Der Gastgeber wurde seiner Favoritenrolle gerecht und freute sich nach dem Abpfiff nicht nur über die drei Punkte. Die Meldung von der Herbstädter Niederlage "sorgt jetzt für Spannung im Meisterschaftskampf bis zum Saisonende", so Co-Trainer Stephan Düsel. Für die Gäste sieht es düster aus, "aber wir stehen in der nächsten Saison vor einem personellen Umbruch, da ist es wahrscheinlich gescheiter, mit einer wettbewerbsfähigen Mannschaft in die Kreisklasse zu gehen", so deren Trainer Thorsten Seufert.

Die Mannen von André Betz, der sich die Angelegenheit erst einmal von der Bank aus ansah, übernahmen sofort das Kommando und wirkten ballsicherer. "Wir spielen richtig gut", freute sich nicht nur FC-Pressesprecher Alfred Kolb, der dann auch den Führungstreffer relativ zügig notieren durfte. Nach einem Pass von Julian Wüscher knallte Florian Heim die Kugel Richtung gegnerischen Kasten und schoss dabei seinen Mannschaftskameraden Stefan Thoma an. Die Kugel fiel auf den Schlappen von Timm Manger, der das Spielgerät flach ins Toreck setzte. Die Hausherren setzten nach. Nach einer Freistoßflanke von Wüscher lief Martin Danz am zweiten Pfosten ein und hatte wenig Mühe, dem alleingelassenen Jens Filbry das Nachsehen zu geben.

Warum es danach zum Bruch im Spiel des Aufstiegsaspiranten kam, war nicht nur dem FC-Coach ein Rätsel. Dessen Schützlinge schienen sich auf den Lorbeeren ausruhen zu wollen, die Strafe folgte durch Gäste-Goalgetter Thorsten Bauer auf dem Fuß. Nachdem Christian Happ eine hohe Hereingabe unterlief und der dahinter postierte Marcel Hölderle beim Befreiungsschlag wegrutschte, bedankte sich Bauer erstmals. Drei Minuten später fiel nach einem Leichtsinnsfehler in der FC-Deckung der Ausgleich, mit einem Schuss aus der Drehung setzte Bauer Daniel Neder matt. Die Platzherren marschierten konsterniert zum Pausentee, nach dem Wechsel fanden sie den Faden erst einmal nicht.

"Da hatte ich Hoffnung, dass wir hier etwas überraschend mit einem Punkt heimfahren könnten", so der Niederläurer Spielertrainer später, doch eine "fußballerische Todsünde" (Seufert) senkte die Waage endgültig zugunsten der Frankonen. Den ersten Fehler beging SV-Routinier Gino Knaier, der einen Rückpass Richtung Tor schlug. Den zweiten Jens Filbry, der glatt ein Luftloch schlug und die Hände vors Gesicht riss, als das Leder die Torlinie überschritt. Die Betz-Elf nahm das Heft wieder in die Hand. Mit einem fein gezirkelten Freistoß aus 28 Metern über die Mauer hinweg setzte Manger den Ball genau neben den Pfosten. Nachdem Neder bei einem Konter einen Schuss von Thorsten Bauer reaktionsschnell über die Latte lenkte, stellte im Gegenzug Martin Danz mit seinem zweiten Treffer den Endstand her. Der eingewechselte Philipp Hölzer legte Manger den Ball in die Gasse, von dessen Vorlage dann Danz profitierte.

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Marcel Hölderle kurz vor Schluss, ob und wie lange der Abwehrchef ausfällt, muss sich nach einer ärztlichen Diagnose zeigen. "Mit unserem Spiel war ich nur in der ersten und letzten halben Stunde zufrieden", so Betz, "die Unkonzentriertheit dazwischen hätte ergebnismäßig auch ins Auge gehen können".

Tore 1:0 Timm Manger (19.), 2:0 Martin Danz (35.), 2:1/2:2 Thorsten Bauer (39./42.), 3:2 Gino Knaier (Eigentor/64.), 4:2 Timm Manger (83.), 5:2 Martin Danz (89.).

Thulba Neder - Happ, Hölderle (85. Betz), Hänelt, Vancea - Stürzenberger (72. Hölzer), Wüscher, Thoma, Heim - Manger, Danz.
Niederlauer Filbry - G. Knaier, Brand, J. Volkmuth, L. Knaier - M. Knaier, Rauner, Brücknerl, D. Mauer - Seufert, Bauer; eingewechselt: A. Mauer, Lumpe, A. Volkmuth.
Zuschauer 100.

SV Ramsthal - SV Burgwallbach 2:1 (1:1) - Torfolge: 0:1 Thorsten Fleckenstein (10.), 1:1 Matthias Hallhuber (Foulelfmeter/23.), 2:1 Jan Morper (70.).

"Es hat endlich geklappt", freute sich Ramsthals Pressesprecher Jochen Hesselbach, der in der Rückrunde fast nur Hiobsbotschaften zu vermelden hatte. Der Auftakt gegen den kampfstarken und nun als erster Absteiger feststehenden Gast verlief wenig verheißungsvoll. Denn die Rhöner gingen nach Hereingabe von Benedikt Floth durch Thorsten Fleckenstein in Führung. Der Ausgleich durch den von Matthias Hallhuber verwandelten Strafstoß nach Foul an Thorsten Büttner beruhigte die Nerven der Weindörfler, die beim Kopfball von Florian Hahn nach Flanke des starken Dominik Vierheilig mit einer Führung in die Pause hätten gehen können. Der zweite Durchgang wurde aus Sicht der Gastgeber mit fortschreitender Spielzeit eine Zitterpartie, die Erlösung besorgte der junge Jan Morper. Der biss sich wild entschlossen durch und gab dem guten Gäste-Keeper Sven Thoma mit einem Schuss ins lange Eck das Nachsehen. Da Thoma wenig später einen Hahn-Schuss, erneut war Vierheilig der Vorbereiter, glänzend parierte, musste nicht nur die sattelfeste Ramsthaler Deckung um die Routiniers Steffen Kaufmann und Jörg Herterich noch zittern. sbp

RSV Wollbach - FC 06 Bad Kissingen 0:4 (0:1) - Torfolge: 0:1 Maximilian Pfülb (30.), 0:2 Christian Laus (Foulelfmeter/70.), 0:3 Maximilian Pfülb (75,), 0:4 Daniel Gisder (90.) - Gelb-rote Karte: Florian Manger (Wollbach/88.) - Bes. Vorkommnis: Jörg Schaffelhofer (Bad Kissingen) pariert Strafstoß von Michael Schultheis (20.).

Auch dem wankelmütigen RSV Wollbach gelang es nicht, den FC 06 Bad Kissingen von der Straße des Erfolges abzudrängen. Nach acht Siegen und fünf Unentschieden sieht es in Sachen Titelgewinn und Aufstieg richtig gut aus für die Kurstädter. Mit dem deutlichen 4:0-Erfolg haben die 06-er gleichzeitig Revanche genommen für die bislang einzige Heimiederlage. Die Elf von Rüdiger Klug war gegen die erneut ersatzgeschwächten Wollbacher sofort im Spiel, agierte giftig und lauffreudig. Die einzige Spitze, Ervin Gergely, blieb aber stumpf aufgrund aufmerksamer Manndeckung. Glück hatten die Gäste nach 20 Minuten, als Michael Schultheis mit einem Elfer an FC-Keeper Jörg Schaffelhofer scheiterte. Zehn Minuten später machten es die Kissinger besser, als Maxi Pfülb aus spitzem Winkel Wollbachs 43-jährigen Ersatzkeeper Matthias Gensler düpierte. Spielkontrolle und eine hohe Ballbesitz-Quote prägten das Spiel der FCler auch im zweiten Durchgang. In der Endphase vollstreckte Christian Laus einen an Maxi Pfülb verwirkten Elfer und kurz danach fingen sich die in der Offensive harmlosen Gastgeber noch klassische Kontertore von Pfülb und Daniel Gisder ein.

SV Eichenhausen - FC Reichenbach 1:1 (0:0) - Torfolge: 1:0 Andreas Vierheilig (68.), 1:1 Marc Hartmann (89.).

Für Eichenhausens Trainer Werner Feder war die Punkteteilung unnötig wie ein Kropf, gingen doch etliche gefährliche Aktionen der Gäste von individuellen Fehlern seiner Akteure aus. "Einige meiner Spieler werden mit dem Druck im Abstiegskampf nicht fertig", so Feders Kommentar. Der hatte im torlosen ersten Durchgang eine überlegene und laufstarke Reichenbacher Elf gesehen. Die Teutonen rückten auch im zweiten Durchgang nicht von ihrem Pressing ab, vorne fehlte den Gästen aber der Mut und das Durchsetzungsvermögen. Umso überraschter bejubelten die Gastgeber den Treffer von Andreas Vierheilig. Danach stellte der SV Eichenhausen die aktivere Mannschaft, die jedoch nicht mehr nachlegen konnte. In der 89. Minute schlug die Stunde von Reichenbachs Spielertrainer Marc Hartmann, der sich nach einem SV-Einwurf schlitzohrig den Ball erkämpfte und das Spielgerät über die Torlinie drückte. Werner Feder war der Ansicht, dass diesem Tor ein Reichenbacher Foul vorausgegangen war.

FC Bad Brückenau - Spfr. Herbstadt 1:0 (1:0) - Tor des Tages: Alexander Gartung (37.).

Die Kurstädter landeten gegen ersatzgeschwächte Herbstädter einen enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Der Favorit besaß zwar die reifere Spielanlage, doch die Sinnstädter fanden über den Kampf ins Spiel. Und gingen durch das Kopfballtor von Alex Gartung nach der Flanke von Konstantin Bengart in Führung. Davor und danach hatten sich Philipp Jakobsche und Alexander Krämer weitere FC-Chancen geboten, während auf der Gegenseite Waldemar Hergert und Jochen Tüchert die Präzision fehlte. Nach dem Wechsel wurde das Herbstädter Spiel druckvoller, blieb aber ohne Effizienz. Für die FCler ergaben sich nun Räume zum Kontern über Daniel Gleißner und Roland Biadacz. Turbulent ging es in der Endphase zu, in der die Gäste mit aller Macht auf den Ausgleich drängten. Erst wehrte Markus Schumm einen Schuss auf der Linie ab, dann zeigte FC-Keeper Daniel Schüssler eine Glanzparade gegen Waldemar Hergert. In den Schlussminuten ergaben sich prima Kontermöglichkeiten der Trebacz-Elf, doch Alexander Krämer, der die Kugel über das Quergestänge setzte (87.) wie auch der eingewechselte Burkard Schüssler, der freistehend an Kneuer scheiterte, verpassten das mögliche 2:0 (89.). "Unsere Viererkette mit Konstantin Steigerwald, Alexander Gartung, Markus Schumm und Philipp Jakobsche war das Prunkstück", lobte FC-Pressesprecher Marco Reinisch.