Martin Schneider gelang das, wovon viele Fußballer träumen: ein Bundesliga-Spiel zu absolvieren. Nach seinem Debüt am 31. Juli 1987 im Trikot des 1. FC Nürnberg folgten aber noch 379 weitere. Der Schweinfurter lief zudem acht Mal für die deutsche U-21-Nationalmannschaft auf (ein Tor). Aus diesem regen Leben gibt es viel zu erzählen.

Herr Schneider, wie haben Sie die Corona-Krise erlebt und mit welchen Erwartungen gehen Sie in die nächsten Monate?

Martin Schneider: In meinem Privatleben hat sich die Corona-Krise nur wenig ausgewirkt. In sportlicher Hinsicht musste ich auf meine Fußballspiele mit der Weisweiler-Elf und der Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg verzichten. Auch das Fußballschauen war durch die Geisterspiele etwas befremdlich.

Ihre gegenwärtige Form?

Im Oktober hatte ich eine Knieoperation, fühle mich aber ansonsten topfit.

Für welchen Sport bewegen Sie sich noch?

Natürlich Fußball, ich spiele einige Benefizspiele für die Weisweiler-Elf und für die Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg.

Und was bewegt Sie?

Menschliches und tierisches Leid auf der Erde.

Wofür wären Sie heute gerne noch mal jünger?

Um in den vielen neuen Stadien spielen zu können.

Was schätzen Sie am Älterwerden am meisten?

Erfahrung und Gelassenheit.

In welche Zeit würden Sie mit einer Zeitmaschine reisen und warum?

In die Römerzeit. Ich würde dann als Gladiator im Kolosseum auftreten.

Ihr Lieblingsort?

Rom, eine der schönsten Städte der Welt.

Was haben Sie vom Leben gelernt?

Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen.

Und was hat Sie der Sport gelehrt?

Disziplin.

Bei welchem Thema werden Sie angriffslustig?

Kindesmissbrauch.

Und wen oder was würden Sie immer verteidigen?

Meine Familie.

Wie waren die ersten Wochen/Monate nach Ihrem Karriereende in der Familie?

Nicht angenehm, da ich mich in der Scheidungsphase befand und zum Sportinvaliden wurde. Aber meine Eltern haben mir viel geholfen.

Welchen Moment Ihres Lebens würden Sie gern noch mal erleben?

Meine Fußballzeit bei der DJK Schweinfurt und die Zeit in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft.

Welches sportliche oder menschliche Foul würden Sie gerne rückgängig machen?

Keines.

Wenn Sie nicht Sportler geworden wären - was dann?

Postbote.

Ihr Lieblingssportler heute?

Lionel Messi.

Was war das größte Abenteuer Ihres Lebens?

Drei Wochen mit dem Rucksack durch Vietnam.

Nach wessen Pfeife tanzen Sie heute?

Nach meiner eigenen.

Worüber haben Sie zuletzt gelacht?

Ich lache so oft, kann ich nicht sagen.

Was regt Sie auf?

Launische und überhebliche Menschen.

Wen bewundern Sie - und wofür?

Ehrenämtler, also Menschen, die sich sozial engagieren.

Wer oder was macht Sie glücklich?

Viele Kleinigkeiten.

Und vor welchem Unglück fürchten Sie sich?

Krieg.

Was möchten Sie noch lernen?

Japanisch, um mich mit meinem Freund Yu Shimamura in seiner Landessprache zu unterhalten.

Was möchten Sie unbedingt noch erleben?

Ich habe schon sehr viel erlebt und bin dafür dankbar. Den Rest nehme ich, wie er kommt.

Wovon träumen Sie?

Frieden.

Welche Botschaft würden Sie jungen Sportlern gerne mitgeben?

Alles dem Sport unterordnen.

Als wer oder was würden Sie wiedergeboren werden?

Als unser Hund.

Das Gespräch führte Dominik Großpietsch