Torhüter bei einem Profiverein wollte Lukas Wenzel werden - und jetzt ist er einer. Denn der 19-Jährige wechselt aus der U19 des 1. FC Nürnberg zur neuen Saison zum 1. FC Lok Leipzig. Ins altehrwürdige Bruno-Plache-Stadion im Stadtteil Probstheida, das ein wenig ans Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion erinnert, sogar ein bisschen älter ist als die Heimstatt des unterfränkischen Regionalligisten. "Ich freue mich riesig auf diese neue Aufgabe. Für mich ist das ein weiterer Sprung nach vorne. Das wird eine super Erfahrung für mich", sagt der gebürtige Steinacher, der vom "Club" kein neues Angebot vorgelegt bekam, gerade auf Wohnungssuche ist und beim sächsischen Traditionsverein einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat.

Eingefädelt hatte den Wechsel Vater Wolfgang, der Kontakt aufnahm zum Chefscout des Vereins. "Im Probetraining habe ich offensichtlich überzeugt. Danach ging alles relativ schnell mit wirklich guten Gesprächen über meinen Berater Michael Hantsche", sagt Lukas Wenzel. In der Regionalliga Nordost belegte Lok Leipzig in der abgelaufenen Saison den sechsten Platz. Nicht genug für die Elf von Heiko Scholz, die möglichst schnell den Sprung in die 3. Liga realisieren will und daher zur neuen Runde auf Profitum umstellt - auch eine Parallele zum FC 05, der die Professionalisierung bekanntlich bereits vollzogen hat. Eine Stammplatz-Garantie gibt es für den jungen Unterfranken nicht, "aber ich wollte definitiv zu einer Ersten Mannschaft wechseln." Den Konkurrenzkampf mit Benjamin Kirsten, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Ulf Kirsten, sieht Lukas Wenzel extrem positiv. "Benni ist ein gestandener Zweitliga-Profi. Von ihm kann ich sportlich und menschlich sicher viel lernen."


Über die Stationen TSV Steinach, TSV Großbardorf und Rot-Weiß Erfurt war Lukas Wenzel zum 1. FC Nürnberg gekommen, für den er insgesamt 54 Spiele in der Junioren-Bundesliga Süd/Südwest bestritt. Außerdem war er für Bayerns Landesauswahl aktiv und stand 2014 im Kader des U16-Nationalteams. In der abgelaufenen Saison trainierte er regelmäßig bei der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Nürnberg mit. "Lukas ist ein positiv Verrückter. Maik Kischko hat ihn ausgiebig getestet und relativ schnell gesagt, dass wir den Jungen unbedingt verpflichten müssen", sagt Lok-Sportdirektor Rüdiger Hoppe. In vier Wochen beginnt für Lukas Wenzel die Vorbereitung bei seinem neuen Verein samt Trainingslager am Gardasee.