Mit einigen Blessuren hatte Philipp Pfeuffer vom FC Fuchsstadt zuletzt zu kämpfen. Der Tiefpunkt sicher der Meniskusschaden im Februar. Unterkriegen lässt sich Pfeuffer jedoch nicht. Aktuell mischt der gebürtige Fuchsstädter wieder mit im Mannschaftstraining und freut sich auf den Wettbewerb. Zur Situation nach der Saison und dem Personalkarussell beim Landesligisten hat er eine Meinung, die nicht so ganz die Weltuntergangsstimmung einiger Beobachter widerspiegelt.

Nicht nur wegen Corona, sondern auch durch seinen körperlichen Zustand wich Pfeuffer zum Winterende im Februar auf sportliche Alternativen aus: "Ich habe mir ein Rennrad gekauft, um mich fitzuhalten und wieder Muskulatur aufzubauen. Obwohl ich zuletzt einen Rückschlag durch einen kleinen Riss im Oberschenkel hinnehmen musste, kann sich Martin (Halbig, Trainer, d.R.) bis zum Saisonende auf mich verlassen."

Und das ist auch wichtig, ist der Fuchsstädter Kader nach wie vor einer der kleinsten in der Landesliga Nordwest. "Es ist Fluch und Segen zugleich. Klar: Jeder bekommt seine Einsatzzeiten, weil jeder gebraucht wird. Doch stellen uns zwei bis drei Ausfälle schon vor richtig große Probleme", ist Pfeuffer realistisch.

Dennoch schwärmt der 29-Jährige vom aktuellen Vorbereitungsbetrieb auf den Neustart. Der Genuss, endlich wieder auf dem Platz stehen zu dürfen ist ihm deutlich anzumerken. Schließlich spiele man Fußball gerade wegen der Begegnungen und für den Wettbewerb. Der Zusammenhalt innerhalb des Fuchsstädter Teams und die Zuschauerunterstützung sind bekannt. Auch Pfeuffer betont, dass er so etwas in dieser Form als einzigartig in der Landesliga Nordwest empfindet.

"Das Ungewisse war für uns alle nicht einfach, doch hat der Coach in den abwechslungsreichen Einheiten das notwendige Fingerspitzengefühl bewiesen", bekommt Martin Halbig Lob vom Routinier. Neben der guten Trainingsbeteiligung und den eigenen Fortschritten sieht sich Pfeuffer aber noch nicht auf seinem Maximum: "Ich werde auf jeden Fall Gas geben und kümmere mich ein wenig um mich selbst, sodass ich beim Start auch mit mir und meiner körperlichen Verfassung zufrieden bin. Mit dem Knie kann ich aber versprechen. Ich weiß nicht, wie lange ich noch Fußball auf diesem Niveau spielen kann."

Personalkarussell dreht sich

Im kommenden Sommer wird sich auf jeden Fall das Personalkarussell bei den Fuchsstädtern drehen. So einige Leistungsträger wie Johannes Feser oder Simon Bolz werden den Rot-Schwarzen wohl nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch um den Verbleib von Goalgetter Dominik Halbig gibt es Gerüchte.

Auf die Frage, ob ihn das nervös mache, antwortet Pfeuffer mit Schulterzucken: "Nein, die Gründe sind bei allen, die mit einem Abgang liebäugeln, verständlich. Wir müssen dann schauen, wenn es so weit ist und erstmal diese Saison gut zu Ende bringen. Aber um nervös zu werden, bin ich mittlerweile zu alt und habe auch schon zu viel gesehen in meiner Laufbahn."

Diese führte den Mittelfeldmann sogar in internationale Gefilde und bescherte ihm einen Titel. 2012 war Pfeuffer zur TG Höchberg gewechselt und kam in Kontakt mit Gerhard Bömmel, der die Hochschulmannschaft der Universität Würzburg betreute. Anfangs noch ein bunt zusammengewürfelter Haufen, wuchs die Truppe zu einem verschworenen Haufen zusammen. 2015 schließlich wurden die Würzburger sogar Deutscher Hochschulmeister, woran sich Pfeuffer gerne zurückerinnert:

"Da hast du halt mit vielen Top-Fußballern gespielt, mit denen du nicht so oft zusammenkommst. Beispielsweise Ralf Kettemann (Stuttgarter Kickers, VfR Aalen) hatte als Drittligaprofi wirklich außergewöhnliche Fähigkeiten."

Entscheidend sei damals gewesen, dass man in der Truppe lauter "Typen" hatte, wie Pfeuffer betont: "Der Zusammenhalt war einer der großen Pluspunkte, denn wir haben 2014 bei den EUSA-Games (European Universities Games) sogar gegen die Türkei mit 1:0 gewonnen. Da haben Profis aus den großen Istanbuler Vereinen mitgespielt und wir kamen mit unserer Landes- und Bayernligamannschaft an." Auch die "grandiose Ansprache Thilo Wilkes" (FC Memmingen, Regionalliga) motivierte die Mitspieler dermaßen, dass sie die notwendigen Prozente mehr herauskitzelten.

Als Rückkehrer sofort gebraucht

2016 kehrte Pfeuffer nach Fuchsstadt zurück: "Ich kam ins Referendariat nach Bad Kissingen; Fuchsstadt spielte mittlerweile Landesliga und war somit auch sportlich für mich interessant. Martin Halbig machte mir klar, dass er mich wirklich brauchte; also bin ich praktisch wieder nach Hause gekommen." Wohl fühlt sich Pfeuffer in Fuchsstadt in jedem Fall, mahnt aber zur Vorsicht aufgrund der Tabelle: "Bitte keine Abstiegsrelegation, das hatte ich mit der TG Höchberg 2013 schon, das wünsche ich keinem Fußballer."