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Nicht alle Landesligisten finden den BFV-Plan gut

Dass die unterbrochene Saison fortgesetzt werden soll, ist schon länger klar. Nun hat der Bayerische Fußball-Verband ein Konzept vorgestellt. Wie kommt es bei den unterfränkischen Klubs an?
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Jogo Feser vom FC Fuchsstadt entwischt seinen Verfolgern im Derby gegen den SV Euerbach/Kützberg. Nicht alle regionalen Landesligisten sehen die Pläne des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) für die Fortsetzung der abgebrochenen Saison als positiv an. Foto: Archiv/Sebastian Schmitt
Jogo Feser vom FC Fuchsstadt entwischt seinen Verfolgern im Derby gegen den SV Euerbach/Kützberg. Nicht alle regionalen Landesligisten sehen die Pläne des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) für die Fortsetzung der abgebrochenen Saison als positiv an. Foto: Archiv/Sebastian Schmitt

Wie in der nächsthöheren Bayernliga soll die unterbrochene Fußball-Saison in den fünf bayerischen Landesligen laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) zu Ende gespielt und durch einen Ligapokal erweitert werden. Nicht bei allen kommt das gut an.

Während die Bayernligisten im Pokal vorrangig um einen zusätzlichen Regionalliga-Startplatz kämpfen, spielen die Landesliga-Pokalsieger drei weitere Aufsteiger aus. Die reguläre Runde samt Toto-Pokal wird im September und Oktober sowie im März und April vollendet - stehen keine Spiele an, wird der Zusatz-Wettbewerb ausgetragen.

Die Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) "Spielbetrieb Liga und Pokal Verbandsebene" des Verbands schlägt vor, dass pro Landesliga-Staffel ein Pokalwettbewerb mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde ausgetragen wird, der - je nach Verlauf der Corona-Pandemie - flexibel angepasst werden kann. Die Gewinner kämpfen danach noch um die drei Tickets für die Bayernliga.

Auf den Liga-Alltag hat das keine großen Auswirkungen - mit einer Ausnahme: Sollte ein Klub, der eigentlich absteigen muss, Ligapokal-Sieger werden und "nach oben" dürfen, hält er die Klasse und steigt nicht auf.

Sichert sich ein Aufsteiger eine weitere Bayernliga-Eintrittskarte, gilt laut der Mitteilung das Nachrücker-Prinzip. Zudem ist eine noch nicht weiter erläuterte Verzahnung mit dem Toto-Pokal der Saison 2021/22 geplant. Den Vereinsvertretern wurde das Konzept im Rahmen einer Online-Schalte vorgestellt. "Das Feedback in der Online-Tagung war durchweg positiv. Es freut mich sehr, dass es uns nach der Regional- und Bayernliga auch in der Landesliga gelungen ist, einen breiten Konsens herzustellen", wird Verbands-Spielleiter Josef Janker in der BFV-Mitteilung zitiert.

Kein so eindeutiges Votum

Ganz so eindeutig ist die Sache nicht, glaubt man den zehn Nordwest-Landesligisten aus der Region: "Ich finde es sehr schade, dass die Trainer nicht gefragt worden sind. Die müssen das Ganze jetzt umsetzen, was zwischen Vereinen und Verband diskutiert worden ist", erklärt Harald Funsch, Coach des ASV Rimpar. "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es sich hierbei um meine persönliche Meinung handelt. Ich glaube, dass es zu Verzerrungen im Wettbewerb kommen kann, jedes Team hat ja seine eigene Ausgangsposition. Da kann es schnell passieren, dass beispielsweise die Liga vernachlässigt wird, wenn man gesichert ist. Zudem stellt sich die Frage, wie sich der Kader verändert, da das Transferfenster einer Winter-Wechselperiode gleicht", führt der Trainer aus. Er wollte den ASV eigentlich zum Saisonende verlassen, macht aber aller Voraussicht nach doch weiter.

Michael Hochrein, der beim TSV Lengfeld das Zepter in der Hand hält, sagt. "Es bleibt uns ja nichts anderes übrig. Wir werden Ende Juli mit der Vorbereitung beginnen und uns der Sache beugen." Ernst Gehling, Sportleiter der FT Schweinfurt, geht sogar noch weiter. "Wer diesen Plan zerreden will, muss einen besseren Vorschlag haben - ich habe keinen. Wir bei der FTS sehen der Fortführung gelassen entgegen, zumal bei uns nicht viel Geld fließt."

Bekommen Spieler ihre Freigabe?

Ein Problem, auf das Ulli Baumann aufmerksam macht, der zusammen mit dem Ex-Aubstädter Julian Grell beim SV Euerbach/Kützberg die Planungen vorantreibt: "Eigentlich hätten wir Spieler im Sommer ablösefrei bekommen, die jetzt nicht zu uns wechseln können, weil der abgebende Verein eine Ausbildungsentschädigung will - und die wollen wir nicht zahlen."

Für Andreas Zehner, der unter Thomas Redelberger ab Juli Co-Trainer des TSV Unterpleichfeld wird, hat das, was jetzt kommen soll, "nicht mehr viel mit der alten Saison zu tun, die unterbrochen wurde. Schon die organisatorischen Dinge mit den veränderten Wechselbedingungen sind für uns eine Herkulesaufgabe."

Konrad Harant, langjähriger Vorsitzender der TG Hochberg, der als Sprecher der Landesliga Nordwest Teil der LAG war, hält dagegen. "Da geht es darum, die kleineren Vereine zu schützen. Natürlich gibt es in dieser Situation keine optimale Lösung. Ich denke aber, dass wir es gut hinbekommen haben. Für uns als LAG war auch nur die Art und Weise der Fortführung ein Thema. Es ist ja schon vorher beschlossen worden, dass die Runde fortgeführt wird."

Doch auch diese Grundsatz-Entscheidung, die durch eine bis heute umstrittene Online-Abstimmung des BFV zustande kam, sorgt bei manchen Beteiligten für Bauchschmerzen. , Wie bei TGH-Coach Thomas Kaiser. "Ich bin noch immer für einen Abbruch. Ich habe unter anderem das Problem, dass ich mit dem Team eine sechswöchige Vorbereitung für ein paar Spiele absolvieren muss - und das gleich zwei Mal. Wie soll ich das den Spielern erklären?"

Einige warten ab

Eher abwartend verhält man sich bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, beim FC Geesdorf und dem FC Fuchsstadt. "Wir haben uns noch keine Gedanken dazu gemacht", gibt DJK-Coach Dominik Schönhöfer zu. "In dieser Situation muss man wirklich Schritt für Schritt denken." Prognosen seien nur schwer möglich, warnt Geesdorfs Sportleiter Leo Weiglein, "wir müssen abwarten, was passiert."

Peter Engert vom TSV Kleinrinderfeld hat Bedenken: "Wie wird's eigentlich gehandhabt, wenn doch mal Spieler positiv getestet werden? Muss dann das ganze Team in Quarantäne?"

Fuchsstadts Cheftrainer Martin Halbig bringt's lachend auf den Punkt: "Die, die vorne dran stehen, sind die Deppen. Man kann's keinem Recht machen."

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