Super Sonne, packende Spiele, die wohltuend fair verliefen waren die angenehmen Begleiterscheinungen bei den 41. Hammelburger Stadtmeisterschaften im Fußball. Der FC Hammelburg mit Andy Ruppert, André Nagelsmann, Martin Stapper und Stadionsprecher Bernd Heinlein sowie den vielen Helfern erwies sich als mustergültiger Gastgeber. Einziger Wermutstropfen waren die ausgebliebenen Zuschauer, die den Gang ins nahe gelegene Schwimmbad vorzogen. Zudem hatte der BFV-Schiedsrichterausschuss vergessen, ein Schiedsrichtergespann für das Einlagespiel der Junioren abzustellen. Sebastian Wieber (SV Ramsthal) sprang mit den Assistenten André Nagelsmann und Bernd Heinlein ein.
Bei den Titelkämpfen setzte sich überraschend der FC Westheim mit 5:2 gegen den favorisierten SC Diebach durch. Chancenlos blieben Titelverteidiger SV Obererthal und der FC Hammelburg, der eine enttäuschende Leistung an seinem 100. Geburtstag bot.
Das Hammelburger Stadtoberhaupt Ernst Stross nahm mit dem Vorsitzenden des Sportkuratoriums Winfried Benner die Siegerehrung vor und überreichte mit dem FC-Vorsitzenden Andreas Ruppert die Jubiläumspokale nebst Geldbeträgen.
Im Endspiel avancierte Malte Förster zum Helden der Westheimer Crew. Er sprang kurzfristig für seine personell angeschlagene Mannschaft ein und riss seine Kameraden mit einer spektakulären Leistung mit. Zunächst stand aber Westheims Keeper Sven Hengstermann im Blickpunkt, hatten doch die Diebacher um Patrick Schmähling, Marcus Hein und Daniel Hart ein Angriffsfeuerwerk inszeniert und durch Patrick Schmählings Kopfball schnell den Führungstreffer erzielt. Das 1:1 resultierte aus einem umstrittenen Handelfmeter, den Philipp Vierheilig eiskalt gegen Daniel Katzenberger vollstreckte. Dennoch marschierte der SC Diebach unbeirrt nach vorne. Der Lohn war die erneute Führung durch Marcus Hein. Mit dem Pausenpfiff der erste spektakuläre Auftritt von Malter Förster, der Diebachs Abwehr als Slalomstangen benutzte und sein Solo mit dem Ausgleichstor abschloss.

Schmähling verschießt Elfer

Dank der besseren Spielanlage beherrschte Diebach auch den Beginn des zweiten Durchgangs und hätten den Führungstreffer verdient gehabt, doch da spielte Patrick Schmähling nicht mit, der einen an Daniel Hart verwirkten Elfer über das Tor drosch. "Das war Diebachs Genickbruch", meinte Ernst Stross als kritischer Zuschauer. Der FC Westheim störte nun effektiver, was bei den Diebachern zu einer Häufung von Fehlpässen führte. Malte Förster wuchs über sich hinaus, was Zuschauer Hans Krüger zu der Äußerung veranlasste, dass man ab sofort zu den Westheimern "FC Malte Förster" sagen sollte. Das 3:2 besorgte er selber, dann setzte er mit einem Traumpass Stefan Reuter in Szene, der zum 4:2 vollendete. Ein Konter durch Fabian Beck brachte die endgültige Entscheidung. "Malte Förster war heute der Spieler des Tages, er feierte ein tolles Comeback", war auch Winfried Benner voll des Lobes.
Im Spiel um den dritten Platz bot der TSV Gauaschach den Kickern aus dem Morlesauer Stadtteil ganz schön Paroli. Der TSV traf durch André Hofmann und Eugene Berger zwei Mal ins Schwarze, doch auf der Gegenseite standen mit den Doschkos zwei starke Offensivspieler, die Robby Kuhn immer wieder bestens in Szene setzten. Vor allem die letzte halbe Stunde stand im Zeichen des SV Morles au/Windheim, in der Marco Dürsterwald, Manuel Doschko und Florian Fischer (Elfmeter) die entscheidenden Treffer setzten, nachdem zuvor Robby Kuhn ein Doppelschlag gelungen war. Ausgezeichnet die Leistung der am Sonntag eingesetzten Schiedsrichter Herwig Seidling (FC 05 Schweinfurt) und Marcel Enders (TSV Münnerstadt).
Eine super Sache war das Einlagespiel zwischen der U 16 des Bundesligsten TSG Hoffenheim und der U-17-Regionalauswahl Nordbayern, das großen Unterhaltungswert hatte und am Ende mit 4:3 von der Auswahl gewonnen wurde, in der u.a. Spieler vom FC 05 Schweinfurt, Bayern Hof, Viktoria Aschaffenburg, dem TSV Großbardorf und den Würzburger Kickers zum Einsatz kamen. Überraschend beherrschte die vom Untererthaler Thomas Hammer betreute U 17 die Partie. "Enorm zweikampfsicher, laufstark und technisch fast perfekt agierten beide Teams. Dennoch ein verdienter Sieg unserer Auswahl, weil sie sich in der Offensive präsenter zeigte und mehr Durchschlagskraft entwickelte", analysierte Thomas Hammer.