Revanche-Gelüste beim Gegner, der ein sportliches Hochkaliber ist. Der Rückrunden-Auftakt wird für die Bad Königshöfer (6./12:10) also zur echten Herausforderung, wenn am Sonntag (15 Uhr) die TTF Liebherr Ochsenhausen (16:4) in der Shakehands-Arena gastiert. Der Tabellenzweite also, der erst vor fünf Wochen seine erste Heimniederlage kassiert hatte - beim 2:3 gegen die Grabfelder. Es war der erste Sieg für Kilian Ort und Co. im siebten Aufeinandertreffen. Doch Rhön-Grabfelder bleiben trotz der nun vier Siege in Folge auf dem Boden, wenn sie nach den Sternen greifen. Kaum jemand wird erneut mit einem Sieg rechnen, besonders dann nicht, wenn Hugo Calderano, die Nr. 6 der Weltrangliste, eingesetzt wird, der im Hinspiel gefehlt hatte.

Die Baden-Württemberger bilden seit Jahren junge Spieler aus aller Herren Länder in ihrer Akademie aus, spielen aber ebenso seit Jahren ohne einen einzigen Deutschen im Kader. Außer Bad Königshofen (Steger/Ort) haben nur noch Düsseldorf (Boll/Walther), Fulda (Filus/Fan Bo Meng) und Grünwettersbach (Xi Wang/Dang Qiu) zwei Deutsche im Kader. Neben Ochsenhausen ist nur noch Grenzau ausschließlich mit ausländischen Spielern besetzt.

Ein Einsatz für Salifou?

Mit Calderano könnten zwei Punkte bereits vergeben sein. Nicht auszuschließen, dass man auf Bad Königshofer Seite mit der Aufstellung pokern wird. Ob Abdel-Kader Salifou (2:5) wieder mal einen Einsatz bekommt? Eher weniger zu erwarten, befindet sich doch die Alternative Filip Zeljko (5:4) derzeit in der Form seines Lebens. Und Geschenke werden im Profisport nicht verteilt.

Bemerkenswert ist, dass die Mannschaft mit der unter normalen Umständen stärksten und emotionalsten Unterstützung des Publikums bisher so gut durch den Shutdown gekommen ist. Alle Vier bestätigten ja immer wieder, dass die Fans in jedem Satz für einen Punkt gut seien. Umso erstaunlicher ist dieser aktuelle Lauf vor der Geisterkulisse in der Shakehands-Arena. "Während des Ballwechsels denkst du nicht daran, da bist du im Tunnel", erklärt Filip Zeljko. "Wenn du dich über einen gewonnenen Ball freust, vielleicht auch nicht. Aber hinterher schaust du auf die Tribüne und vermisst die Fans."Rudi Dümpert