TSV 1860 München II - FC 05 Schweinfurt 1:1 (0:1). Tore: 0:1 Steffen Krautschneider (44.), 1:1 Nico Andermatt (64.).
Nicht 57, 58, 59 oder 60 - nein, sogar 64 Minuten hatte der FC 05 Schweinfurt beim gerechten 1:1-(0:1)-Unentschieden in der Regionalliga Bayern gegen den TSV 1860 München II alles im Griff, bot zeitweise die stärkste Leistung der bisherigen Saison. Dann verhalf ein arg umstrittenes Tor den Löwen zurück ins Spiel, nach welchem die Schweinfurter um Trainer Gerd Klaus mit dem Remis dennoch einverstanden sein können. Und das nicht nur, weil die Grün-Weißen nun schon seit zehn Spielen ungeschlagen sind.

Was ließen sich zu diesem Spiel nicht Geschichten hervorkramen. Angestaubte, wie die vom Schweinfurter Aufstieg in die zweite Liga unter Werner Lorant, zu dem ein 3:3 gegen die Löwen - allerdings die "großen" - verhalf.
Und auch neuere Storys, wie Christopher Pfeiffers Abschlagtor in der abgelaufenen Saison oder der 1:0-Hinspielsieg, als Marino Müller in der Nachspielzeit das Tor des Tages machte und eine Schweinfurter Durststrecke von acht sieglosen Spielen beendete. Nur half es den Gästen freilich mehr, sich mit der aktuellen Situation auseinanderzusetzen. Denn mit neun Spielen ohne Niederlage im Rücken konnten die Schweinfurter selbstbewusst auftreten und taten das auch.

Die Schweinfurter spielten eine der besten Halbzeiten, die sie in dieser Saison überhaupt abgeliefert haben. Kampfstark, mannschaftlich geschlossen und immer wieder mit gefährlichen Vorstößen traten die Gäste auf, den Münchnern fiel bis zum Pausenpfiff tatsächlich rein gar nichts ein, um Julian Schneider im Schweinfurter Tor ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Dafür schafften sie das mit ihrem eigenen Keeper Michael Netolitzky. Kurz vor der Pause nämlich geriet Nicholas Helmbrechts Rückpass viel zu kurz, Steffen Krautschneider ersprintete die Kugel und schob locker zur hochverdienten Halbzeitführung für die Schweinfurter ein - übrigens die letzte Aktion des Torschützen, er blieb ebenso in der Kabine wie Philipp Kleinhenz. Gerd Klaus setzte mit Christopher Kracun und Bastian Lunz auf mehr Defensive, schmiss den altbewährten Klaus'schen Betonmischer an und stellte auf Fünferkette um.

Das funktionierte eigentlich auch richtig gut. Aber halt nur eigentlich: Sechzig fiel kaum etwas ein, die Blau-Weißen wirkten schon sichtlich genervt von der Gesamtsituation, als ein ganz krummes Ding aushalf. Johannes Bechmann unterlief ein Querschläger am eigenen Strafraum, Schneider wollte die Kugel runterpflücken, kam im Duell mit Nico Andermatt zu Fall und der glich aus - hätte man abpfeifen können, hilft den 05ern aber nichts. Im Gegenteil, denn den Gastgebern verschaffte der Ausgleich frischen Wind. Kurz nach dem Treffer setzte Fabian Hürzeler den Ball an den Pfosten, ehe in der Schussphase ein Freistoß des Münchner Unglücksraben an die Querlatte klatschte. Mehr kam zum Glück für die Schweinfurter aber nicht mehr.
Schweinfurt: Schneider - Messingschlager, Bauer, Bechmann, Janz - Krämer, Wenninger - Krautschneider (46. Kracun), Fery, Kleinhenz (46. Lunz) - Jäckel (61. Mar. Müller).