Zwei Spiele trennen die Kissinger Wölfe (3./11) noch von den begehrten Playoffs, zwei Mal heißt der Gegner ERSC Amberg (6./7). Die Wölfe um Spielertrainer Mikhail Nemirovsky reisen zunächst an diesem Freitag zu den Wild Lions, die dann am Sonntag im Wolfsbau an der Saale zu Gast sind. Nach den Siegen in Vilshofen und Erding haben die Kissinger Wölfe beste Karten. Sollten sie in Amberg gewinnen, ist die Qualifikation sicher, ansonsten ist mit den eigenen Fans im Rücken am Sonntag immer noch alles drin. Doch Vorsicht und volle Konzentration sind geboten, denn mit zwei Siegen könnten auch die Amberger noch in die Playoffs einziehen.


Voll auf Sieg

Mögliche Rechenspiele interessieren Mikhail Nemirovsky nicht.
"Wir schauen nur auf uns und wollen alle Spiele gewinnen." Dabei ist für Spannung gesorgt, denn zeitgleich um 20 Uhr empfängt am Freitag der EV Fürstenfeldbruck (5./8) den ESC Vilshofen, der als Vierter mit zehn Punkten derzeit den letzten Playoff-Platz belegt. Am Sonntag ist dann der TSV Erding (1./22) in Fürstenfeldbruck zu Gast, während Vilshofen beim ERV Schweinfurt (2./16) anzutreten hat. "Mit zwei Siegen ist für uns noch Platz zwei möglich, denn Vilshofen ist eine ganz erfahrene Truppe, gegen die sich der ERV schwer tun wird", spekuliert der Kissinger Coach dann doch ein wenig auf den zweiten Platz.
Der Kissinger Kader ist weitgehend komplett. "Lediglich hinter Pavel Savchenko steht ein kleines Fragezeichen und Jan Pantkowski muss am Freitag in Kassel noch eine Prüfung schreiben. Da steht ein Privatauto parat, das ihn nach Amberg bringt", hofft der Spielertrainer auf den Einsatz seines Verteidigers. Die Stimmung im Team und die Beteiligung am Training stimmen "Nemo" zuversichtlich, der aber selbst etwas nachdenklich wird. "So ein Jahr ist im Eishockey ganz schnell vorbei, und wenn du die Chance hast, die Playoffs und vielleicht sogar etwas Großes zu erreichen, musst du alles dafür tun." Die Wölfe wollten als Verstärkung noch ihren ehemaligen Mitspieler Alexander Engel von den Harzer Falken aus Braunlage verpflichten, doch der Verein verweigerte die Freigabe. "Wir haben unsere wechselwilligen Spieler immer gehen lassen, aber die anderen Vereine stellen an uns immer Forderungen", ärgert sich der Kissinger Coach. Einer dieser Spieler war übrigens Roman Göldner, der während der Saison von der Saale an die Vils wechselte - und an diesem Freitag gegen seinen ehemaligen Verein nicht spielen kann. Göldner handelte sich beim 3:4 der Amberger in Vilshofen mit zwei Disziplinarstrafen eine Sperre ein.
Trotz der hitzigen Atmosphäre im Rundenspiel in der Kissinger Eishalle, als sich "Nemo" nach Provokationen des Ex-Kissingers Andreas Hampl eine Matchstrafe einhandelte und einen Amberger Fan unabsichtlich verletzte, ist das Spiel für den Coach kein außergewöhnliches. "Ich habe im Eishockey schon so viel erlebt. Natürlich tut mir die Verletzung des Fans leid, aber ich habe nichts falsch gemacht", verweist Nemo auf entsprechende Aussagen der Amberger. Er fordert von seinen Mannen Disziplin und, dass sie ihre Qualitäten ausspielen. "Mit dem nötigen Selbstvertrauen kann jeder über sich hinaus wachsen. Ich verlange in jedem Spiel Spaß und harte Arbeit", wiederholt Nemo sein Credo gerne. Die Chance für die Playoffs wollen sich die Wölfe auf keinen Fall entgehen lassen. Und am Sonntag soll dann in einer vollen Bude in der Eishalle an der Saale schon mal die Einstimmung auf die entscheidenden Spiele folgen.