Seine "Fußballtreter sind immer noch die mittlerweile selten zu sehenden Klassiker "Copa Mundial" von Adidas, die früher Merkmal der "Spielgestalter" und "Dirigenten" auf dem Rasen waren. Florian Heim verkörpert dieses Attribut und ist Denker und Lenker im Mittelfeld des FC Thulba. Dort vermisst man den 28-Jährigen seit längerer Zeit sehr. "Der Flo fehlt uns an allen Ecken und Enden. Gerade für unsere junge Mannschaft ist er als Eckpfeiler ungemein wichtig. Er hilft mir natürlich auch als mein Vertreter an der Linie, aber wir wünschen ihn uns alle sehr bald wieder auf dem Feld zurück", unterstreicht dies FC-Spielertrainer Oliver Mützel. Und auch Heims langjähriger Weggefährte und Mützel-Vorgänger "Vicky" Kleinhenz, der mit ihm im Übrigen die Leidenschaft zum "Copa Mundial" teilt, sagt: "Er sieht immer das Große und Ganze und versucht Lösungen zum Wohle der Mannschaft und des Vereins zu finden. Nichtsdestotrotz wäre es toll, wenn er dem FC Thulba mit seiner Übersicht und Spielintelligenz zeitnah wieder helfen kann." Wie es um seine Verletzung steht und warum man auch in kritischen Situationen den Spaß am Fußball nicht verlieren sollte, erzählt uns der in Würzburg lebende Pädagoge, im Vorfeld der Partie beim TSV Bergrheinfeld.

Hallo Herr Heim, Ihr Team erlebte nach dem 0:5 beim TSV Ettleben/Werneck mit dem 2:6 gegen Rödelmaier einen weiteren Tiefpunkt. Was war da los?

Florian Heim: Ettleben/Werneck war uns in allen Belangen überlegen. Unsere vielen individuellen Fehler haben fast immer zu Gegentoren geführt. Gegen Rödelmaier waren wir eigentlich sehr gut in der Partie. Leider hat uns die Führung keine Sicherheit gegeben. Nach dem schellen Ausgleich wurde unser Spiel zu großen Teilen kopflos und unstrukturiert, was ein Grund für die vielen Gegentore war. Aber auf die gute Anfangsphase müssen wir aufbauen.

Elf Gegentore in zwei Partien sind auch für eine ersatzgeschwächte Mannschaft deutlich zu viel.

Unser Ziel muss es sein, dass wir auch bei einem Rückstand konzentriert, strukturiert und robust im Verbund verteidigen und unsere individuellen Fehler minimieren.

Sie stehen Spielertrainer Oliver Mützel als Co-Trainer zur Seite. Wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus?

Oli plant und führt die Trainingseinheiten und Spielvorbereitungen durch. Ich stehe ihm hierbei, wie auch Manu Hänelt, beratend und unterstützend zur Seite. Für mich ist diese Situation etwas Neues. Das Wichtigste derzeit ist, dass wir alle den Spaß an der Sache nicht verlieren dürfen, denn das ist der Grund, weshalb wir mit dem Fußball begonnen haben. Darüber hinaus müssen die Jungs davon überzeugt sein, dass sie mit guten Trainingsleistungen die Grundlage legen, um auch wieder Spiele gewinnen zu können.

Selbst waren Sie unglaublich lange außer Gefecht gesetzt und müssen derzeit schon wieder zuschauen.

Vor knapp zwei Jahren habe ich mich ohne Gegnereinwirkung an den Außenbändern verletzt. Nach unzähligen konservativen Behandlungsansätzen entschied ich mich für eine OP, die leider nicht dazu führte, dass ich heute komplett schmerzfrei bin. Nach zwei absolvierten Spielen habe ich mir dann vor sechs Wochen das Radiusköpfchen am Ellenbogen gebrochen. Ich würde mich freuen, wenn ich vor der Winterpause noch ein paar Spiele machen kann.

War das Pokalspiel gegen Aubstadt, was ja trotz der hohen Niederlage sicher ein Erlebnis war, im Nachhinein betrachtet, der Knick nach unten?

Nein, das glaube ich nicht. Meiner Meinung nach hat es sich schon deutlich früher abgezeichnet, dass diese Saison extrem schwer für uns werden wird und das Ziel ausschließlich Klassenerhalt lauten kann.

Jetzt führt die Reise zum TSV Bergrheinfeld. Wie können Sie dort wieder in die Spur kommen?

Wir wollen dieses Spiel mit viel Leidenschaft, Zuversicht und Spaß angehen. Wir sollten uns zudem bewusst sein, dass wir mit einem Sieg bis auf einen Punkt an Bergrheinfeld heranrücken und so das derzeitige Tabellenbild für uns wieder deutlich aussichtsreicher und positiver gestalten können.

TSV Bergrheinfeld - FC Thulba (Sonntag, 15 Uhr)

Formcheck: Seit dem 3:1-Auftaktsieg gegen Schlusslicht Unterspiesheim konnten die Frankonen (13./4) keinen Dreier mehr einfahren. Umso wichtiger wäre es, gegen die nur vier Punkte besseren "Bercher" dreifach zu punkten. Im Vergleich zum 2:6 gegen Rödelmaier gibt es im Kader der Schwarz-Gelben keine Veränderungen.

Gegnercheck: Der TSV Bergrheinfeld (11./8) blieb zuletzt dreimal in Folge sieglos und hatte durch zwei spielfreie Wochenenden keinen Rhythmus. "Sie gehören nicht dahin, wo sie aktuell stehen. Sie hatten neben Spielpech auch Verletzungspech. Sie werden ihre Punkte sammeln, denn es ist eine junge und spielstarke Mannschaft", ist FC-Coach Oliver Mützel voll des Lobes über die Elf von TSV-Spielertrainer Thomas Cäsar, gleichzeitig Kumpel und Trauzeuge von Mützel.

DJK Altbessingen - FC 06 Bad Kissingen (Sonntag, 15 Uhr)

Formcheck: Ein Spitzenspiel jagt beim FC 06 Bad Kissingen (4./17) das nächste. Nach dem Remis gegen Aufstiegsanwärter Oberschwarzacher müssen die Jungs von Spielertrainer Daniel May diesmal zu Tabellenführer DJK Altbessingen (1./20). May, im Übrigen frischgebackener "Papa", sah sein Team gegen die Oberschwarzacher in Durchgang eins überlegen und verdient in Führung. "Mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Florin Popa ging unsere Ordnung danach ein wenig verloren. Obwohl wir die große Chance zum 2:0 vergeben haben, war das 1:1 gegen dann stärkere Gäste gerecht." Personell geht man noch immer auf dem Zahnfleisch. So ist auch der Einsatz von Defensivstratege Florin Popa fraglich.

Gegnercheck: Die DJK Altbessingen ist sicher die Überraschungsmannschaft der aktuellen Bezirksligarunde. So weit vorne in der Tabelle dürfte kaum einer der Experten die Jugendkraftler gesehen haben. Klar, unangenehm zu bespielen waren sie schon immer, jetzt ist die Mannschaft von Ex-Reiterswiesen-Trainer Christian Brauner zudem noch schwer zu schlagen. Nur Oberschwarzach (2:1) konnte gegen den Spitzenreiter einen Sieg einfahren. Auf eigenem Platz ist man noch unbesiegt. Zuletzt gab es dort 0:0 gegen Stadtlauringen. May: "Die Altbessinger sind eine eingeschworene Einheit, stehen in der Defensive gut und sind nach vorne sehr effektiv." Beste Torschützen im Team der DJK sind Schwebenried-Neuzugang Sascha Brauner (5) und Julian Weidner (4).

TSV Münnerstadt - DJK Dampfach (Sonntag, 16 Uhr)

Formcheck: Vergangenes Wochenende durfte der TSV Münnerstadt (5./14) die Füße hochlegen. Zuvor gab es das Doppelduell mit Bad Kissingen, wo die "Nägelsieder" zumindest im Pokal die Oberhand behielten. In der Liga setzte es eine 0:2-Niederlage. TSV-Co-Trainer Simon Snaschel: "Da haben wir ein bisschen Lehrgeld bezahlt und unsere Leistung nicht wie erhofft auf den Platz gebracht. Umso schöner war die Reaktion im Pokal, als man sehen konnte, dass jeder unbedingt gewinnen wollte." Für Niklas Markart und Tobias Kröckel könnte es nach überstandenen Verletzungen diesmal für den Kader reichen. Ein Fragezeichen steht hinter dem angeschlagenen Diego Rosero.

Gegnercheck: Die DJK Dampfach (2./20) hat sich durch den 3:1-Erfolg über Bergrheinfeld auf Rang zwei vorgearbeitet, ist bei einem Spiel weniger punktgleich mit Tabellenführer Altbessingen. "Dampfach ist eine Mannschaft mit unheimlich hoher Qualität, gegen die wir einen Glanz-Tag erwischen müssen, um etwas mitzunehmen", zollt Simon Snaschel dem Kontrahenten höchsten Respekt. Der ist in acht Spielen noch ungeschlagen und siegte zuletzt dreimal am Stück. Adrian Hatcher, auch schon in Landes- und Bayernliga aktiv, traf bereits sechsmal ins Schwarze.