Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird dem Waizenbacher Steven Fürsch noch lange im Gedächtnis bleiben. Natürlich auch, weil er am Ende in der Klasse SP2T den zweiten Rang belegte. Viel mehr aber deswegen, weil das legendäre Rennen von einem gewaltigen Gewitter begleitet wurde. Dabei verlief eingangs noch alles wie gewohnt - aber nur für wenige Minuten.


Schock nach den ersten Runden

Starker Regen und Hagelschauer hatten am Samstag kurz nach dem Start zu zahlreichen Unfällen auf dem Kurs in der Eifel geführt. Die Rennleitung reagierte, weil ihr keine andere Wahl mehr blieb. Nur 40 Minuten nach Rennbeginn brach sie das 24-Stunden-Rennen vorläufig ab. Nichts ging mehr. Etliche Boliden verunfallten auf der Strecke, schwammen mehr, als das sie fuhren. Die Unterbrechung dauerte genau drei Stunden, da rund 70 von 156 Rennautos von der Strecke geräumt werden mussten, da sich die Nordschleife nach dem extremen Hagel in eine Eisbahn verwandelt hatte - und die Rennautos mit ihren profillosen Reifen steckenblieben.
Mittendrin war der Waizenbacher Steven Fürsch, der für das Motorsportteam Nexen Tire mit einem 230 PS starken Mini an den Start ging. "Das war wohl mein härtestes und emotionalstes Rennen, das ich jemals erlebt habe", sagte Fürsch. "Alle vier Jahreszeiten in 24 Stunden erleben, das gibt es echt nur in der Eifel. Da macht das Wetter, was es will."

Nach dem Neustart hatte ein Fahrerkollege von Fürsch einen heftigen Abflug mit zwei weiteren Fahrzeugen höhe Schwedenkreuz (Vollgaspassage), mit Mühe und Not konnte er sich gerade noch eigenständig zurück an die Box retten. Trotzdem war das Gefährt stark demoliert, hinten wie vorn. Nach dem Gesichtsausdruck von Teamchef Ralf Zensen sollte es das wohl gewesen sein, glaubte Fürsch: "Was das Team dann an den Tag gelegt hatte, habe ich so noch nicht gesehen." Ersatzteile und Vorschlaghämmer flogen nur so durch die Gegend, die Achse musste getauscht werden. Nach über einer Stunde war das Auto wieder einsatzbereit, es ging zurück auf die Piste. "Die Mechaniker haben einen unglaublichen Job geleistet", so Fürsch.


Die große Aufholjagd beginnt

Zu diesem Zeitpunkt lag das Team weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. "Meine Fahrerkollegen und ich wussten: Ab jetzt müssen wir Runde für Runde ans Limit gehen, um überhaupt noch eine Chance zu haben, wieder ins Renngeschehen eingreifen zu können", sagte Fürsch.
Ab diesem Moment gab es keine Team- und Boxenstrategien sowie Fahrerabsprachen mehr, alles war weg, es hieß nur noch: Feuer frei und alles rausholen. In den Morgenstunden des Sonntags lag das Team schon auf Platz drei, nach 99 Runden stand zu Rennende am Sonntag um 15.30 Uhr der zweite Rang der Klasse. Fürsch: "Dass wir noch auf dem zweiten Platz gelandet sind, war einfach unfassbar und eine grandiose Teamleistung." Und wäre das Malheur mit dem Unfall nicht gewesen, wäre das Team sogar ganz oben gestanden.
In der Gesamtwertung landete das Team übrigens auf Platz 81 von 158 Finishern.