Hundert Prozent Emotion. Drei Worte, die Steffen Fürsch genügen, um seine Passion für den Motorsport zu beschreiben. "Sachliche Gründe gibt es nicht. Und 60 Prozent Leidenschaft geht halt nicht", sagt der Waizenbacher, der die Hände nicht vom Sportlenkrad bekommt. Da ist im übertragenen Sinne etwas zusammengewachsen, was zusammengehört. Weshalb der 46-Jährige jetzt sein nächstes spannendes Ziel vor Augen hat.

Motorsport ist Hightech, mit der unverzichtbaren Datenautobahn. Ja, der schnelle Pilot wird auch am Computer gemacht. In den Zickzack-Kurven der Telemetrie liest der Motorsportler wie in einem offenen Buch, um gewappnet zu sein für den Kampf auf der Strecke. Platz für Gefühl bleibt dennoch. Erst recht, wenn der Klassiker ins Spiel kommt. Nürburgring. Nordschleife. 20,8 extrem kurvenreiche Kilometer, die nicht umsonst die "Grüne Hölle" genannt werden. Von der faszinierendsten Rennstrecke der Welt", spricht Steffen Fürsch. Und freut sich daher unbändig auf Ende Mai, wenn in der Eifel das nächste 24-Stunden-Rennen ansteht. "So motiviert wie in diesem Jahr war ich schon lange nicht mehr. Denn es ist vom ganzen Team ein klares und eindeutiges Ziel ausgesprochen worden, und jeder einzelne weiß, was er zu tun hat", sagt der Unterfranke, der beruflich oft in Neumarkt in der Oberpfalz zu tun hat. Und der noch mehr Kilometer frisst, um zu Test- und Einstellfahrten am Nürburgring oder bei seinem Team "AutoArenA Motorsport" zu sein. "Ein absolut professionelles, geiles Team mit Leidenschaft, Herzblut und Spirit. Bei diesem Team findest du alles vor, was man benötigt, um den maximalen Erfolg zu erzielen", sagt der verheiratete Vater zweier Kinder über diese Marke von "Mercedes AssenheimerMulfinger" mit Sitz in Heilbronn.


Auftrag: Sieg

Der Auftrag ist klar: "Wir wollen das Rennen in unserer Leistungsklasse V4 gewinnen", sagt Steffen Fürsch, der sich mit zwei weiteren Fahrern am Steuer des Mercedes MB C 230 V6 mit seinen 215 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 239 kmh abwechseln wird. Quasi als Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen dienen die Läufe der VLN-Rennserie auf dem Nürburgring. Um auf der gefährlichen Nordschleife überhaupt das 24-Stunden-Rennen fahren zu dürfen, verlangt der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) zuzüglich einer bestehenden internationaler Fahrerlizenz eine spezielle Nordschleifenlizenz, die jedes Jahr erneuert werden muss.
Zum Saisonhighlight werden vom 25. bis 28. Mai auf der Nordschleife bis zu 220 Rennfahrzeuge der unterschiedlichsten Klassen von rund 700 Fahrern aus aller Welt pilotiert. Mit über 200 000 Zuschauern ist das jährlich stattfindende 24h-Rennen eine der größten Motorsportveranstaltungen der Welt.

Um die physischen Herausforderungen eines solchen Rennens zu meistern, steht bei Steffen Fürsch, den sein privates Umfeld eigentlich nur Steven oder Steve ruft, aktuell fünf mal die Woche Sport auf dem Programm. "Kondition, Kraft und Konzentration sind gefordert, weshalb ich ins Fitnessstudio gehe und viel schwimme, was gut für die Nackenmuskulatur ist." Abseits der Rennstrecken mag es Steffen Fürsch, ein erklärter Freund von Fahrsicherheits-Trainings, übrigens gemütlicher. Zum Familienfuhrpark gehört ein SUV und ein Wohnmobil, das bei den Rennen das Hotel ersetzt. "Ich muss einfach nah am Geschehen sein." Dort, wo die Emotionen ungefiltert sind.