"Das Ergebnis geht wohl in Ordnung", meinte Fuchsstadts verletzter Spielmacher Simon Bolz in der 88. Minute. Dass da noch ein Tor fallen würde, glaubte auch er nicht. Doch mit dem vorletzten Angriff im Spiel setzte Christoph Mützel noch einmal Johannes Feser ein, der kurz vor dem Torschuss vom eingewechselten Christoph Baier von den Beinen geholt wurde. Und diese Möglichkeit ließ sich Patrick Stöth nicht entgehen. "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt", sagte SV-Spielertrainer Andrzej Sadowski geknickt. Der trieb trotz früher Gelber Karte sein Team immer wieder an, das aber aus der optischen Überlegenheit nichts Zählbares machte. Auch bei den "Füchsen" herrschte Ladehemmung. Die SV-Deckung um Manuel Krieter, Marco Niebling und den Ex-Fuchsstädter Michael Mützel machte geschickt die Räume eng.

Nachdem Philipp Sauermann nach Vorlage von Andreas Ermisch die Kugel über den Kasten gedroschen hatte, machte es Goalgetter Johannes Feser drei Minuten später besser. Nach Pass von Harald Bayer hob er die Kugel über den herausstürzenden Bastian Reusch ins Netz. Den Grün-Weißen passte der Gegentreffer natürlich nicht ins Konzept. "Danach haben wir aber die Spielregie übernommen", sah SV-Vorsitzender Thomas Leiner motivierte Garitzer. Mit freudiger Stimme verkündete der auch als Stadionsprecher fungierende Leiner eine Viertelstunde später den Ausgleich. Andrzej Sadowski hatte mit einem Steilpass Stefan Glöckler auf die Reise geschickt, der seinen Trainer per Rückpass mustergültig bediente. Kurz vor der Pause zischte ein Flachschuss von Glöckler am langen Eck vorbei, der Heber von Sadowski flog aufs Tornetz.

Fuchsstadts Trainer Dirk Züchner, der sich im Laufe der Begegnung immer weniger mit der Schiedsrichterleistung anfreunden konnte, brachte mit Philipp Hölzer eine frische Kraft, die schnell im Spiel war. Erst scheiterte Hölzer an Reusch, dann brachte der FCler das Kunststück fertig, den Ball nach Bayer-Vorlage freistehend aus fünf Meter über den Winkel zu jagen. "So gewinnt man natürlich nicht", regte sich sein Coach über die vergebene Möglichkeit auf. Und noch mehr, als seine Mannen gar in Rückstand gerieten. Nach Ecke von Sandro Cazzella brachten die FCler den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Björn Schlereth bediente Johannes Schloßbauer, der flach einschoss. Das Tor leitete einen offenen Schlagabtausch ein, Nutznießer war Harald Bayer. Der fing im Mittelfeld einen SV-Pass ab, stürzte Richtung Reusch und wollte seinem Sturmkollegen Feser auflegen. In den Pass grätschte Michael Mützel hinein, der zu seinem Unglück aber das Spielgerät genau wieder Bayer auflegte.
Vor dem finalen 2:3 zauberte der Garitzer Torhüter, der sich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Kopfverletzung zuzog, einen Kopfball von Florian Thurn prächtig aus dem Toreck. Nach dem Unterspiesheimer Sieg bleibt es aus Fuchsstädter Sicht damit bei drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz.

Torfolge 0:1 Johannes Feser (23.), 1:1 Andrzej Sadowski (38.), 2:1 Johannes Schloßbauer (69.), 2:2 Harald Bayer (80.), 2:3 Patrick Stöth (Foulelfmeter/89.).

Zuschauer 170.

Garitz Reusch - M. Niebling, Krieter, Mützel - Voll (65. S. Cazzella), An. Sadowski, Schloßbauer, Ozorio (65. Baier), Glöckler, Flassig, Schlereth (75. Wiedamann).

Fuchsstadt Rösler, Ermisch, Thurn, Stöth, Sauermann - Ch. Mützel, Wolf, Wahler (46. Hölzer), Plehn - Bayer, Feser.

TSV Münnerstadt - DJk Schwebenried 2:1 (1:0) - Torfolge: 1:0 Michael Knysak (35.), 1:1 Manuel Weißenberger (56.), 2:1 Dominik Fiedler (92.).

"Am Schluss konnten einem die Schwebenrieder etwas leid tun, denn die hatten sich durch die Leistung im zweiten Durchgang eigentlich einen Punkt verdient", fand TSV-Pressesprecher Günter Scheuring. Der hatte gegen den Sieg natürlich nichts einzuwenden, den die Platzherren in einem ordentlichen Match einfuhren. Mit der ersten Großchance gingen die Mürschter in Führung: Nach einem einstudierten Freistoß-Trick netzte Michael Knysak ein. Die DJK versuchte sich sofort am Ausgleich, besonders ihr Angriffsduo David Fleischmann und Manuel Weißenberger "forderte unserer Deckung alles ab" (Scheuring).
Die Gäste, die den Klassenerhalt im Gegensatz zu den Lauertalern immer noch nicht in trockenen Tüchern haben, erhöhten nach Wiederanpfiff die Schlagzahl, hatten dann auch die klareren Möglichkeiten und kamen zum verdienten Ausgleich. Nach einer mustergültigen Hereingabe von Fleischmann musste Weißenberger nur noch den Fuß hinhalten. Weißenberger hatte in der 82. eine Top-Möglichkeit, scheiterte aber freistehend an TSV-Keeper Johannes Wolf.
Der staunte nicht schlecht, als Dominik Fiedler, der seit Jahren nicht mehr getroffen hat, auf Vorlage von Sebastian Halupczok die Nerven behielt und einnetzte. Noch nicht lange im Spiel, "war er dann fast nicht mehr einzufangen", grinste Scheuring, der hofft, dass die TSVler jetzt ein anständiges Saison-Finale zustandebringen. Mit 40 Punkten ist der Klassenverbleib jedenfalls beschlossene Sache.
Münnerstadt: Wolf - N. Müller (35. Beck, 85. Kessler), D. Mangold (80. Fiedler), Krell, Ballner - S. Halupczok, Schmitt, M. Knysak, Scheuring - Snaschel, Coprak.

TSV Röthlein - SV Obererthal 1:2 (0:2) - Torfolge: 0:1/0:2 Lukas Heid (8./13.), 1:2 Sebastian Wehner (Foulelfmeter/60.) - Gelb-rote Karten: Tobias Barth (75.), Christian Bollstetter (88./beide Röthlein).

Die Obererthaler lassen im Kampf um Platz zwei nicht locker. Angesichts der weiter bestehenden Personalprobleme war der Erfolg bei den zuletzt auf dem Kohlenberg erfolgreichen Röthleinern nicht unbedingt zu erwarten. Die kassierten früh den Rückstand, als SV-Libero Lukas Heid mit einem wuchtigen Freistoß TSV-Keeper Andreas Rückert schlecht aussehen ließ. Der gab fünf Minuten später erneut keine gute Figur ab, als eine Freistoßflanke von Heid unberührt durch den Sechzehner segelte und im langen Eck einschlug. "Das war für uns irgendwie ein Genickschlag", wusste TSV-Trainer Klaus Keller, der seinen Vertrag übrigens verlängert hat.
Die Gastgeber, die ebenfalls auf einige Stammkräfte verzichten mussten, kamen in einer schwachen Partie nie richtig in Tritt und vermochten das von Florian Rottenberger gehütete Tor kaum zu gefährden. Der stand hinter einer sattelfesten Abwehr, die die TSV-Angreifer Baake und Schönlein kaum zur Entfaltung kommen ließ. "Wir waren in der ersten Halbzeit ja gar nicht auf dem Platz, die Standpauke in der Kabine zeigte aber Wirkung" (Keller). Denn nach der Pause setzten die Einheimischen zu einem Sturmlauf an, der mit dem Anschlusstreffer belohnt wurde. Nach Foul an Patrick Wegner verkürzte TSV-Kapitän Sebastian Wehner per Strafstoß. Die sich jetzt einigelnden Rot-Weißen, bei denen unter anderen Mittelfeldmotor Marcel Gerber verletzungsbedingt fehlte, profitierten allerdings von Undiszipliniertheiten der Keller-Elf, die in zwei Ampelkarten mündeten. Apropos Gerber: Der erst im vergangenen Herbst geholte Ex-Profi verlässt die Kubo-Elf wieder und wird zukünftig beim Absteiger DJK Dampfach an den Ball treten. Das ist natürlich schade", findet Abteilungsleiter Manfred Rüth, "war aber nicht zu verhindern". Der lobte wieder einmal die Seinen und war über das Comeback von Marius Kubo sehr erfreut.
Obererthal: Rottenberger - Heid - O. Graup, F. Hofbauer, J. Rüth - Bold, T. Brust, F. Böhm (85. Kubo), J. Schmitt - D. Böhm, B. Brust sbp