FC 05 Schweinfurt - FC Memmingen: Wo kann's allerweil noch hingehen mit dem FC 05? Am 7. Oktober steigt das brisante Derby gegen die Würzburger Kickers. Wird das ein absolutes Spitzenspiel? Durchaus denkbar: Denn wenn die Himmelsstürmer aus Schweinfurt ihren famosen Lauf auch nur annähernd fortsetzen können, ist der Freitagabend-Job (19.30 Uhr) gegen den FC Memmingen ein lösbarer und sind selbst die beiden anstehenden Schwerstarbeiten gegen 1860 München und in Augsburg nicht zwingend von Haus aus Nullnummern. Fakt ist aber: Angesichts der zuletzt durchweg sehr engen Angelegenheiten - Trainer Gerd Klaus spricht von "50:50-Spielen" - dürfen die Nullfünfer in ihrem Powerfußball nicht ein Prozentpünktchen nachlassen.

Fußball ist nicht alles

Das weiß auch Manuel Müller.
Der vor der Saison vom SV Memmelsdorf gekommene Innenverteidiger warnt davor, das bis dato Erreichte als halbe Miete auf dem Weg zum Ligaver bleib einzuordnen: "Das wäre vermessen, wir dürfen uns auf keinen Fall zurücklehnen. Ich sehe uns langfristig im Mittelfeld." Dass es nur mit 100 Prozent Laufbereitschaft und Kampfgeist geht, ist dem Bamberger präsent. Aber auch, dass das mit den mehrmaligen 51:49 Prozent in der Waagschale nicht Zufall ist: "Das ist unsere Mentalität. Wir verstehen uns wirklich alle super, auch wir Neuzugänge sind klasse aufgenommen worden." Der FC 05 ist fraglos ein Höhepunkt in der Karriere des BWL-Studenten. Von der C- bis zur A-Jugend war er in der Nachwuchsabteilung des 1. FC Nürnberg aktiv, und begegnete dort "auch den negativen Seiten des Fußballsports. Da bist du eine Nummer und ganz schnell austauschbar". Klingt nach geplatztem Traum vom Profi. "Natürlich denkt man da drüber nach. Aber ich bin Realist. Fußball ist wichtig, aber nicht alles. Auf dem Platz will ich jedes Spiel gewinnen, doch es gibt im Leben auch wichtigere Dinge, beispielsweise den Beruf."
In der Regionalliga angekommen zu sein, ist für Müller "in Ordnung, für eine große Karriere bin ich trotz meiner 22 Jahre wohl schon zu alt." Spräche also nichts gegen ein langfristiges Engagement beim FC 05. Doch Müller bleibt auch da gelassen: "Ich denke nur von Jahr zu Jahr." Nur zum FC Eintracht Bamberg, wo er in der Jugend mal gekickt hat, kann er sich nicht vorstellen zu gehen: "Da bin ich nicht so der große Fan davon, man hört da so viel. Da hat Schweinfurt den deutlich besseren Ruf." Sportleiter Rüdiger Mauder wird's gern hören. Er kann sich auf seinen Innerverteidiger als einen schnörkellosen Fußballer verlassen. "Manuel passt genau in unser Anforderungsprofil: jung, talentiert und gut ausgebildet - keine Ergänzung, sondern eine Verstärkung."
Wie das Gros der Zugänge, von denen nach seiner zweiwöchigen Rotsperre Müllers Innenverteidiger-Kollege Johannes Bechmann wieder ins Team zurückkehrt. Michael Krämer hat zudem seine Verletzung auskuriert. "Jetzt kommen wir wieder dahin, dass wir mehr Alternativen haben", ist Mauder durchaus optimistisch, dass der aktuelle Lauf noch nicht beendet sein muss. "Unser Plus ist die hohe Qualität auf der Bank."
Auf der Bechmann sicher nicht Platz nehmen muss. Sein Comeback in der zentralen Defensive ist jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Aus für Müller. Zwei Varianten sind denkbar: Er weicht auf rechts aus, damit Daniel Mache wieder offensiver eingesetzt werden kann, oder Joseph Mensah rückt aus der Innenverteidigung wieder ins defensive Mittelfeld. Überhaupt wird es der FC 05 gegen Memmingen offensiver als zuletzt angehen. Der Gast aus dem Allgäu ist angeschlagen, hat nur eines der letzten fünf Punktspiele gewonnen und kam vor Wochenfrist beim 1:6 gegen Fürth mächtig unter die Räder. Beim FC 05 fehlt Michael Kraus nach seiner fünften Gelben Karte.