Eines haben die HSG Rodgau Nieder-Roden (3./14:4) und der HSC Bad Neustadt-Rhön (6./12:6) in jedem Fall gemeinsam: Bei beiden Teams ist nach einem gelungenen Saisonstart die Verunsicherung groß. Die Gastgeber verloren nach sieben Siegen erstmals in Großwallstadt, danach das Derby gegen den TV Groß-Umstadt. Es war die erste Niederlage in heimischer Halle seit fünf Monaten - seit dem Auswärtssieg des HSC Bad Neustadt. Zu den Leistungsträgern im Team der Hessen gehören Torhüter und Marco Rhein, die Torjäger Timo Kaiser (61 Saisontreffer) und Michael Weidinger (46) sowie Spielmacher Philippe Kohlstrung. In diese Auflistung gehört eigentlich auch der wurfgewaltige Tim Henkel, doch der steht nach einem Kreuzbandriss erst wieder in der Rückrunde zur Verfügung.


War die Niederlage des HSC Bad Neustadt beim USV Halle schon deprimierend, so war der folgende Auftritt in Leipzig insofern frustrierend, weil die Mannschaft weder in der Abwehr noch im Angriff auch nur ansatzweise die gewohnte Form erreichte. "In der Abwehr hat uns die Aggressivität gegen den Ball gefehlt, die Abstimmung hat nicht gepasst, was den Leipzigern eine freie Bahn Richtung unseres Tores ermöglichte. Und auch die Torhüterleistungen waren nur durchschnittlich", so das Fazit von HSC-Trainer Margots Valokvskis, für den es in der Woche viel aufzuarbeiten galt. Seine Vorbereitung umfasste auch das Offensivspiel. "In diesem Bereich haben wir zu viele Leistungsschwankungen, wir verlieren zu schnell den Kopf, agieren ungeduldig und werfen aus ungünstigen Positionen und dann viel zu überhastet aufs Tor." Das Fehlen von Lukas Böhm lässt der Trainer nicht als Entschuldigung gelten, "auch die gegnerischen Mannschaften sind selten komplett". Was ihm aber großes Kopfzerbrechen bereitet, ist der drohende Ausfall von Franziskus Gerr, der sich mit Leistenproblemen herumplagt, "und der weder in der Abwehr noch im Angriff 1:1 zu ersetzen ist". Aber trotz der leichten Formkrise sieht man den Rot-Weißen beim Kontrahenten eher mit leichter Skepsis entgegen, stellt die Stärken der Rhöner heraus und bringt von Seiten des Trainerstabes ein Wort ins Spiel, das zum ständigen Repertoire auch von Margots Valkovskis gehört: "Konzentration". Und nur wer diese in sein Spiel einbringen kann, und das möglichst über sechzig Minuten, wird die Sporthalle "An der Wiesbadener Straße" als Sieger verlassen und darf weiter von Tabellenplatz zwei träumen.