FC Ingolstadt II - FC 05 Schweinfurt 0:0 (0:0).
Halb voll? Halb leer? Dreiviertel voll? Wie war das nun mit dem Punkteglas des FC 05 Schweinfurt nach dem torlosen Remis am Freitagabend bei den Schanzern, deren Profimannschaft am Sonntag den ersten Matchball zum Aufstieg in die Erste Liga verspielte. Nun, für Schweinfurt zählte zunächst mal das Resultat, denn auch wenn die Leistung nicht dem tollen Spiel gegen Augsburg II vor Wochenfrist entsprach, war es immerhin ein Punkt, der noch sehr wichtig sein könnte. Als Aufsteiger hatte man vor einem Jahr in Ingolstadt noch in der Nachspielzeit verloren, dieses Mal wäre das auch beinahe passiert, doch Sammy Ammaris 20-Meter-Freistoß in der 89. Minute ging haarscharf am Tor vorbei.
"Absolut ein Punktgewinn", betonte FC-05-Mittelfeldrenner Michael Krämer. Er hatte gemeinsam mit Kevin Fery gewohnt sicher abgeräumt, allerdings fiel der defensiven Stabilität die offensive Kreativität zum Opfer, vor allem in der ersten Hälfte. Krämer warb dabei für Verständnis: "Es kann nicht jede Woche so wie gegen Augsburg gehen." Auch Innenverteidiger Andreas Bauer wusste, dass man den Ingolstädtern unter Umständen hätte mehr weh tun können und auch müssen. "Aber es gibt einfach so Tage, wo man schwer rein kommt. Ich denke, wir haben das Beste draus gemacht und uns den Punkt auch verdient." Zumal man ebenfalls konstatieren muss, dass der FCI zwar mit mehr Ballbesitz und optisch überlegen spielte, aber auch keine zwingenden Chancen hatte. Und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Keeper Christopher Pfeiffer zur Stelle und erfüllte seinen Job tadellos: In der 38. Minute gegen Andreas Buchner, der im Strafraum frei vor ihm auftauchte und in der 76. Minute gegen Sammy Ammaris Kopfball, den er mit einer Glanzparade entschärfte.
Die beste Schweinfurter Chance vergab Kevin Fery in der 85. Minute gegen den ebenso sicher spielenden Ingolstädter Torhüter Thomas Bauer, zuvor hatte er bei einem Konter Marco Janz gut in Szene gesetzt, der nur einen Schritt zu spät gegen Bauer kam. FC-05-Coach Gerd Klaus war zufrieden, auch wenn ihm wie allen anderen klar war, dass ein Sieg den Klassenerhalt gesichert hätte und man nun zu Hause gegen Illertissen und am letzten Spieltag beim designierten Absteiger Seligenporten noch insgesamt mindestens drei Zähler holen sollte. "Vor der Pause waren wir nicht richtig im Spiel, Ingolstadt hat das gut gemacht, es war auch ein bisschen Kopfsache, wir hätten viel heißer sein müssen", analysierte Klaus. Erst in der Pause konnte er die Elf wieder auf ihre kämpferischen Qualitäten einschwören, die taktische bedingte Einwechslung von Manuel Müller für Simon Häcker und der Wechsel von Marco Janz ins Mittelfeld trug ebenso Früchte. "In der zweiten Hälfte ist es besser geworden und wir haben uns den Punkt verdient", konstatierte Klaus. Denn noch wichtiger als der Punktgewinn ist ja die Erkenntnis, dass man gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel mithalten kann. Gegen Illertissen könnte das Punkteglas mit einem Sieg nämlich endgültig randvoll sein und man mit den Fans zu Hause den Klassenerhalt feiern.
Schweinfurt: Pfeiffer - Janz (90. Yetkin), Bauer, Bechmann, Lunz - Fery, Krämer - Häcker (46. Man. Müller), Pigl, Krautschneider (16. Kleinhenz) - Jäckel.