Jetzt mischen sich also auch die Gräfendorfer mit ein in den Titelkampf. Und haben mit dem Derbysieg vor der tollen Kulisse obendrauf auch den direkten Vergleich für sich entschieden nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel beim SV Morlesau/Windheim. Dessen Trainer war hernach schon etwas geknickt. "Unter dem Strich waren unsere Körpersprache und der Abschluss zu schlecht. Damit war ich gar nicht zufrieden. Und wir hatten auch Pech, wenn kurz vor Schluss der 30-Meter-Schuss von Daniel Doschko reingeht, wird es nochmal spannend", bilanzierte Stefan Brustmann.

Dessen Elf kassierte früh den ersten Nackenschlag. Felix Thoma hatte für den SV Gräfendorf getroffen, per schöner Direktabnahme nach dem Flankenlauf von Michael Beck.
Aber die Gäste waren keinesfalls geschockt, hatten ihrerseits eine erste gute Chance durch den von Alexander Jung parierten Schlenzer von Christopher Schmitt und den knapp verzogenen Schuss von Dominik Thoma, der in Minute 36 per Freistoß Alex Jung auf die Probe stellte. "Ansonsten gab es viele Halb-Chancen in einem taktisch geprägten Spiel. Unsere Führung war verdient, da wir mehr Spielanteile besaßen", lautete die Pausen-Analyse von Gräfendorfs Abteilungsleiter Peter Tretter in einem insgesamt fairen Match, in dem der gute Schiedsrichter Michael Moritz erst in der Schlussphase vermehrt den gelben Karton zeigen musste.

Für Gesprächsstoff war dennoch gesorgt, weil die Gäste mit einer interessanten Personalie aufwarteten. Der ehemalige Thulbaer Spielertrainer André Betz, aktueller U-19-Coach des TSV Großbardorf, tauchte nämlich auf dem Spielberichtsbogen auf nach neunmonatiger Spielpause. "André ist ein Windheimer Junge, mit dem wir immer im Kontakt standen. Er ist fit und kann und wird uns in den nächsten Wochen sicher weiterhelfen", sagte Stefan Brustmann. Unmittelbar nach dem Wechsel durfte erneut Alex Jung eine Kostprobe seine Könnens abgeben mit der Parade gegen Daniel Doschko, der wenig später das Spielgerät neben das Tor setzte. Aber auch die Gräfendorfer sorgten für offensive Aufreger mit den Gelegenheiten für Johannes Schmelz (nach Vorarbeit von Thomas Aulbach) und für Felix Thoma, als beide Male die Abschlüsse zu ungenau gerieten. Auf der Gegenseite war es Christopher Schmitt, der das Leder von der Srafraumgrenze neben den Kasten setzte.
Der von Michael Beck verwandelte Handelfmeter bedeutete die Vorentscheidung. Der Gräfendorfer gehört gewiss zu den sichersten Schützen vom Kreidepunkt. "Michael hat wieder voll durchgezogen, da bringt der Torwart kaum die Hände hoch", sagte Peter Tretter anerkennend. Das mögliche 3:0 vergab Thomas Aulbach kurz vor Spielende nach einem Konter.

"Das war ein anstrengendes Spiel. Mit der Wärme muss man erst einmal klarkommen. Aber wir sind überglücklich. Morlesau/Windheim hat gut dagegengehalten. Umso wichtiger war das 2:0 in einem bis dahin ausgeglichenen Spiel, in dem wir aber die größeren Chancen hatten. Ich denke, das war ein ansehnliches Derby", sagte Gräfendorfs Trainer Christoph Mützel, dessen Elf sich mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Römershag tatsächlich an die Tabellenspitze der A-Klasse 1 setzen kann. "Wir wollen so lange wie möglich oben mitspielen. Aber vom Titel spricht bei uns keiner, weil wir ja auch noch gegen Elfershausen und Machtilshausen antreten müssen. Christoph Mützel hält den Ball flach - sicher nicht die schlechteste Taktik der Gräfendorfer.

Tore 1:0 Felix Thoma (4.), 2:0 Michael Beck (81., Handelfmeter).

Zuschauer 250.

Schiedsrichter Michael Moritz (TSV Münnerstadt)

SV Gräfendorf/Dittlofsroda Jung, Wagenpfahl, Christopher Rau, Schreihanz, Lutz, Kleinhenz, Schmelz, Thoma, Beck, Mützel, Aulbach; eingewechselt: Müller, Gebauer, M. Rau.

SV Morlesau/Windheim Fischer, P. Schmitt, Ma. Möhler, Schumm, Schneider, C. Schmitt, Vogel, D. Doschko, Thoma, M. Doschko, Betz; eingewechselt: Roth, A. Möhler.