FC Memmingen - FC Schweinfurt 05 1:2 (1:1). Tore: 1:0 Sebastian Schmeiser (38.), 1:1 Marino Müller (40.), 1:2 Steffen Krautschneider (57., Foulelfmeter).
Zumindest für einen Tag sind die Schweinfurter damit auf einen Relegationsplatz zurückgekehrt. Wichtiger: Die direkte Konkurrenz kann vor den letzten drei Spielen schon mal nicht enteilen. Nun haben die Schweinfurter den Abstiegskampf doch noch so richtig angenommen. Natürlich kam ihnen der strömende Regen im Allgäu entgegen. Auf dem klitschnassen Rasen ließ sich wahrhaft herrlich grätschen: Ballkontrolle Nebensache - dafür Kampf, Kampf, Kampf. Hinten warfen sich die Routiniers in jeden Memminger Angriff, vorn rannten sich die Jungen die Lunge aus dem Leib. "Das war heute unsere beste Saisonleistung.
Wie die Mannschaft nach so vielen Nackenschlägen aufgetreten ist, das begeistert mich einfach", freute sich Trainer Gerd Klaus, der auch von den mitgereisten Fans angetan war. Wie von der Tarantel gestochen stürmte Klaus nach Schlusspfiff zum Gästeblock, um sich für die Unterstützung zu bedanken.


Klaus hatte punktgenau die richtige Mischung gefunden in seiner tüchtig durcheinander gewirbelten Aufstellung. Philipp Kleinhenz rechts und Steffen Krautschneider links machten auf den Außen Betrieb, zentral war Michael Kraus allgegenwärtig. Und ganz vorn durfte Marino Müller überraschend von Beginn an ran - und zahlte dem Coach das Vertrauen prompt mit dem so ungemein wichtigen 1:1 zurück. Keine zwei Minuten nach der kalten Dusche durch Sebastian Schmeisers 1:0 (38.) hatte der Neu-Nullfünfer seinen großen Auftritt: Schiedsrichter Christopher Schwarzmann hatte die Pfeife bereits im Mund nach Matthias Baders Foul im Strafraum gegen Müller, doch der rappelte sich blitzschnell auf und schubste den frei liegenden Ball zum Ausgleich über die Linie. Der Auftritt des Startelfdebütanten war sinnbildlich für das der Grün-Weißen. "Ich bin ein Kämpfer, Kämpfer, Kämpfer", betonte Müller hernach. Das passte ins Bild, das er kurz zuvor abgeliefert hatte: Nach dem Rückstand rannte er mit dem Ball als Erster zum Anstoßpunkt, machte aufmunternde Gesten in Richtung der Kollegen - das ist einer der mitreißen kann.

Auch nach der Pause erinnerte bei den Schweinfurtern, die durch Florian Hetzel (24.) und Djelaludin Sharityar (33.) jeweils aus der Distanz nur knapp gescheitert waren, kaum was an den blutleeren Auftritt in Seligenporten, an das voreilige Einknicken gegen Illertissen. Der FC 05 nahm die Dynamik der ersten Halbzeit mit, presste weiter früh, überragend beispielsweise ein Kevin Fery, der sich binnen eines knappen Monats in die Mannschaft gespielt hat. Ebenso bissig: Philip Messingschlager. Beherzt nachsetzend, konnte er von FCM-Keeper Martin Gruber nur mit einem Foulspiel gestoppt werden: Elfmeter, Krautschneider, 1:2 (57.).

Die Memminger, die mit drei Wechseln noch Mal alles dran setzten, an diesem Freitagabend endgültig den Deckel auf den Ligaverbleib drauf zu machen, hatten zwar in Ümüt Sönmez einen steten Unruheherd, richtig gefährlich wurden sie gegen hoch verteidigende Nullfünfer aber nicht. Sönmez‘ Freistoß fischte 05-Schlussmann Christopher Pfeifer aus der Ecke (82.). Ganz am Schluss durfte dann noch Mal Peter Heyer rein - er spielt nächste Saison ja für Landesligist FC Sand.
Schweinfurt: Pfeiffer - Messingschlager, Hetzel, Janz, Lunz - Sharityar, Fery (89. Heyer) - Kleinhenz (55. Mache), Kraus, Krautschneider - Müller (71. Jäckel).