Zum vierten Mal wird an diesem Samstag in Mellrichstadt die Hallen-Kreismeisterschaft Rhön des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) nach Futsal-Regeln gespielt. 2014 und 2015 gewann der SV Rödelmaier den Titel, 2016 der SV Burgwallbach/Leutershausen. Beide Klubs sind auch diesmal wieder dabei. Und sie sind in Top-Form. Rödelmaier triumphierte letzten Freitag bei der Hallengala in Bad Neustadt, Burgwallbach/Leutershausen holte sich den Sieg beim Qualifikationsturnier in Münnerstadt. Dort machte der Kreisligist ernst, obwohl er als Titelverteidiger automatisch für das Finalturnier in Mellrichstadt qualifiziert war.

Ebenfalls stark präsentierte sich in der Vorwoche die SG Frickenhausen/Mellrichstadt. Sie richtet das Finalturnier aus und war ebenfalls von vornherein gesetzt. Beim Qualifikationsturnier in eigener Halle kickte das Team von Marcel Töpel außer Konkurrenz mit und hinterließ einen prima Eindruck. Unter anderem bezwang der Kreisklassist den SV Rödelmaier, gegen den es in Gruppe A auch diesmal geht. Selbst wenn am Samstag Kapitän Felix Diemar fehlt, sähe Töpel seine Mannen gerne mindestens im Halbfinale: "Das wäre wünschenswert. Wir sind der Veranstalter und wollen vor eigenem Publikum gut abschneiden."


Die Favoritenrolle angenommen

Werner Feder, der Trainer des SV Rödelmaier, nimmt die Favoritenrolle seiner Mannschaft an: "Die haben wir uns schließlich in den letzten Jahren erarbeitet. Wir werden versuchen, unserem Status gerecht zu werden." Freilich haben ihm die Vorstellungen der Mannschaften imponiert, die wie der SVR den Sprung zum Kreisfinale über das Qualifikationsturnier in Mellrichstadt geschafft haben. "Jede Mannschaft kann etwas reißen", sagt Feder. Auch wenn mit dem Sieg bei der Hallengala der Höhepunkt des Winters schon erreicht wurde, erwartet der Trainer von seinen Mannen eine engagierte Vorstellung: "Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, dann will ich auch das Maximale herausholen. Ich habe Spaß, wenn ich gewinne." Das Plus seines Teams in der Halle sei, dass sie gut organisiert sei, findet Feder, der auf Christian Hofgesang verzichten muss. Er knickte vergangene Woche um. "Ich befürchte, er hat sich an den Bändern verletzt."

Mit der DJK Schondra und dem TSV Nüdlingen schafften nur zwei Teams aus dem Landkreis Bad Kissingen den Sprung ins Kreisfinale. Das hat der TSV Münnerstadt quasi übersprungen, weil der Bezirksligist eine Woche später gesetzt ist als Ausrichter der Bezirksmeisterschaft. Schondra und seine Torhüter. Eine ganz spezielle Geschichte, die aktuell um ein Kapitel reicher ist. "Wäre er da, hätte er gespielt", sagt Günter Schneider. Und spricht von Udo Baum, der in der Winterpause zum Kreisklassisten wechselte. Zuletzt hatte der 45-Jährige für das AH-Team des FC Fuchsstadt gespielt. Sporadisch zumindest, weil der Routinier bekanntlich im Baden-Württembergischen zuhause ist. Und dort auch bleibt übers Wochenende. "Udo war ja schon einmal bei uns. Es hat ihm schon damals gefallen", erzählt der DJK-Abteilungsleiter. Stellt aber gleich klar: "Ob er in der Punkterunde zum Einsatz kommen wird, entscheidet allein unser Trainer Charly Storch." In der Halle stand zuletzt Peter Leitsch zwischen den Pfosten, während Stammtorwart Michael Müller im Feld auflief. Weil Leitsch wohl fehlen wird, wäre die Rochade denkbar einfach. "Klar könnte Michael ins Tor gehen, würde uns dann aber als Feldspieler fehlen", berichtet Scheider vom Schondraer Dilemma, weil aktuell kein gelernter Torwart zur Verfügung steht. Sowieso sind die Rhöner von einer etwaigen Wunschformation weit weg. Es spielen die, die Lust und Zeit haben, eine gezielte Vorbereitung gab es nicht. "Für uns ist das Abwechslung. Seit November wurde nicht mehr gespielt. Abschalten vom Fußball ist wichtig, aber so treffen sich die Spieler wieder einmal. Ohne Druck und hoffentlich mit viel Spaß", sagt Schneider.

Durchaus überraschend hat sich auch der TSV Nüdlingen für die Kreismeisterschaft qualifiziert. Irgendwo zwischen Zuckerbrot und Peitsche siedelt Udo Langohr seinen Ehrgeiz an. "Wichtig ist, dass sich niemand verletzt. Aber wir fahren auch nicht dahin, um jedes Spiel zu verlieren", sagt der Trainer des A-Klassisten, der noch am Donnerstag ein Futsal-Training angesetzt hatte. "Wir haben genug Leute, die gerne in der Halle spielen, auch Futsal."


Antrittsgeld und Siegprämie

Der Modus hat sich verändert. Statt wie in den letzten beiden Jahren acht gehen nun wieder zehn Mannschaften an den Start. Dafür hat Kreisspielleiter André Nagelsmann das Viertelfinale wieder abgeschafft. "Ich hatte den Eindruck, dass es letztes Jahr von vielen als komisch empfunden wurde, dass nach der Vorrunde keine Mannschaft ausgeschieden ist." Bei mindestens vier Spielen pro Klub sollte es aber bleiben, erklärt Nagelsmann die Modifikationen. Alle Teilnehmer kassieren vom BFV 50 Euro Antrittsprämie. Wettbewerbssponsor Lotto Bayern zahlt zusätzlich an den Sieger 250 Euro, an den Zweiten 150 Euro und an die Halbfinalverlierer jeweils 50 Euro aus. Die Finalisten qualifizieren sich für die Bezirksmeisterschaft am 21. Januar in Münnerstadt.