1. FC Nürnberg II - FC 05 Schweinfurt (Samstag, 14 Uhr)

Nürnberg, da war doch was? Ja. Und zwar einiges, was dem FC 05 nicht so ganz geschmeckt haben dürfte. In der vergangenen Saison setzte es zu Hause ein 1:2 gegen die Club-Reserve, auswärts im April dann ein, zugegeben dem pokalbedingten Schongang geschuldetes 0:5 - und zuletzt verloren die Schweinfurter in Eckenhaid ein Vorbereitungsspiel mit 3:4 just gegen diesen Auftakt-Gegner der am Donnerstag mit einem 1:4 zwischen Memmingen und den Münchner Löwen eröffneten Regionalliga-Runde.


Abgeklärt vor dem Tor

Kein Wunder also, dass Trainer Gerd Klaus sagt: "Es gibt bessere Aufgaben zu Beginn als diese Nürnberger." Die nämlich hatten im Test mit für junge Reserve-Mannschaften ungewohnter Zweikampfführung geglänzt: bissig und früh attackierend. Und vor dem Tor wirkten die Mittelfranken bisweilen abgeklärter als die dank ihrer zahlreichen Neuzugänge endgültig reifen Schweinfurter. "Wir haben aus dieser Partie viel gelernt", so Klaus über die anvisierte Richtigstellung der Kräfteverhältnisse. "Wir müssen in diesen Zweikämpfen entsprechend dagegenhalten und dieses schnelle Forechecking des Gegners annehmen." Reiner Geyer, der neue Nürnberger U23-Trainer, hat das Gesicht der Mannschaft ganz schön geändert, einer Mannschaft, die die Abgänge so etablierter Kräfte wie Ivan Knezevic (SpVgg Bayreuth) oder Dominic Baumann (FC Würzburger Kickers) offenbar gut verdaut hat.


Anderer Zustand als im Test

Doch Klaus weiß freilich auch, dass seine Spieler, die sich in der Rolle der abgezockten Profis gewähnt hatten, sich in Eckenhaid anfangs überrumpeln ließen, auch weil sie zu diesem Zeitpunkt gerade in einer harten Phase der Vorbereitung waren: "Jetzt sind wir körperlich in einem ganz anderen Zustand." Der Coach kann dabei aus dem Vollen schöpfen, außer den Langzeitverletzten Nicolas Görtler (Rekonvaleszent nach Kreuzbandriss) und Lukas Billick (Sprunggelenk gebrochen) hat die medizinische Abteilung des FC 05 alle angeschlagenen Akteure rechtzeitig wieder fit bekommen. Setzen will Klaus ("zwei, drei Positionen sind Bauchentscheidungen") aber zunächst überwiegend auf bewährtes Personal. Gesetzt sind von den acht Neuen nur Torwart Alexander Eiban und Sechser Lukas Kling, von den Arrivierten Philip Messingschlager rechts hinten, Steffen Krautschneider und Marius Willsch auf den Flügeln, Kevin Fery und Nikola Jelisic im Mittelfeld und ganz vorn Adam Jabiri.


Konkurrenz in der Verteidigung

Und auch Kapitän Marco Janz wird spielen, wenngleich er dank der Konkurrenz von drei gleichwertigen Innenverteidigern nicht zwingend auf 36 Saisonspiele abonniert ist. Für Gerd Klaus ist das auch kein Beinbruch, wenn ein Kapitän mal draußen ist: "Ein Kapitän muss die Mannschaft mit mir führen können, dazu muss er nicht zwingend immer spielen." Einfluss hatte der Coach auf die Wahl erstmals in seiner Laufbahn ohnehin nicht, das übernahm diesmal die Mannschaft alleine. Die Kapitän Nummer zwei bis vier sind übrigens Billick, Kling und Jabiri.

Im Vorfeld der Partie meldete der FC 05 eine Veränderung auf der Sponsorenliste. Die BVUK-Gruppe, eine auf betriebliche Altersversorgung und Absicherung gegen Berufsunfähigkeit spezialisierte Versicherung mit Sitz in Würzburg, weitet künftig ihr Engagement aus. Bisher war sie Namensgeber des VIP-Zeltes im Willy-Sachs-Stadion, für die nächsten drei Jahre ziert nun deren Logo die Ärmel der 05er. Selbstverständlich bereits in Nürnberg - wo überraschend nicht, wie in den vergangenen Jahren, aus Sicherheitsgründen im großen Stadion gespielt wird, sondern auf dem Trainingsgelände am Valznerweiher.