Winterpause hin oder her - der Fußball sorgt auch im Advent für Schlagzeilen im Bäderlandkreis. Der Trainerwechsel beim Kreisklassisten FC Hammelburg kommt dabei am überraschendsten. Allerdings, die Spatzen pfiffen es schon seit Wochen von den Dächern Hammelburgs, dass sich der FC am "Vorabend" des 100. Geburtstages von Spielertrainer Ralf Adelsbach trennen wollte. Nun ist es Fakt, der Vorsitzende Andreas Ruppert hat Matthias Lell als Nachfolger des zuvor gekündigten Ralf Adelsbach präsentiert. Zuvor waren auch Jürgen Wiesler und Stephan Düsel für den Posten im Gespräch.
"Bei aller Liebe zu Ralf, wir mussten uns etwas einfallen lassen, nachdem sich Teile der Mannschaft gegen Adelsbach ausgesprochen hatten. Als Spieler werden wir ihn sehr vermissen. Er hat uns mit seinen fulminanten Freistößen so manchen Sieg beschert," so Ruppert.
Vom Kindergartenalter an hatte Adelsbach für "seinen" FC die Kickstiefel geschnürt und dabei so manchen "Schokoriegel" vertilgt, ehe es ihn zwischendurch zum FC Bad Brückenau und zum SV Obererthal verschlug. Zuvor hatte der gebürtige Pfaffenhausener noch mit den Saalestädtern die Bezirksoberliga erstürmt, in der er sich als Freistoßspezialist "Mister Hammer", einen Namen machte.
Bei Ralf Adelsbach schlagen nun zwei Herzen in seiner Brust. "Ich habe selbst feststellen müssen, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreicht habe. Es war eine schwierige Zeit in der Vorrunde. Etliche Spieler haben gegen mich scharf geschossen und ließen sich im Training hängen. Andere zeigten sich mit der Umstellung auf verschiedene Spielsysteme - mal mit Libero, mal mit Viererkette - nicht einverstanden. Das muss auch einmal gesagt werden. Klar, dass mir der Abschied nun etwas leichter fällt, obwohl ich noch am FC, für den ich über 30 Jahre lang meine Knochen hingehalten habe, hänge. Zum anderen bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich etwas anderes machen möchte. Das Angebot, zum SV Obererthal zurückzukehren, habe ich abschlägig beschieden. Ich werde mich vermehrt um meine Familie kümmern, die in all den Fußballjahren doch etwas zu kurz gekommen ist." Nachfolger Matthias Lell, ebenfalls ein Hammelburger Eigengewächs, das seit Kindesbeinen für den FC kickte und alle Altersklassen als Spieler und Jugendtrainer durchlief und zur Zeit die Zweite Mannschaft unter seinen Fittichen hat, will vieles so belassen. Jedoch möchte er das System verändern und nach der Winterpause versuchen, mit der Mannschaft die Relegation zu erreichen, in der man in den vergangenen Jahren zwei Mal scheiterte.