Kissinger Wölfe - EHC Königsbrunn 4:6 (2:1, 1:3, 1:2).

Für Königsbrunns Trainer Fabio Carciola war es die beste Saisonleistung seiner Mannschaft. Und die hatte es auch gebraucht, um einen Tag vor Heiligabend die drei Punkte aus dem Wolfsbau zu entführen. Zumindest die Verlängerung und damit einen sicheren Zusatzpunkt hätten sich die Saalestädter verdient in einem packenden Spiel auf hohem Niveau. Und das vor toller Kulisse von weit über 400 Fans, die von Beginn an eine extrem temporeiche Partie zu sehen bekamen. Mit Vorteilen für die Gäste, die Wölfe-Goalie Benni Dirksen früh unter Beschuss nahmen. Aber der erste Treffer sollte auf der Gegenseite fallen, als Anton Zimmer ein Überzahlspiel der Wölfe perfekt nutzte nach einem exzellenten Zuspiel von Spielertrainer Mikhail Nemirovsky (10.).

Auch der zweite Bad Kissinger Treffer fiel in numerischer Überlegenheit, diesmal durch eine starke Aktion von gleich drei Verteidigern. Nach Assists von Domantas Cypas und Marc Hemmerich trug sich Jona Schneider in die Torschützenliste ein (14.). Aber die individuelle Qualität der Brunnenstädter kam noch vor Drittelende zur Geltung mit dem Anschlusstreffer von Ralf Rinke (17.). Ein Tor, das den Gästen einen regelrechten Energieschub verlieh. Denn im Mitteldrittel ließen die bayerischen Schwaben die Muskeln spielen und drehten die Begegnung mit den Treffern von Nico Neuber (24.), Henning Schütz (26.) und Hayden Trupp (31.). Christian Masel hatte zwischenzeitlich zum 3:3 getroffen (30.) nach einer Kombination über Anton Seewald und des immer stärker werdenden Igor Filobok.

Der Schlussabschnitt geriet zunächst zum Offensivfeuerwerk der Wölfe, die vor allem in einem vierminütigen Überzahlspiel die große Chance auf den Ausgleich besaßen. Aber im EHC-Tor stand schließlich Donatas Zukovas, der an alter Wirkungsstätte über sich hinauswuchs und mit einer ganzen Palette von famosen Reflexen seine neue Mannschaft im Spiel hielt. Für Ekstase auf den Rängen sorgte schließlich Marc Hemmerich, der nach einem überragenden Nemirovsky-Pass seinem früheren Teamkollegen doch das Nachsehen gab (58.). Aber die letzte Antwort sollten die Königsbrunner geben mit dem Kontertor von Hayden Trupp (60.), ehe eine Sekunde vor Spielende Patrick Zimmermann ins leere Kissinger Tor zum Endstand traf.

Dank der bis dato gesammelten 41 Punkte war diese Niederlage im Hinblick auf die Verzahnungsrunde kein allzu derber Nackenschlag für die Kissinger Wölfe drei Tage vor dem Unterfranken-Klassiker in Schweinfurt. Bei den Mighty Dogs sollte Weihnachten weitaus weniger entspannt ablaufen nach der 5:9-Niederlage in Dorfen - mit einem 0:6-Rückstand nach dem ersten Drittel. Die drohende Abstiegsrunde vor Augen, musste sich die Mannschaft aus der Fanszene einige Häme gefallen lassen, während dem Trainer und dem Vereinsvorsitzenden nicht zum ersten Mal der Rücktritt nahegelegt wurde. Einmal mehr wurde deutlich: Die Nummer Eins im unterfränkischen Eishockey sind die Kissinger Wölfe.