Eine außergewöhnliche Saison und außerordentlich gute Leistungen: Bei der (gesplitteten) unterfränkischen Meisterschaft in Großostheim boten Elisa Eich vom TV/DJK Hammelburg sowie Niklas Amthor und Moritz Fischer (beide TSV Bad Kissingen) auf der langen Hürdenstrecke vorzügliche Leistungen, die sich auch auf Bundesebene sehen lassen können. Über 800 Meter gewann Mia Engel vom TV Bad Brückenau. Im Dreikampf der U12 trumpften die jungen Leichtathleten des TSV Oberthulba auf.

Elisa Eich steigerte bei ihrem Titelgewinn in der Jugend U18 ihre bisherige Bestzeit gleich um rund drei Sekunden und überquerte die zehn 76,2 Zentimeter hohen Hürden in hervorragenden 65,2 Sekunden. Damit unterbot sie die Qualifikationsnorm zur deutschen Jugendmeisterschaft Anfang September in Heilbronn. "Eine derartige Steigerung habe ich so nicht erwartet in meinem erst zweiten Rennen über die lange Hürdenstrecke. Dazu gleich die Norm für Heilbronn, das hatte ich mir nicht zugetraut", sagte Elisa Eich.

Vier bis fünf Mal trainiert die Gymnasiastin aus Fuchsstadt in der Woche. In den vergangenen Jahren lagen ihre Stärken vor allem im Kugelstoßen und im Sprint. Auch über die 400 Meter Flachstrecke wird sie immer besser. "Ich will mich noch nicht voll und ganz auf die 400 Meter Hürden konzentrieren, sondern auch weiterhin in anderen Disziplinen starten." Schon am Sonntag hat sie dazu die Gelegenheit, wenn in Marktheidenfeld ein weiterer Teil der Bezirksmeisterschaften stattfindet.

Gezielte Vorbereitung

Im Vorjahr hatten Niklas Amthor und Moritz Fischer schon mal die 300 Meter Hürden probiert. Der Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen. Ganz anders traten die beiden Schüler jetzt in Großostheim auf. "Wir haben gezielt auf diesen Wettkampf hin trainiert", erzählt Moritz Fischer. Trainingsgefährte aus Bad Bocklet gehörte schon zur erweiterten bayerischen Spitze über die 80 Meter Hürden. "Wir wussten, dass wir eine gute Form hatten, dementsprechend selbstbewusst waren wir vor dem Start", so Niklas Amthor.

Leistungsfördernde Temperaturen knapp über 30 Grad und eine schattenspendende Wolkendecke beim Lauf boten beste äußere Bedingungen. Schnell und in einem sicheren Rhythmus liefen die beiden TSVler die ersten 150 Meter an. Niklas Amthor läuft die 35 Meter Abstand zwischen den Hürden mit 15 Schritten, Moritz Fischer mit 16 Schritten. Bis 200 Meter lagen beide absolut gleich auf.

An der vorletzten Hürde musste Moritz Fischer einen Zwischenschritt einlegen. "Das hat mir sicherlich eine ganze Sekunde und natürlich die Siegchance gekostet", ist sich der Nüdlinger sicher. Niklas Amthor kam perfekt über die letzten beiden Hürden und gewann in beeindruckenden 42,7 Sekunden. Moritz Fischer wurde in 43,6 Sekunden gestoppt. Damit belegen die Jungs vom TSV Bad Kissingen in der momentanen deutschen Rangliste der Altersklasse M15 die Plätze vier und sechs. Bei den bayerischen U16-Meisterschaften, die für Anfang September in Erding geplant sind, gehören Moritz Fischer und Niklas Amthor zweifelsohne zu den Medaillenanwärtern. Zuvor wollen sie allerdings am Sonntag in Marktheidenfeld zeigen, dass sie sich auch über die 80 Meter Hürden enorm verbessert haben.

Den Titel über 800 Meter der Jugend W14 schnappte sich Mia Engel. Die Läuferin des TV Bad Brückenau lief die zwei Stadionrunden in 2:32,8 Minuten, gewann mit großem Vorsprung und qualifizierte sich für die bayerischen Meisterschaften. Maxima Maiwald vom TV/DJK Hammelburg lief die 200 Meter der Jugend B in 28,3 Sekunden und musste sich als Zweite nur Jelena Kaufmann von der LG Main-Spessart geschlagen geben.

In Großostheim hatten auch die jüngeren Altersklassen die Gelegenheit einen Wettkampf zu absolvieren: Als Rahmenwettbewerb wurden Mehrkämpfe angeboten. Die Leichtathleten des TSV Oberthulba nahmen dieses Angebot an und boten teils tolle Leistungen. Im Dreikampf der M11 kam Felix Füller auf 1001 Punkte und war vor seinem Teamgefährten Silas Karollus (964 Punkte) der beste Mehrkämpfer. In der M10 war es Max Granich, der in der Ergebnisliste mit 836 Zählern ganz oben stand. Starke Leistungen boten zudem Antonia und Katharina Haas, die sich mit starken 1180 und 1093 Punkten nur einer Schülerin vom TSV Rodach geschlagen geben mussten.

Hanna Schmitt verpasst zweimal knapp die Norm

Hanna Schmitt vom TV/DJK Hammelburg unternahm gleich zwei Versuche, um sich für die deutsche Mehrkampfmeisterschaft der Jugend U18 zu qualifizieren - und scheiterte jeweils denkbar knapp. In Hechingen übertraf die Westheimerin im Kugelstoßen erstmals die zwölf Meter (12,09 Meter) und legte damit den Grundstein für einen sehr starken ersten Tag, der ihr mit 2830 Punkten eine Vierkampfbestleistung brachte. Nach einer Weite von knapp unter fünf Metern im Weitsprung und 33,44 Meter im Speerwurf hatte sie im abschließenden Lauf über 800 Meter einen schweren Stand. Am Ende der zwei Runden fehlten nur etwas mehr als vier Sekunden zur Teilnahme an den nationalen deutschen Meisterschaften. Ihre 4445 Punkte bedeuteten dennoch eine neue persönliche Bestmarke im Siebenkampf, mit der sie momentan sogar dem Spitzenplatz in der bayerischen Rangliste belegt.

Ein ärgerlicher Zentimeter

In Leinfelden-Echterdingen kam Hanna Schmitt am ersten Tag im Vierkampf bis auf wenige Zähler an ihren Hausrekord heran. Danach entschloss sie sich, auch am zweiten Tag anzutreten und den Siebenkampf zu bestreiten. Aber es war wieder der Weitsprung, der einer Qualifikation im Wege stand. "Das Einspringen beim Weitsprung passte, sie verschenkte jedoch wieder bei den ersten Versuchen wertvolle Zentimeter. Im dritten Versuch legte Hanna alles rein und übertrat das Brett um nur  einen Zentimeter. Die Kampfrichter haben freundlicherweise den Versuch für uns gemessen. 5,17 Meter wären es gewesen. In die Wertung flossen aber nur 4,77 Meter ein", berichtet Vater und Trainer Heiko Schmitt. Hanna Schmitt warf anschließend den Speer auf 36,30 Meter und damit so weit wie nie zuvor. Dennoch schaffte sie es über die 800 Meter nicht mehr, die im Weitsprung verlorenen Zähler aufzuholen.

Die bayerischen Meisterschaften im Mehrkampf wurden in diesem Jahr abgesagt. Jetzt konzentriert sich Hanna Schmitt auf die Einzelwettbewerbe. Da gehört sie in Bayern in gleich mehreren Disziplinen zu den Besten. Das will sie auch am Sonntag bei den Bezirksmeisterschaften in Marktheidenfeld unter Beweis stellen.