, dass es immer schwerer wird. "Denken wir mal an Mömlingen und Zirndorf, da haben wir nur knapp gewonnen", weiß der Trainer. Und die Gegner werden natürlich nicht leichter. Doch Lehmann hat Vertrauen in sein Team: "Wir haben uns gut weiter entwickelt. Und endlich stoßen wir auf Gegner, die genauso gut sind wie wir." Die Schritte in Richtung Regionalliga hat der Coach bereits letzte Saison eingeleitet, anhand von taktischen Maßnahmen und schnelleren Spielweisen.

Gegner, die zu einer Schwächephase neigen, wird es wohl kaum mehr geben. Daneben darf sich sein Team eine größere Fehlerquote nicht mehr erlauben: "Nachlässigkeit wird nun sofort bestraft", so der Kroate. Ein Pluspunkt ist, dass die TV/DJK-Asse ein eingespieltes Team sind - mit dem mit 23 Jahren jüngsten Altersdurchschnitt der Liga. "Eingekaufte" Leistungsträger waren nie das Thema für Lehmann. "Die Mannschaft harmoniert so gut. Den Erfolg haben sich die Spieler gemeinsam erarbeitet, jetzt sollen sie die Saison auch genießen."
Auf 13 Mann darf der Trainer zurückgreifen. Dass er nur zwölf in den Spielberichtsbogen eintragen kann, schmerzt ihn nicht. "Da ist immer einer, der keine Zeit hat." Allerdings hat Lehmann mit Oliver Möller, Marc Müller und Aaron Dettner drei Zuspieler. Mit Dominik Seller ist nach wie vor der Libero gesetzt. Im Mittelangriff setzen Oliver Bauer, Friedrich Fell und Stefan Basmer ihre Schlagkraft unter Beweis. Die Diagonale hat Stefan Böhm in seiner Hand. Ansonsten werden Kapitän Felix Bendikowski, Lukas Spachmann, Michael Schottorf, Henning Schulte und Moritz Karlitzek im Bereich Außen/Annahme zu finden sein oder universal eingesetzt. Nach wie vor genießt Youngster Karlitzek mit seinen 16 Jahren Doppelspielrecht, wird also auch in der zweiten Mannschaft antreten.

Mit Beachvolleyball zur Kondition


Nach der Saison regierte der Spaßfaktor. Beachvolleyball und andere Sportarten wurden zur Konditionsgewinnung genutzt. Aber rechtzeitig wurden die Zügel wieder angezogen: "Man merkt, dass die Konzentration steigt", sagt Lehmann. Und packt den Ehrgeiz aus: "Wir wollen auf keinen Fall gegen den Abstieg spielen." Angestrebt ist zunächst das Mittelfeld, und dann wird sich zeigen, was nach oben möglich ist.

Hammelburger Volleyball soll noch mehr Zuschauer in seinen Bann ziehen und die Halle kochen lassen. Immerhin knüpft ja nun der TV/DJK an die erfolgreichen alten Zeiten an. "Die ganze Zeit sprach man immer über die gute alte Zeit", so Lehmann, "jetzt sind wir genau dort angekommen und läuten eine neue erfolgreiche Epoche ein".

Der erste Gegner ist am Samstag (19.30 Uhr) der TSV Grafing II, der bereits ein Punktspiel absolvierte beim 3:1-Sieg über Aufsteiger Dachau II. Bereits in der Vorjahres-Saison waren die Oberbayern mit ihrem vierten Platz eine feste Größe in der Liga. Dennoch verzichteten sie auf den Aufstieg, wohl wissend, dass Grafing I seinerzeit noch um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga kämpfte und zwei Teams eines Vereins pro Liga nicht möglich sind. Fehlen werden den Gastgebern lediglich Oliver Möller und Friedrich Fell, die zum Gratulieren "abkommandiert" wurden zur Hochzeit von Ex-Spieler Thomas Pfennig. Das restliche Team soll einen Sieg als Geschenk hinterherschicken. ske