Unaufhaltsam fliegt der Ball weiter von Jan Blasek in Bad Bocklet die wenigen Kilometer hinüber zu Justus Müller. Der 20-jährige Garitzer wohnt in Wittershausen, absolviert gerade eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Im Interview berichtet er, was es mit seinem Namen auf sich hat, warum er für die DJK Schlimpfhof Fußball spielt und warum er den Fasching so vermisst.

Wer hat Sie angespielt?

Justus Müller: Jan Blasek ist der Bruder von meinem besten Freund Nico. Wir kennen uns jetzt schon ein paar Jahre, waren auch schon mal mit ein paar Kumpels aus dem Raum Bad Bocklet im Urlaub in Italien und verstehen uns super, würde ich sagen.

Wie sieht ihr Laufweg aus?

Meine Laufbahn habe ich in meinem Heimatverein, dem SV Garitz begonnen. Anschließend bin ich über die Stationen TSVgg Hausen und den SV Garitz beim TSV Nüdlingen gelandet. Der damalige Wechsel zum TSV war auch mit dem Umzug meinerseits nach Bocklet begründet und dass ich zudem noch Handball in Nüdlingen gespielt hatte. Von der dortigen DJK kannte ich dann ein paar Jungs, die ebenfalls oben am "Wurmerich" ihre Fußballschuhe schnürten und so bin ich dann beim TSV gelandet.

Was war dann der Grund, in einen so kleinen Verein wie der DJK Schlimpfhof zu gehen?

Hauptgrund war sicherlich, dass meine Eltern ein Haus in Wittershausen gebaut haben und ich so den weiteren Weg nach Nüdlingen nicht mehr bestreiten wollte. Zudem wollten mein Bruder und ich, seitdem wir klein sind, gemeinsam für die gleiche Mannschaft auflaufen. Die kurze Fahrzeit und der Aspekt mit meinem Bruder haben den Wechsel zur DJK über die Bühne gebracht.

Mögen Sie Kirschkuchen?

Da bin ich nicht so der Fan von. Ich bin eher der Typ Apfelkuchen. Warum fragen Sie?

Es gibt da diese Jugendbuch- und Hörspielserie "Die drei ???". Da spielt ein "Justus Jonas" mit. Und der mag leidenschaftlich gern Kirschkuchen. Können Sie damit etwas anfangen?

"Die drei ???" habe ich früher immer auf meinem CD-Spieler gehört. Von daher ist das für mich ein Begriff. Daher weiß ich auch, dass da einer heißt wie ich. Oft kommt die Frage als erstes, ob mein Name was mit dem Hörspiel zu tun hat.

Und was antworten Sie?

Ich sage: 'Davon kommt es nicht. Aber mein Bruder heißt Jonas'.

Wie reagieren die Leute dann?

Sie lachen und fragen nicht weiter. Irgendwie scheint das für sie schlüssig zu sein.

Hand aufs Herz: Haben Sie Ihre Eltern nicht mal gefragt, ob sie sich von den "Drei ???" haben inspirieren lassen?

Schon. Sie haben sich wohl eher nicht daran orientiert. Meine Mutter hat früher "Der Bergdoktor" geschaut. Da gab es wohl einen "Justus". Vielleicht hat auch mit reingespielt, dass mein Opa Julius hieß.

Bei den "Drei ???" nennt Justus Jonas sich "1. Detektiv", ist also eine Art Anführer, der alles leitet. Sehen Sie sich bei der DJK Schlimpfhof auch als solcher?

Ich würde schon sagen, dass diese Bezeichnung ganz gut zu mir passt. Ich bin ja auch Mannschaftskapitän.

Was schätzen Sie an der DJK besonders?

Da gibt es viele Sachen, wie zum Beispiel die enorme Gemeinschaft, die im Verein und im Dorf zu spüren ist. Jeder hilft jedem; bei Arbeitseinsätzen rund um das Vereinsleben sind immer jede Menge fleißige Helfer am Start, frei nach dem Motto: viele Hände, schnelles Ende. Außerdem herrscht nach wie vor ein Klasse-Zusammenhalt in der Mannschaft, wodurch wir immer noch eigenständig sein können - was in der heutigen Zeit ja eher seltener der Fall ist.

Sie spielen mit Ihrem Bruder Jonas zusammen. Ist das irgendwie anders? Spornt das mehr an? Kritisiert man sich gegenseitig oder macht im Spiel jeder sein Ding?

Anders ist das mit Sicherheit. Natürlich spornt es uns durch unsere beiden unterschiedlichen Positionen im Training zusätzlich an. Er will als Keeper kein Tor von mir reingeschossen bekommen und ich will natürlich, dass er keinen meiner Schüsse hält. Im Spiel ziehen wir aber beide an einem Strang, weil jeder den maximalen Erfolg für die Mannschaft anstrebt. Danach ist immer noch Zeit, um sich über Situationen zu unterhalten, die gut oder schlecht gelaufen sind.

Ich hörte, Sie sind Fan der Eintracht aus Frankfurt. Wie kam´s dazu und warum kommt kein anderer Verein infrage?

Das war eigentlich ganz zufällig. Mein erster Stadionbesuch war damals im Frankfurter Waldstadion gegen den FC Kaiserslautern, also ein Derby zum Beginn. In jener Saison ist die Eintracht leider abgestiegen. Nichtsdestotrotz war ich nach dem Spiel begeistert und seitdem gibt es keinen anderen Verein mehr außer die Eintracht. Durch ihre Fans, die hoffentlich bald wieder gegen Barcelona oder sonstige Gegner ins Stadion dürfen, und die maximale Spannung macht sie mich jedes Wochenende aufs Neue verrückt und glücklich zugleich und lässt mich nicht mehr los. Die launische Diva!

Sie haben rote Haare und die Farben der Eintracht sind rot-schwarz? Ist das auch Ihre Lieblingsfarbe?

Meine Lieblingsfarbe war schon immer Blau; ein besonderer Grund dafür ist aber nicht vorhanden. Natürlich wurde die Vorliebe durch meine Jahre beim TSV Nüdlingen nochmal bekräftigt (lacht).

Apropos Nüdlingen. Sie haben dort auch Handball gespielt. Konnten Sie aus dieser Sportart etwas für den Fußball mitnehmen?

Beide Sportarten - das haben einige so gemacht. Ich habe aber erst relativ spät mit Handball angefangen und nicht so lange gespielt - drei oder vier Jahre. Der Handballsport ist viel härter und körperlicher als Fußball. Das und dass das ganze Team eine verschworene Einheit ist, sind Dinge, die man mitnehmen kann.

Jan Blasek zufolge sollen Sie immer gut drauf sein. Ist das Schein oder wirklich so?

Wenn er das sagt, dann wird da wohl was Wahres dran sein. Nein, Spaß beiseite: Klar gibt es auch bei mir Tage, wo es mal nicht so läuft wie geplant. Aber lange mach' ich mir keinen Kopf darüber und lache lieber wieder.

Sie sollen beim Fasching sehr aktiv sein. Was machen sie da genau?

Ich bin Teil der Aktionsgruppe beim BTC Garitz. Kurz gesagt, sind wir eine Gruppe, welche an den beiden Elferratsitzungen des BTC jedes Jahr auftritt und eine Art "Sketch" machen, der zum jeweiligen Thema der Sitzung passt.

Es ist sicher schwer für Sie, wenn faschingstechnisch nichts stattfindet, oder?

Das stimmt. Es ist doch schon immer ein Highlight in jedem Jahr, wenn man dann vor ein paar Hundert Leuten in der "Göritzer-Turnhalle" auftritt. Deswegen freu' ich mich, wenn es irgendwann wieder losgeht und wir gemeinsam beim BTC lustige Sitzungen feiern können.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele an Meghdad Salehan weiter. Meghdad war einer unserer Führungsspieler und in der Rückrunde unser Trainer in meiner ersten Herrensaison beim TSV Nüdlingen. Er hat mir den Einstieg in den Herrenbereich enorm erleichtert und ich habe unter seiner Regie eine Menge dazugelernt, sei es fußballerisch als auch menschlich.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!

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