Kissinger Wölfe - ERSC Amberg 3:4 (0:2, 0:0, 3:2).
Skandal oder eine Verkettung unglücklicher Umstände? Eishockey ist ein harter Sport, der ständig Grenzen auslotet. Aber wenn Blut bei einem Fan fließt, ist das eben keine Bagatelle. Im Mittelpunkt: Mikhail Nemirovsky. Kissingens Spielertrainer hatte sich mit einer Unsportlichkeit erst eine Matchstrafe eingehandelt, dann auf dem Weg in die Kabine einen Amberger Zuschauer mit dem Schläger verletzt, der mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Krankenhaus gebracht wurde. "Er hat ihn nicht absichtlich geschlagen. Er wollte mit dem Schläger an die Wand schlagen und in dem Moment hat der Amberger sich runter gebeugt und ist dazwischen gekommen. Und das haben der Verletzte und seine Freundin dann auch selber gesagt", teilte Wölfe-Mannschaftsbetreuer Egor Durdin via Facebook mit.
Zu einer provozierenden Geste hatte sich Nemirovsky nach einem Foul von Andy Hampl hinreißen lassen, der vor der Saison von der Saale in die Oberpfalz gewechselt war, eigentlich gar nicht hätte spielen sollen aufgrund einer Verletzung. Roman Göldner, der vor kurzem noch das Wölfe-Trikot trug, stand diesmal nicht auf
em Eis.

Das Sportgericht wird über die Länge der Sperre für den Kissinger Coach entscheiden. Klar war nur, dass die Unterfranken für das Sonntags-Spiel beim Tabellenführer in Erding in minimaler personeller Besetzung und mit einigen Hobbyspielern auflaufen mussten, weil sich gegen Amberg auch Alexandr Andrusovich eine Matchstrafe einhandelte nach einem Check gegen den Kopf eines Amberger Spielers. Konstantin Firsanov kassierte eine 10-Minuten-Strafe. Laut Bayernhockey-Forum war es seine dritte in dieser Saison, was ebenfalls eine Sperre für ein Spiel zur Folge hatte. Und das alles in einem Spiel, in dem es für die Saalestädter sportlich kaum um etwas ging. Die Zwischenrunde war erreicht, weshalb Mikhail Nemirovsky angeschlagene Spieler schonen wollte. Die neun Aufrechten auf dem Eis vor dem einmal mehr starken Goalie Michael Gundlach boten den sich im Aufwind befindlichen Gästen vor fast 200 Zuschauern einen großartigen Kampf, der fast mit einem Punkt belohnt worden wäre. Schade, dass dies nach der Schluss-Sirene alles keine Rolle mehr spielte. Mit 2:0 führte Amberg durch die Treffer von Florian Bartels (16.) und Daniel Troglauer (20.), ehe Viktor Ledin (43.) nach torlosem Mitteldrittel mit dem Anschlusstreffer wieder für Spannung sorgte. Im folgenden Schlagabtausch legte der ERSC zweimal wieder vor durch Daniel Krieger (44., 52.), zweimal brachte Andrusovich (45., 54.) sein Team heran. Auf dem Papier war das Sonntags-Match in Erding (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) das Spitzenspiel des Wochenendes. Es drohte aus Kissinger Sicht zur Farce zu werden, weil man "schlagkräftig" 48 Stunden zuvor schlichtweg falsch interpretiert hatte.