"Das war ein klassisches 0:0-Spiel, das wir leider etwas unglücklich verloren haben", sagt Fabian Seuring, der neue Trainer der SG Oberbach/Riedenberg II, nach der knappen 0:1-Heimniederlage gegen den TSV Volkers an diesem Wochenende. "Für uns kann es jetzt nur noch um den Klassenerhalt gehen. Das ist das oberste Ziel des Vereins für das nächste halbe Jahr", so der Trainer-Neuling.


Keine Prognose möglich

Wie der 27-jährige Riedenberger quasi über Nacht ins Traineramt gekommen ist, hat eine lange Vorgeschichte. Denn Seuring, der in der Bezirksliga-Mannschaft des SV Riedenberg als Verteidiger fungiert, kann seit einiger Zeit nicht mehr schmerzfrei spielen. "Wegen einer langwierigen Sprunggelenksverletzung muss ich erst einmal pausieren. Wie es dann weitergeht, kann ich leider noch nicht sagen. Das wird man nach der Operation in diesem Jahr sehen. Prognosen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht abgeben", erklärt Seuring. "Insofern ist das eine Übergangslösung für diese Saison. Marius Kubo, der Trainer der ersten Mannschaft, hat mich gefragt, ob ich trotz meiner Verletzung dem Verein weiterhelfen möchte. Und da habe ich gerne zugesagt."

Grundsätzlich trainieren alle Spieler der beiden Mannschaften zusammen. "Aber man braucht natürlich jemanden, der am Spieltag die Verantwortung für die zweite Mannschaft übernimmt." Holprig war das erste Match als Trainer für Seuring vor allem deshalb, weil das Geläuf äußerst schwer zu bespielen war. Die kämpferisch und läuferisch extrem starken Volkerser probierten es daher mit langen Bällen und versuchten bei Einwürfen, Ecken und Freistößen die hochgewachsenen Spieler in Szene zu setzen. "Wir passten uns mit zunehmender Dauer dieser Spielweise an, was angesichts der Lufthoheit der Volkerser wenig zielführend war. Flaches Kombinationsspiel war auf holprigem Untergrund aber auch kaum möglich", lautet das Fazit von Oberbachs Betreuer Simon Breitenbach. "Wir hätten natürlich auch in Führung gehen können, als Kapitän Christian Hergenröder das Leder aus kurzer Distanz an die Latte köpfte", sagt Trainer Seuring. Den Abpraller köpfte Markus Rüttiger schließlich auf das Tornetz. Und so kam es, wie es im Fußball zwangsläufig kommen muss: Nach einem Rückpass spielte Keeper Julian Hüfner dem gegnerischen Stürmer Andreas Firsching den Ball in die Füße und es stand 0:1. Die Platzherren steckten nicht auf, mussten nun aber einige Konter der konditionsstarken Volkerser überstehen.

"Wir haben diesmal sicherlich kein gutes Spiel abgeliefert, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Klasse halten können, wenn alle Spieler mitziehen", ist Seuring optimistisch. Weil allerdings auch die erste Mannschaft in die Abstiegszone geraten ist, wird die Kaderplanung nun Woche für Woche zur Denksportaufgabe. "Mit Dominik Fröhlich gibt es ja noch einen weiteren Langzeitverletzten in der Bezirksliga-Mannschaft. Das kann bei zusätzlichem Verletzungspech plötzlich ganz eng werden", sagt Seuring. Es wird also eine ganz entscheidende Saison für den SV Riedenberg und den SC Oberbach werden. Die legendären "Riedenberger Störche", die einst mit ihrem Coach Charly Storch sportlich für Furore in der Region sorgten, gehen schnurstracks auf die magische "30" zu.

"Ich bin guter Dinge, weil in den beiden Vereine das Engagement wirklich sehr groß ist. Ich werde auch hervorragend vom Kapitän und auf Seiten der Oberbacher zum Beispiel von Simon Breitenbach unterstützt", sagt Seuring. Der allerdings keinen Hehl daraus macht, dass die Vereine die Unterstützung aus der Region brauchen, um langfristig sportlich bestehen zu können. "In Sachen Nachwuchs fehlt uns leider ganz einfach die Breite. Es gibt immer wieder ein paar talentierte junge Spieler, aber es müssten sehr viel mehr sein, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Nur so könnte der Generationswechsel gelingen. Vielleicht kommen ja ein paar Talente aus der Region zu uns, dann würde die Kaderplanung deutlich leichter fallen."