TuS Fürstenfeldbruck - HSC Bad Neustadt-Rhön 31:26 (16:16).
Die Stimmung war bei den HSClern nach dem Abpfiff aufgrund der dritten Niederlage in Folge naturgemäß gedrückt, doch auch von Wut geprägt. "Wir haben wieder zu leichte Fehler gemacht", so Coach Margots Valkovskis in seinem Statement am Sonntagvormittag. "Aber was uns schwer zu schaffen gemacht hat, um es einmal vorsichtig auszudrücken, waren die vielen Unterzahlsituationen in der Schlussphase."

In seiner Kritik an den württembergischen Unparteiischen hielt er sich vornehm zurück, dass diese jedoch mit zweierlei Maß entschieden, wird schon an der Statistik (4 - 18 Minuten) deutlich. Obwohl sich beide Seiten wie erwartet in Sachen Einsatz nichts schenkten, wurden bei den Gastgebern öfters mal die Augen zugedrückt. Diese nahmen insbesondere ihren letztjährigen Mannschaftskameraden Falk Kolodziej in die Mangel.
"In einer Situation hatte ich die Rote Karte erwartet, der Gegenspieler bekam dann nicht einmal eine Zeitstrafe", so Valkovskis fassungslos. Die Partie begann aus Sicht der Kurstädter, die mit der offensiven Deckung des Kontrahenten gerechnet hatten, gut. Unbeeindruckt von der stimmungsvollen Kulisse gingen die Unterfranken durch ihren erfolgreichsten Schützen, Rechtsaußen Jan Wicklein, schon in der ersten Minute in Führung, die vor 800 Zuschauern erst ausgebaut, dann verteidigt wurde. Eine Hinausstellung von Vilim Leskovec führte allerdings prompt zum Ausgleich. Die Saalestädter lagen nach dem einzigen Leskovec-Treffer nach einer Viertelstunde in Front (8:7), gerieten nach zwei Zeitstrafen kurz hintereinander dann erstmals in Rückstand (8:9). Kaum hatte Konstantin Singwald das 10:10 erzielt, durfte auch er sich erst einmal zur Strafbank begeben. Von diesen misslichen Umständen zunächst unbeeindruckt, wendeten Gary Hines, der sich verbessert präsentierte, und Wicklein das Blatt zum 12:11. Der Ein-Tore-Vorsprung hielt bei Gäste-Treffern durch Franziskus Gerr, Felix Wolf und Singwald bis kurz vor dem Seitenwechsel, mit dem Ausgleichstreffer des heimischen Torjägers Sebastian Meinzer (7) ging es in die Kabine.

Ausgeglichen verlief die Anfangsphase der zweiten Halbzeit, ehe die Oberbayern mit 22:19, dann mit 24:21 in Führung gingen. Der Rückstand hätte ein noch höheres Ausmaß annehmen können, wenn Daniel Wegele während der zweiten Zeitstrafe für Leskovec nicht einen Siebenmeter pariert hätte. Diese Glanztat sorgte bei seinen Vorderleuten für einen Schub, der sie nach einem Wicklein-Tor zum 25:24 zehn Minuten vor dem Abpfiff den Anschluss finden ließ. Doch von da an agierten die Rot-Weißen fast nur noch in Unterzahl. Während einer Zeitstrafe für Singwald (51.) erhöhte Meinzer mit einem Doppelpack auf 27:24, die folgende Zeitstrafe für Gerr (53.) nutzte Philipp Ball (4) mit zwei Treffern zum 29:24. Die Vorentscheidung war fünf Minuten vor dem Abpfiff gefallen, da nutzten auch die Tore von Kolodziej zum 29:25 und Wicklein zum Endstand nichts mehr. Kurz zuvor war Leskovec nach der dritten Zeitstrafe disqualifiziert worden. "Man hat den Spielern in der letzten Viertelstunde schon die Verunsicherung nach den letzten Misserfolgen angemerkt", lautete das Schlussfazit ihres Trainers, "wir haben uns auf der Heimfahrt aber schon auf einen Heimsieg am nächsten Samstag gegen Auerbach eingeschworen".
Tore für den HSC: Jan Wicklein (9/1), Gary Hines (5), Konstantin Singwald (4), Maxi Schmitt (2), Felix Wolf (2), Franziskus Gerr (2), Vilim Leskovec 1, Falk Kolo