FC 05 Schweinfurt - TSV Rain/Lech 5:1 (4:1). Tore: 1:0 Kevin Fery (3.), 2:0 Thomas Haas (8.), 2:1 Abdel Abou-Kahlil (10.), 3:1, 4:1 Adam Jabiri (15., 22.), 5:1 Kristian Böhnlein (80., Foulelfmeter).

Dieser Meris Skenderovic hat das Zeug zum Königstransfer. Technisch brillant ist der Neuzugang aus Hoffenheim, aber auch ein schlauer und uneigennütziger Junge, der den besser postierten Nebenmann sieht - und anspielt. Keine Selbstverständlichkeit für einen Stürmer. "Für so einen Transfer muss man unseren Sportdirektor Robert Hettich loben. Meris ist der perfekte Gegenpart zu Adam Jabiri, aber kein Jabiri-Ersatz", sagte später FC 05-Trainer Tobias Strobl, der seine Komplimente nach dem ersten Saisonsieg aber über das komplette Team ausschütten wollte. "Wir waren sehr gut in den Halbräumen, sehr gut über die Außen, hatten eine hohe Passqualität und waren sehr gut vor dem Tor."

Recht hatte der 33-Jährige insbesondere in Bezug auf Halbzeit eins, in der auch Gäste-Coach Dominik Haußner einen Klassenunterschied gesehen hatte. Keine zehn Minuten waren gespielt, da führten die Unterfranken mit 2:0 durch Tore von Kevin Fery und dem gewohnt offensiv eingestellten Außenverteidiger Thomas Haas, beide Male hatte Skenderovic gekonnt aufgelegt. "Nach dem schnellen Anschlusstreffer hatte ich gedacht, wir verteidigen es besser und retten das Ergebnis vielleicht in die Halbzeit", befand Dominik Haußner. Stattdessen kassierten die Oberbayern noch vor dem Pausengang einen Jabiri-Doppelpack. Erst traf der Torjäger per Kopf nach der butterzarten Flanke von Amar Cekic, dann nach einem Pass in die Tiefe auf Skenderovic, der sich den dritten Assist gutschreiben lassen durfte. Da waren erst 22 Minuten von der Uhr.

Es spielte weiter nur der Hausherr mit teils hochkarätigen Gelegenheiten für Daniel Adlung, Cekic, Skenderovic und Jabiri, der um ein Haar ein Tor des Monats per Fallrückzieher erzielt hätte, vom Pfosten verhindert. Mit viel Applaus wurden die Schnüdel von den 658 Fans in die Kabinen begleitet.

Weitaus unspektakulärer gestaltete sich Durchgang zwei. Bezeichnend, dass der einzige Treffer per Strafstoß fiel: Nach Foul am eingewechselten Amar Suljic traf Kristian Böhnlein sicher vom Kreidepunkt. Nicht von Erfolg gekrönt waren ein Volleyschuss von Jabiri und ein Böhnlein-Standard, auf der anderen Seite hatte Stefan Müller eine Ergebnis-Korrektur auf dem Fuß. Der eine Gegentreffer tat nicht weh, ärgerte Tobias Strobl aber dennoch, "weil es mal wieder ein billiges Tor war, das zu verteidigen gewesen wäre."

Das erste "zu Null" der Saison gelingt vielleicht schon am Dienstag, wenn der FC 05 ab 18.30 Uhr bei der SpVgg Greuther Fürth II gastiert. Dann vielleicht wieder mit Tim Kraus in der Viererkette. In seinem ersten Regionalliga-Spiel hatte der 21-Jährige eine bemerkenswert abgeklärte Leistung auf den Rasen gezaubert.

Schweinfurt: Zwick - Haas (71. Pfarr), Kraus (81. Yarbrough), Rinderknecht, Grözinger - Fery, Böhnlein, Adlung (61. Zietsch), Cekic - Skenderovic (61. Suljic), Jabiri (61. Pieper).