FC 05 Schweinfurt - SV Schalding-Heining 5:0 (1:0). Tore: 1:0, 2:0 Steffen Krautschneider (34., 57./Foulelfmeter), 3:0 Marino Müller 78.), 4:0 Tom Jäckel (85.), 5:0 Michael Kraus (89.).
Nullfünf gewinnt fünfnull - was haben sie in Schweinfurt auf diesen Kalauer warten müssen. Entsprechend die Atmosphäre hernach im Sachs-Stadion, das einem Gasballon glich, dessen Pfropfen sich mit lautem Knall löste. Der FC 05 wollte diesen Sieg gegen den SV Schalding-Heining unbedingt, dass er mit 5:0 gleich derart deutlich ausfiel, haute selbst Trainer Gerd Klaus aus den Socken. Der sonst so nüchterne Realist strahlte wie ein Honigkuchenpferd und bemühte den Aberglauben. "Immer wenn die Jungs für danach einen Mannschaftsabend ansetzen, gewinnen wir. Das ist ein Glücksbringer.
Vielleicht sollten sie das immer tun."

Nürnberg II, Bayern München II und Burghausen - bei den nächsten drei Aufgaben käme ein Schweinfurter Sieg eher aus der Überraschungskiste. "Entsprechend hoch haben wir bewusst den Druck gehalten, gewinnen zu müssen", sagte Klaus. "Jetzt können wir mit Ruhe in die nächste Woche gehen." Nun, Ruhe ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, der Sprung auf einen einstelligen Platz bei positivem Torverhältnis ist aber zumindest mal ein Sig nal. Für das die Nullfünfer auf dem Platz allerhand Hebel in Bewegung gesetzt hatten: Entschlossenheit, Disziplin, Tempo und taktische Finesse. Für letztere zeichnete selbstverständlich der Coach verantwortlich. Sein Kniff, mit einer defensiven Startformation die keck mit nur einer Dreier-Abwehrkette und Doppelsitze agierenden Schaldinger ins Spiel zu locken, um sie dann nach der Pause mit der Umstellung auf Raute und zweiten Stürmer eiskalt auszukontern, ging bestens auf.

Schon fünf Saisontreffer

Als Türöffner betätigte sich dabei einmal mehr Steffen Krautschneider mit seinen Saisontreffern vier und fünf. "Es läuft richtig gut bei mir. Aber ehrlich: Es ist mir so was von egal, wer die Tore macht. Wichtig war heute unsere fantastische Mannschaftsleistung", so Krautschneider. Die schöne Flügel-Vorarbeit von Michael Kraus vollendete er volley (34.), den an Bastian Lunz verschuldeten Foulelfmeter gewohnt sicher (57.). Und schon war der lange Zeit beachtliche Widerstand der Gäste gebrochen, die riesige Möglichkeiten liegen gelassen hatten: Dardan Gashi setzte einen Freistoß an den Pfosten (17.), Josef Eibl scheiterte zweimal haarscharf an 05-Keeper Christopher Pfeiffer (23., 24.) und dem von Manuel Müller gehaltenen Eibl wurde ein glasklarer Elfmeter verweigert (17.). Es hätte also auch anders laufen können. "Wir waren 30 Minuten die aktivere Mannschaft", befand SV-Coach Mario Tanzer völlig zurecht. Doch er zeigte sich auch selbstkritisch. "In der zweiten Halbzeit waren wir völlig von der Rolle, das nehme ich auf meine Kappe: Meine Wechsel haben die Mannschaft verunsichert. Aber: Dass unser einziges Ziel ist, die Klasse zu halten, ist auch noch nicht bei jedem Spieler angekommen."

Hohes Tempo auf Außenbahnen

Anders beim FC 05, dem es endlich einmal gelang, nicht gleich nach dem Seitenwechsel ein aus dem Konzept bringendes Gegentor zu kassieren. Wie letztmals im Juni in der Relegation gingen die Schweinfurter bissig in die Zweikämpfe, hielten trotz der drückenden Schwüle auf den Außenbahnen das Tempo hoch und suchten aus allen Lagen den Abschluss. So geht Abstiegskampf - nicht erst auf der Zielgeraden einer Saison.
"Wir hatten uns in der Halbzeitpause noch einmal eingeschworen, vorne drauf zu pressen, das hat super geklappt", freute sich Stürmer Marino Müller, der mit der Hereinnahme von Tom Jäckel in vorderster Linie mehr Raum bekommen hatte und nach abgewehrtem Krautschneider-Schuss zum 3:0 abstaubte (78.). Spätestens da war das Ding nach vergebenen Großchancen von Johannes Bechmann (56.), Krautschneider (72.) und Lunz (77.) gelaufen. "Endlich zu Null. Und das in so einem Sechs-Punkte-Spiel. Jetzt wollen wir auch in Nürnberg was mitnehmen", sprach aus Marino Müller gewachsenes Selbstvertrauen.

Tom Jäckel (85.) und Michael Kraus (89.) rundeten den Erfolg ab, an dem auch Neuzugang Pablo Pigl großen Anteil hatte. Der aus Hammelburg stammende Zugang vom FC Augsburg II schloss nicht nur endlich die nach dem Messingschlager-Weggang unübersehbare Lücke auf der rechten Abwehrseite vorzüglich, er bereitete auch die beiden finalen Treffer vor. "Es war ein Risiko, ihn nach nur einer Trainingseinheit gleich zu bringen. Er kennt ja nicht mal die Namen seiner Mitspieler. Aber er hat das sehr, sehr gut gemacht", lobte Klaus. Ein paar Namen kennt Pigl ja jetzt durch die vier Torschützen.
Schweinfurt: Pfeiffer - Pigl, Manuel Müller, Bechmann, Lunz - Fery - Mache (86. Thomann), Dußler (46. Jäckel), Kraus, Krautschneider - Marino Müller (79. Häcker).