In Heimstetten, also bei einem der Regionalliga-Kellerkinder Punkte liegen zu lassen, das ärgert den FC 05-Fan. Aber ein solcher Fehltritt wie am Samstag beim 2:2-Remis ist schnell verziehen. Deutlich nachtragender wäre das Schweinfurter Publikum sicher, sollte die Leistung an diesem Dienstag (19 Uhr) nicht passen. Im Pokal. Gegen die Kickers. Gegen den ewigen Rivalen also, der in der 3. Liga um den Klassenerhalt kämpft. Und der sich Rückenwind holte mit dem Sieg in letzter Sekunde beim SV Wehen-Wiesbaden.

Ja, der Liga-Alltag ist für die Elf von Ralf Santelli gewiss wichtiger als dieses Viertelfinale im Totopokal. Aber die Frage der Ehre stellt sich natürlich auch den Rothosen, deren Kader aktuell zwar ausgedünnt, aber qualitativ immer noch tiefer besetzt ist als der der 05er. "Wenn man die Etats der beiden Mannschaften vergleicht, sind wir sicher der Außenseiter. Aber chancenlos sind wir nicht", übt sich Tobias Strobl in verhaltenem Optimismus, der auch angebracht ist ob der Heimstärke seiner Elf, die von den 13 Punktspielen dieser Saison, zehn gewonnen und nur eines verloren hat.

"Ein Fußball-Fest für die Region" wünscht sich der Trainer, zu dem eine große Kulisse im Sachs-Stadion erwartet wird. 3000 Tickets wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt, mit etwa 4000 Zuschauerinnen und Zuschauern wird gerechnet. "Auf uns kommt eine hohe Wucht zu. Da brauchen wir das Verständnis unserer Fans, wenn wir hinten reingedrückt werden, dabei sicher auch leiden müssen", sagt Tobias Strobl, der angesichts des spielstarken Gegners auf das Mitwirken des angeschlagenen Innenverteidigers Lukas Billick hofft, der in Heimstetten noch geschont wurde.

Sollte Goalgetter Adam Jabiri, der ebenfalls noch nicht bei hundert Prozent ist, wieder nur von der Bank kommen, wären Meris Skenderovic und Martin Thomann wohl erste Wahl in vorderster Front. Psychologisch sieht Strobl sein Team jedenfalls im Vorteil, "weil die Würzburger als Drittligist doch deutlich mehr zu verlieren und auch das letzte Pokalspiel gegen Schweinfurt verloren haben." Später wurde dieses Spiel vom September 2018 bekanntlich annulliert und schließlich mit 2:0 für die Kickers gewertet, weil die 05er zu wenig U23-Kicker auf dem Spielberichtsbogen gelistet hatten.

Der Sieger des Unterfranken-Klassikers tritt beim FV Illertissen an, der im Viertelfinale Regionalliga-Tabellenführer SpVgg Bayreuth aus dem Wettbewerb kegelte (2:1). Im zweiten Halbfinale stehen sich der TSV Aubstadt (Regionalliga Bayern) und der TSV 1860 München (3. Liga) gegenüber. Terminiert sind die Halbfinal-Begegnungen für das Wochenende 26./27. März 2022.