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LKR Bad Kissingen
Fußball

Wer weiß was über die Jugendsondergruppe?

Anfang der 70er Jahre wurde im Fußballkreis ein exotisches Konstrukt gebildet, über das heute nur noch wenig bekannt ist.
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Unser Bild zeigt das Meisterteam des SV Wildflecken aus der Saison 1972/73 mit (hinten, von links) Jugendleiter Herbert Schumm, Michael Dömling, Gerd Strömel, Joachim Plobner, Bernhard Kleinhenz, Karl-Heinz Strömel, Udo Albert, Klaus Richter, Peter Wachsmann und Harald Reinhart sowie (vorne, von links) Roland Reitelbach, Helmut Fiedler, Horst Weingärtner und Günter Schneider. Foto: Archiv SV Wildflecken
Unser Bild zeigt das Meisterteam des SV Wildflecken aus der Saison 1972/73 mit (hinten, von links) Jugendleiter Herbert Schumm, Michael Dömling, Gerd Strömel, Joachim Plobner, Bernhard Kleinhenz, Karl-Heinz Strömel, Udo Albert, Klaus Richter, Peter Wachsmann und Harald Reinhart sowie (vorne, von links) Roland Reitelbach, Helmut Fiedler, Horst Weingärtner und Günter Schneider. Foto: Archiv SV Wildflecken

Ein seltsames Wortgebilde: Jugendsondergruppe II. Liest sich wie ein Begriff aus der Verwaltung oder einer Behörde. Hat aber tatsächlich mit Jugendfußball zu tun. Und ist irgendwie ein kleines Kuriosum. Die Spurensuche führt in die frühen 70er Jahre. Genauer gesagt in den Spätsommer 1972, als die Saison in dieser ungewöhnlichen Liga begann. Mit Dabei: Joachim Plobner, der sich für seine private Fußball-Chronik auf Recherche begeben und die Sportredaktion auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat. Der heute 64-Jährige war von seinem Heimatverein SC Oberbach zum SV Wildflecken gewechselt, um mit seinem neuen Verein auf Anhieb Meister zu werden, ungeschlagen mit 39:1 Punkten vor dem TSV Maßbach. Der hartnäckigste Rivale hatte dem SVW auch den einzigen Punktverlust beigebracht beim spektakulären 4:4-Remis.

Diskussionen im Vorfeld

Damit hatten sich die Rhöner qualifiziert für die Aufstiegsrunde zur Kreisliga Schweinfurt. Weitere Vereine in dieser Premieren-Saison waren der SV Ramsthal, Viktoria Untererthal, FC Poppenlauer, FC Hammelburg, FC Elfershausen, TSV Wollbach, TSV Hausen, TSV Oerlenbach und SV Garitz. Die Jugendsondergruppe wurde nach langen Diskussionen und vielen Sitzungen vom Verband installiert als Untergruppe zur Kreisliga. Joachim Plobner, der in jungen Jahren sowohl als Torwart wie auch als Feldspieler agierte und seine Karriere 1983 beim SV Wildflecken beendete, erinner sich an so manches Schmankerl aus dieser Zeit. "Bei unserem 4:2-Sieg in Ramsthal lagen gefühlt 40 Zentimeter Schnee auf dem Platz. Das muss damals das einzige Spiel im Bezirk gewesen sein. Und für die Spieler des TSV Wollbach gab es eine Sonderregelung. Weil viele in der Gastronomie oder für Bäcker gearbeitet haben, durften die Jungs statt am Samstag am Sonntagfrüh um 11 Uhr spielen."

Auch beim TSV Oerlenbach gibt es nur vage Erinnerungen. "Unser Schüler-Team ist 1971/72 überlegen Meister geworden mit 43:1 Punkten und 147:9 Toren. Das war die Zeit mit Spielern wie Klaus Kos, Peter Sieber, Peter Braun und Wolfgang Wurster im Tor. Jugendleiter damals war Waldemar Stößer. Aufzeichnungen zufolge wurden diese Jungs später hinter dem FC 06 Bad Kissingen Zweiter in der Jugendsondergruppe mit 81:22 Toren und 33:7 Punkten", sagt der ehemalige und langjährige TSV-Vorsitzende Paul Küthe.

Noch heute trifft sich Joachim Plobner, der längst in Burkardroth lebt, mit den ehemaligen Teamkollegen vom SV Wildflecken. Und würde sich fürs private Archiv über die ein oder andere Rückmeldung zur Jugendsondergruppe freuen.