Viktoria Aschaffenburg - FC 05 Schweinfurt 2:0 (0:0). Tore: 1:0 Egson Gashi (49.), 2:0 Simon Schmidt (90.+1, Handelfmeter). Rot: Nico Rinderknecht (51., Schweinfurt).

Nein! Ein Wort und gefühlt zehn Ausrufezeichen dahinter. Mehr war Trainer Tobias Strobl nicht zu entlocken, nachdem der FC 05 mit 0:2 (0:0) bei Verfolger Viktoria Aschaffenburg verloren hatte. Eine Rote Karte, vor allem aber eine extrem schwache zweite Halbzeit hatten ihm die Laune verhagelt. Dass die Beinahe-Hessen in der Tabelle vorbeigezogen sind, die Schweinfurter nur noch Dritter sind, statt die Liga zu dominieren, war der Schlagobers auf diesem garstigen Gebräu. Das dann eben Torhüter und Kapitän treffend zusammenfasste: "Die waren heiß, uns hat der letzte Biss gefehlt."

Wie das in einem Spitzenspiel sein kann, bei einer Mannschaft, deren mehrfach erklärtes Ziel Platz eins, anschließend Gewinn der Top-Vier-Play-Offs und schließlich das Überstehen der Drittliga-Relegation gegen den Regionalliga-Nord-Meister ist, gelte es nun in einer vermutlich intensiven Trainingswoche zu erkunden, so Co-Trainer Jan Gernlein: "Wir haben viel aufzuarbeiten." Denn: Es war ja nicht so, dass Aschaffenburg einen Sahnetag erwischt und die Nullfünfer schwindlig gespielt hätte. Ganz im Gegenteil: Die Gäste dominierten die erste Halbzeit zumindest im Mittelfeld, auch, wenn Tim Danhofs kurz vor der Linie geblockter Schuss (26.) die einzige Ausbeute war. Die Viktoria agierte abwartender, als von Strobl erwartet, spekulierte auf Konter. Die spielte sie aber schlampig zu Ende, brachte außer einem Pfostenschuss von Egson Gashi (13.) aber nichts Zwingendes zu Stande.

Viktoria dynamischer

Das änderte sich sofort nach der Pause, aus der die Aschaffenburger erheblich dynamischer kamen und sofort Druck machten. Und belohnt wurden: Tom Schulz bediente Gashi, der trocken zum 1:0 vollendete (49.). Schon zwei Minuten später zwang der Aschaffenburger Ali Kazimi den Schweinfurter Innenverteidiger Nico Rinderknecht zu einer Rettungstat, Schiedsrichter Maximilian Riedel tendierte kurz zu Gelb, zeigte dann aber Rot - eine harte Entscheidung, da die Szene nahe der Seitenaus- und Mittellinie passiert war, der Weg zum Tor noch ein weiter und mittig noch Kristian Böhnlein und David Grözinger liefen. Eine gute Viertelstunde lang Schockstarre beim FC 05 war die Folge, doch die Viktoria war abermals bei ihren Kontern zu inkonsequent.

Keine Ausreden, keine Gier

Dass die Schweinfurter, die kurzfristig auf Kevin Fery (Knöchel) verzichten mussten, noch zwei Stürmer nachlegten, in der Schlussphase noch einmal Risiko gingen, blieb bedeutungslos. Denn: "Der letzte Punch, die Gier, doch noch zu gewinnen, fehlt uns im Moment", so Zwick. "Aber jedes Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, muss unser Anspruch sein. Das schnelle 1:0 und die Rote Karte dürfen für uns keine Ausreden sein. Da hätten wir eben noch enger zusammenrücken müssen." Ist nicht passiert. Und deswegen konnte der Kapitän seinen Coach in dessen Zorn verstehen: "Er macht sich vorher über so Vieles Gedanken, wenn wir das dann nicht umsetzen, ist er zurecht sauer." In der Kabine sei es nicht laut, aber deutlich geworden, sagte Gernlein.

Das 2:0 in der Nachspielzeit, als Grözinger im Strafraum ein Handspiel unterlaufen war und Simon Schmidt den Elfer verwandelt hatte, war auch schon egal. Die Trends beider Teams hatten sich fortgesetzt: Seit dem Ligapokal-0:3 gegen den FC 05 war es für Aschaffenburg der vierte Sieg, für Schweinfurt nach drei Unentschieden nun eine Niederlage. Es war nicht aufgegangen, das Konzept, mit nur einer Spitze (Adam Jabiri) zu agieren, mit einem geballten Mittelfeld, einer wechselweise Dreier-/Viererkette, einem aus dieser blitzartig rechts vorstoßenden Maximilian Bauer die nötigen Räume zu finden. Auch Tim Danhof hat sich vermutlich schon wohler gefühlt als in der Rolle einer hängenden Spitze. Grözinger als Linksfuß als rechter Innenverteidigers war ebenso ungewöhnlich. Ein paar taktische Kniffe zu viel.Michael Bauer

Schweinfurt: Zwick - Bauer (71. Pfarr), Grözinger, Rinderknecht, Maier (61. Billick) - Cekic, Böhnlein (55. Suljic), Ramser, Danhof (55. Marinkovic), Laverty (71. Thomann) - Jabiri.

FC Augsburg II - TSV Aubstadt 4:0 (1:0). Tore: 1:0 Felix Götze (29.), 2:0 Seonghoon Cheon (70.), 3:0 Lukas Petkov (82.), 4:0 Henri Koudossou (85.). Bes. Vorkommnis: Lukas Wenzel (Aubstadt) hält Foulelfmeter von Seonghoon Cheon (16.).

Der TSV Aubstadt hat auf schmerzhafte Weise erfahren, wie es sich anfühlen kann, in der Regionalliga Bayern auswärts bei einer Bundesliga-Reserve antreten zu müssen. Der Aufsteiger unterlag am Freitagabend im Rosenau-Stadion beim FC Augsburg II mit 0:4 (0:1). Wegen der hohen Corona-Zahlen in der schwäbischen Bezirkshauptstadt waren keine Zuschauer im Stadion zugelassen. Die Aubstädter hatten die Fahrt nach Augsburg mit einem Mini-Kader angetreten. Neben den Verletzten Michael Dellinger, Jens Trunk, André Koob und Leonard Langhans fehlten die gesperrten Dominik Grader und Steffen Behr sowie der kranke Julius Benkenstein. Dafür konnte Ben Müller wieder mittun. Neben den beiden Co-Trainer Christian Mack und Christopher Bieber hatte Aubstadts Trainer Victor Kleinhenz in Chris-Stephan Dierke, Nicolas John und Alban Peci nur drei Wechselspieler zur Verfügung.

Führung durch Götze

Den Augsburgern gehörte die erste Halbzeit, wenngleich sie einige Chancen ungenutzt ließen. So parierte Aubstadts Torwart Lukas Wenzel einen von ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter. Geschlagen war der gebürtige Steinacher einige Minuten später beim Abschluss von Felix Götze. Der jüngere Bruder von Mario Götze, dem Siegtorschützen beim deutschen WM-Triumph im Jahr 2014, ist ausgestattet mit über zwei Stunden Spielerfahrung in der Augsburger Bundesligamannschaft. Seong (70.), Petkov (82.) und Koudossou (85.) erhöhten nach dem Seitenwechsel gar noch auf 4:0 für die Fuggerstädter. Womit die Grabfelder deutlich unter Wert geschlagen waren. Sie hatten weite Teile der zweiten Halbzeit bestimmt und durch Timo Pitter die beste Chance auf den Ausgleich (72.). Vier Minuten später waren die Hoffnungen auf einen Punkt dahin.Daniel Rathgeber

Aubstadt: Wenzel - Seufert, Köttler, Hüttl, Feser - Müller (55. Dierke), Volkmuth (83. Peci) - Pitter, Leicht, Rumpel (55. John) - Hofmann.