Am Ende waren sie von ihrer eigenen Stärke überrascht: Die 2. Frauen-Mannschaft des TV/DJK Hammelburg verlässt die Bezirksklasse nach nur einer Saison wieder - und zwar in Richtung Bezirksliga. Dabei war das Team in der Saison 2018/19 erst aus der Kreisliga aufgestiegen.

Sie hatte mit geringen Erwartungen begonnen - die erste Spielzeit in der neuen, der Bezirksklasse. Vor der Saison 2019/20 waren einige Spielerinnen gegangen - nicht die besten Voraussetzungen für den Klassenerhalt.

In einer anstrengenden Vorbereitung wurde das Mannschaftstraining auf die höheren Ligaansprüche umgestellt. Unter anderem legte Cotrainer Bekim Aliu sehr viel Wert auf die Grundtechnik. Harte, konditionell anstrengende Einheiten wechselten mit spielerischen Einheiten und man konnte schnell erkennen, dass alle Mädels topfit und voll motiviert auf den ersten Spieltag hinfieberten, schreibt Trainer Oliver Burtchen.

Perfekter Start in die Runde

Beim ersten Auswärtsspiel der neuen Saison am 20. Oktober in Fuchsstadt hinterließen die Hammelburgerinnen gleich einen tollen Eindruck. Die Gastgeberinnen, immerhin Vizemeister der Vorsaison, wurden mit 3:1 geschlagen.

Auch der zweite Gegner konnte der technisch sehr gut ausgebildeten und hochmotivierten zweiten Garde des TV/DJK nicht viel entgegensetzen. Der Saisonstart war aus Sicht von Burtchen geglückt. Und was für ihn besonders wichtig war: "Man konnte förmlich das Selbstbewusstsein der Mädels mit Händen greifen."

Die Hammelburgerinnen eilten förmlich von Sieg zu Sieg. Richtungsweisend war laut dem Trainer der Heimspieltag am 7. Dezember 2019: Der selbsternannte Meisterschaftsfavorit Volkach gasierte im Hexenkessel Gymnasiumhalle. Laut einer Volkacher Spielerin wollte man "die Hammelburger Mädels aus der Halle schießen". Es kam genau andersherum. Volkach verließ mit 0:3 geschlagen die Halle.

Als ungeschlagener Tabellenführer gingen die Hammelburgerinnen in die Weihnachtspause - die sie ohne Motivationsverlust überstanden. Trainer Burtchen sah die Gier nach mehr geweckt. Er korrigierte das Saisonziel - nach oben.

Trotz gerade für die Jüngsten im Team nicht optimaler Trainingszeiten bereitete sich die Mannschaft mit großer Motivation auf die Rückrunde vor. Deren Auftakt wiederum gelang. An einem Spieltag in Wonfurt - mit den Gastgeberinnen und Fuchsstadt als Gegner - nahm Hammelburg volle sechs Punkt mit heim. Dann ein weiterer Heimspieltag in der diese Saison uneinnehmbaren Festung Gymnasiumhalle. Die Sensation Durchmarsch schien sich anzubahnen, da die Gegner auf den vorderen Plätzen immer wieder Federn gegen den TV/DJK ließen.

Doch zunächst ein kleiner Rückschlag: Am 15. Februar wurde die erste und einzige Saison-Niederlage der Hammelburgerinnen Wirklichkeit. 1:3 stand es am Ende gegen den TSV Eibelstadt II.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ die Pleite nicht. Zumal die Mannschaft noch am selben Spieltag durch ein 3:0 über den Landkreis-Rivalen TSVgg Hausen die Meisterschaft quasi klar machte.

Saisonfinale fiel aus

Nachdem Volkach wiederum Punkte liegen gelassen hatte, wäre Hammelburg mit sieben Punkten Vorsprung auf den Zweiten ins Saisonfinale gegen den Rivalen (und gegen Iphofen) gegangen - uneinholbar, als Meister und bis in die Haarspitzen motiviert. Doch dann kam das Corona-Virus und stellte alles auf den Kopf.

Die Runde wurde vorzeitig für beendet erklärt - und alles war ungewiss. "Es gab noch keine Vorstellung vom Verband, wie diese Runde nun gewertet werden sollte. Sollte sie annulliert oder doch ein Meister gekürt werden? Alles war offen" schreibt Burtchen. Er spricht von "gesenkten Köpfen, denn was wäre jeder einzelne Schweißtropfen wert gewesen, wenn man am Ende mit leeren Händen dagestanden hätte"?

Vor wenigen Tagen dann die gute Nachricht vom Volleyball-Verband. Da Hammelburg uneinholbar Tabellenerster war, wurde die Meisterschaft anerkannt. Der Aufstieg in die Bezirksliga war perfekt.

"Nach der Leistung, die diese Mannschaft die ganze Saison über gezeigt hat, hat sie es sich redlich verdient, in der nächsten Saison in der Bezirksliga aufzuschlagen", ist der Trainer auf seine Mädels stolz. Jede einzelne Spielerin, egal mit wieviel Einsatzminuten, habe ihren Teil zum Gesamterfolg des Teams beigetragen. Alle wollten weiterhin Teil dieser tollen Mannschaft sein. Und auch Burtchen sagt zu, das Traineramt fortführen.