Mit einer faustdicken Überraschung endete die Futsal-Kreismeisterschaft bei den U-17-Junioren. Es siegte beim Turnier, "in dessen Verlauf es zu einem Favoritensterben kam", so Kreis-Juniorenleiter Rainer Lochmüller, mit dem FC Fuchsstadt ein Team, das eher nicht im Vorderfeld zu erwarten war. "Aber die Mannschaft hat sich so richtig reingekniet", freute sich deren Trainer Jürgen "Aga" Schaub. Dass den "Jung-Füchsen" im Finale der entscheidende Treffer eine Sekunde vor dem Abpfiff per direkten Freistoß gegen den anderen Überraschungsfinalisten, die SG Unsleben, gelang, löste bei den Schaub-Schützlingen großen Jubel aus, beim Verlierer hagelte es schwere Kritik an den Unparteiischen, die sich zuvor schon einiges anhören mussten.


Münnerstadt international

Nach den Vorrundenspielen schien zunächst kein Weg am haushohen Favoriten, dem TSV Großbardorf, vorbeizuführen. Die Jungs von Coach Matthias Radi spielten mit ihren Gegnern Katz und Maus, gewannen ihre drei Spiele in der Gruppe A bei einem überragenden Torverhältnis von 16:0 Toren. Knapp das Viertelfinale verpasst hatten die Lokalmatadoren von der SG Münnerstadt. "Ich habe einige Spieler eingesetzt, die auf dem Feld nicht so zum Zug kommen, aber besser spielen können als sie es heute gezeigt haben", erklärte Münnerstadts Trainer Christian Schmucker, dessen Kader aus Akteuren aus fünf verschiedenen Nationen (Deutschland, Syrien, Afghanistan, Eritrea, Sierra Leone) bestand. Ohne Punktgewinn schied die SG Frankenbrunn vorzeitig aus.
In der Gruppe C musste das Torverhältnis über den Viertelfinaleinzug entscheiden, die Mannschaften von der JFG Grabfeld, vom FC Fuchsstadt und der SG Winkels waren im Endklassement punktgleich. Leidtragende der notwendigen Rechnerei war die SG Winkels. "Es ist bitter, wenn du wegen eines nicht geschossenen Tores ausscheidest", so SG-Coach Jonas Eschenbacher. In der Gruppe D, in der in sechs Spielen nur zehn Tore fielen, reichte der SG Stockheim ein einziges Tor, gegen die JFG Oberes Werntal erzielt, um mit Gruppensieger SG Brendlorenzen die Runde der letzten Acht zu erreichen. "Wir leiden derzeit unser Verletzungsproblemen", so JFG-Coach Holger Wolf. In spielerischer Hinsicht war der Auftritt ebenso okay wie der des Gruppendritten SG Untererthal.


Mit zweierlei Maß

Den entscheidenden Treffer zum Halbfinaleinzug erzielte für die Kohlenbergler Ahmad Tokkhi kurz vor Spielende. Über die Niederlage regte sich der Brender Trainer Uwe Gensch weniger auf als über die Schiedsrichterleistungen, "weil die einen nach Futsal-Regeln pfeifen und die anderen jegliche Grätscherei sowie unzulässigen Körperkontakt ungestraft durchgehen lassen". Beide Halbfinals mussten im Sechsmeterschießen entschieden werden. Zunächst mit dem besseren Ende der aufmüpfigen Unslebener mit ihrem starken Keeper Maximilian Gensler im Duell mit den Jung-Galliern. Dann jubelte die SG Fuchsstadt nach dem in der regulären Spielzeit torlos gebliebenen Duell mit der SG Unsleben. Die Kohlenberg-Jungs erwiesen sich als nervenstärker und feierten ihren Torhüter Fabio Lotze. "Da macht sich dessen Training bei der ersten Mannschaft bezahlt", so Trainer Schaub.
Im Endspiel hatten Ahmet Tokhi und Robin Kürschner ihre Farben nach fein herausgespielten Kombinationen in Führung geschossen, Stefan Köberlein und Manuel Hemmert für die SG Unsleben egalisiert. In der letzten Aktion des Spiels brachte Fabio Hugo das Kunststück fertig, die Kugel an Torhüter Gensler und den vier auf der Torlinie postierten Feldspielern vorbei ins Eck zu setzen. Beim Verlierer, der sich ebenfalls für die Bezirksmeisterschaft am 3. Februar in Rottendorf qualifizierte, war man so sauer, dass nur die Trainer zur Siegerehrung erschienen.