Die Ostereiersuche sollte man schon am Ostersonntag hinter sich bringen, den Morgen des Ostermontags kann man schließlich anders nutzen und in Hammelburg beim Osterlauf antreten. Bereits zum siebten Mal startete am Sportzentrum eine bunt-gemischte Truppe an Läufern. Jung und Alt, halbe Profis und Hobbysportler. Im vergangenen Jahr gingen 204 Läufer an den Start. "Wenn wir die 200 wieder schaffen, sind wir zufrieden" , sagte Hauptorganisator Roland Leurer - es wurden sogar 232. Viele Sportler hatten sich noch am Morgen nachgemeldet.

Bevor der Startschuss für die 5,6 Kilometer und die 10 Kilometer fällt, stehen zwei besondere Läufe an. Der Häschenlauf über 600 Meter und der Schülerlauf mit 1,5 Kilometern. Passend zu Ostern läuft den ganz kleinen Sportlern beim Häschenlauf ein Hase bis ins Ziel voraus. Die Schüler meistern die Stecke alleine oder mit Unterstützung der Erwachsenen. Beim achtjährigen Loris Häusler übernimmt das die Patentante Ingeborg Joa. Sie ist Mitglied bei den Hammelburger Tausendfüßlern und hat ihr Patenkind schon häufiger zu deren Lauftreffen mitgenommen. Zusammen haben die beiden auch schon in der Woche zuvor die 4,2 Kilometer-Strecke beim Lauf in Ramsthal gemeistert. Auf die Frage, ob er dann bald auch schon bei den Großen mitläuft, sagt Loris ohne zu zögern "Ja". Für den Nachwuchs wäre also schon gesorgt.


Team Geritrea

Sieger des 5,6 Kilometer-Laufes wurde Esseyas Hadush, ein junger Mann aus Eritrea. Zusammen mit zwei weiteren Läufern und ihren Betreuerinnen Janina Seyler und Sabine Treutlein bilden sie das Team Geritrea. Die Jungs sind seit September 2014 in Deutschland, genauer gesagt in Würzburg, wo sie von der evangelischen Kinder- und Jugendhilfe betreut werden. "Beim Würzburger Residenzlauf sind sie das erste Mal gelaufen und waren überraschend schnell, das hat sie angefixt", erzählt Janina Seyler. "Bevor sie hier hergekommen sind, haben sie zwar Sport gemacht, aber sind nie so konzentriert gelaufen." Einem anderen Team geht es ähnlich. Die U-19-Fußballmannschaft des SC Diebach trat gemeinsam beim 10-Kilometer-Lauf an. "Das ist mal ein schöner Ausgleich zu den üblichen Trainingseinheiten. Außerdem fördert es den Teamgeist, da wir in Gruppen angetreten sind. Wenn einer mal nicht mehr kann, wird er von der Gruppe motiviert weiter zu machen", so Trainer Michael Leiber.


Pfeilschneller Wetteskind

Schnellster des Hauptlaufs war nicht unerwartet Michael Wetteskind von der DJK Schweinfurt, der für die zehn Kilometer nicht einmal 35 Minuten benötigt hatte. Nach nur 40 Minuten kommt mit Anna Roth die erste Frau ins Ziel. Als Mitglied bei den Tausendfüßlern war der Osterlauf ein Heimspiel für sie. Schon in der Woche zuvor lief sie beim Ramsthaler Halbmarathon ganz vorne mit. Speziell trainiert habe sie allerdings nicht. "Ich gehe je nach Lust und Laune so dreimal in der Woche joggen." Jörg Jaedicke, ehemaliger Sportlehrer am Frobenius-Gymnasium Hammelburg, meint: "Das Laufen hat die Anna beim Mini-Marathon am Gymnasium gelernt." Der Mini-Marathon ist fünf Kilometer lang und findet immer am letzten Schultag vor den Herbstferien statt. Sowohl bei diesem Schüler-Marathon als auch beim Osterlauf hat Jörg Jaedicke seine Finger im Spiel. Er ist der Erfinder des Osterlaufes und weiß, was für eine Arbeit dahinter steckt, bevor die über 200 Läufer hier an den Start gehen können. Früher war er noch der Hauptorganisator, heute sagt er von sich selbst: "Ich bin eher der Grüß-Gott-Onkel, denn man kennt einfach viele Leute."


Eine eingespielte Truppe

Viele der Läufer sind jedes Jahr aufs Neue dabei. "Das freut einen, weil man merkt, dass man nicht alles falsch gemacht hat." Seinen Job als Hauptorganisator hat Jaedicke vor zwei Jahren an Roland Leurer abgegeben. Früher war er Mittelstreckenläufer, heute ist er hobbymäßig bei den Tausendfüßlern dabei. Um selbst mitzulaufen, dafür ist er viel zu beschäftigt. Und auch im Voraus gab es so einiges zu tun. "Vor allem das Organisieren der Preise ist viel Arbeit, dann muss man sich mit der Feuerwehr absprechen und mit der Stadt, die die Strecke freigeben muss. Das alles ist natürlich immer mit Gebühren verbunden", erklärt Leurer und lobt sein tolles Team: "Ich hatte 50 bis 60 Helfer, eine riesen Mannschaft, die super eingespielt ist. Ohne die geht es nicht!"
Nachdem alle Läufer das Ziel erreicht haben, kehren Publikum, Läufer und Organisatoren in die TV/DJK-Halle zu Kaffee und Kuchen und natürlich zur Siegerehrung ein. Moderiert von Jürgen Kunkel, der bereits in den Stunden zuvor gewohnt kompetent und unterhaltsam seinen Job am Mikro verrichtet hatte. Der gemütliche Ausklang dieser stimmungsvollen Veranstaltung ist für das Organisations-Team zugleich der Startschuss für 2017. Die Tausendfüßler wollen schließlich auch im nächsten Jahr viele Freunde und Hobbysportler zum dann achten Osterlauf willkommen heißen.