An diesem Wochenende startet mit dem Ligapokal ein neuer Wettbewerb im Amateurfußball in Unterfranken. Da es keine reguläre Saison 2020/21 geben wird, sondern die 2019 begonnene und noch laufende Runde über das Jahr 2020 hinaus verlängert ist, hat der Bayerische Fußball-Verband einen zusätzlichen Wettbewerb ersonnen, um seinen Mannschaften nicht nur Spielzeit zu ermöglichen, sondern mit Aufstieg oder Klassenerhalt auch einen sportlichen Anreiz zu bieten. Wir beantworten zum Start die wichtigsten Fragen zum Ligapokal.

Wer nimmt am Ligapokal teil?

Grundsätzlich konnten alle Mannschaften einer Ligaebene teilnehmen. Die Teilnahme ist allerdings freiwillig. Aus der Bezirksliga und Kreisliga sind alle Mannschaften dabei. So wird der Ligapokal in der Bezirksliga mit allen 31 Mannschaften aus den Staffeln Ost und West ausgespielt. Je tiefer aber die Liga, umso mehr Mannschaften, vor allem zweite und manche dritte, haben sich nicht für diesen Wettbewerb angemeldet. In den unterfränkischen Kreisen Würzburg, Schweinfurt und Rhön nehmen rund 85 Prozent der Teams teil.

Im Kreis Würzburg startet der Ligapokal in der Kreisliga mit 32, in der Kreisklasse mit 55, in der A-Klasse sogar mit 66 und in der B-Klasse mit 39 Mannschaften. Im Kreis Schweinfurt wird der Ligapokal in der Kreisliga mit 29, in der Kreisklasse mit 53, in der A-Klasse mit 53 und in der B-Klasse mit 42 Mannschaften ausgetragen. In der Rhön sind 16 Teams aus der Kreisliga, 24 aus der Kreisklasse sowie je 31 aus der A- und B-Klasse vertreten.

Um was geht es im Ligapokal?

In der Bezirksliga, Kreisklasse, A-Klasse und B-Klasse steigt der Ligapokalsieger in die jeweils höhere Liga auf, sofern er in seiner Spielklasse nach Saisonende nicht auf einem direkten Abstiegsplatz oder auf einem Abstiegsrelegationsplatz steht. In diesem Fall hält er die Spielklasse und die Zahl der Absteiger verringert sich um eine Mannschaft. Eine Ausnahme gilt in der Kreisliga: Hier qualifiziert sich der Ligapokalsieger für ein Playoffspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga. Dabei treten die Sieger der Kreise Würzburg und Aschaffenburg sowie Schweinfurt und Rhön gegeneinander an.

Steht der Sieger der Trostrunde am Saisonende auf einem Abstiegsplatz, hält er die Liga und spielt auch in der nächsten Saison der gleichen Spielklasse. Auch dann verringert sich die Zahl der Absteiger. Das gleiche gilt, wenn er den Abstiegsrelegationsplatz belegt. Auch dann nimmt nicht er an der Relegation teil, sondern die in der Tabelle folgende Mannschaft.

Alle teilnehmenden Mannschaften treten in der Vorrunde zunächst in einer Gruppe an. So viel steht fest, mehr aber nicht. Nach der Vorrunde verbleiben alle Mannschaften im Wettbewerb und teilen sich je nach ihrer Platzierung auf: in eine Finalrunde und in eine Trostrunde. Ob die Gruppenphase wie geplant mit Hin- und Rückspielen stattfinden kann oder verkürzt werden muss, ist ungewiss. Auch wie es in der anschließenden Final- und Trostrunde weitergeht, hängt davon ab, ob und wie viele Spiele ausgetragen werden können. "Momentan können wir schwierig planen", gibt Schweinfurts Kreisspielleiter Gottfried Bindrim zu. Ursprünglich wollte er nach der Vorrunde die Zwischenrunde erneut in Gruppen spielen, jedoch gehe es womöglich auch im Kreis Schweinfurt nach der Absage aller Spiele bis zur Bezirksebene an diesem Wochenende mit K.-o.-Runde weiter. "Ich bin um jedes Wochenende froh, an dem ich noch Spiele ansetzen kann", sagt Würzburgs Kreisspielleiter Marco Göbet.

Wann findet der Ligapokal statt?

Geplant ist, dass die Vorrunde ab dem Wochenende vom 24. und 25. Oktober bis Ende November ausgetragen wird. Zudem könnten am ersten und zweiten Wochenende im Dezember noch Spiele angesetzt werden. Final- und Trostrunde sollen am ersten Wochenende im März beginnen und die Endspiele am Osterwochenende 2021 zwischen 3. und 5. April stattfinden. Danach wird die Saison fortgesetzt. Sie soll am 14. Mai beendet sein. Es schließt sich die Relegation an, so dass bis Ende Mai alle Entscheidungen um Auf- oder Abstieg gefallen sein sollen. "Der Wettbewerb findet schon Anklang", sagt Göbet. In seinem Kreis hätten sich auch nur sehr wenige Mannschaften trotz Anmeldung wieder zurückgezogen. Für ihn handele es sich um ein "attraktives und spannendes Format".

Vielleicht, mutmaßt er, sei der Ligapokal ein Wettbewerbsformat für die Zukunft, falls die Mannschaften weniger, die Ligen kleiner und Saisons dadurch kürzer würden. Schließlich gebe es diese Tendenz zu Events, in denen es um alles geht. "Es wäre schön, wenn die Generalprobe laufen könnte, ohne dass uns die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung macht", hofft deshalb der Würzburger Kreisspielleiter.

Bereits im Lauf des Freitags wurden Partien abgesagt, darunter das Landesliga-Punktspiel des FC Fuchsstadt beim TSV Kleinrinderfeld sowie beide Ligapokalspiele des FC WMP Lauertal. Für alle Fußballfreunde empfiehlt sich vor dem Gang zum Sportplatz ein Blick ins Internet oder ein Anruf beim Verein.

Aufgrund der weiterhin hohen Corona-Infektionen hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) die zusätzliche Möglichkeit kostenloser Spielverlegungen geschaffen - und zwar für alle Vereine, die in einer Region mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert ab 50 beheimatet sind oder nicht zu Partien in solche Gebiete reisen wollen. Eine Zustimmung des gegnerischen Vereins ist dabei nicht erforderlich. Es reicht aus, einen Antrag beim jeweiligen Spielleiter zu stellen sowie den Gegner rechtzeitig über eine solche Entscheidung von Vereinsseite zu informieren. Eine Benachrichtigung aller Beteiligten muss sichergestellt sein. Einen entsprechenden Beschluss hat der BFV-Vorstand jetzt gefasst, zu Beginn der kommenden Woche wird das Gremium die Infektions-Lage neu bewerten.Jürgen Sterzbach