Eigentlich ist es schon Woche 11. Und auch nur ein kleiner Abschlusslauf statt des geplanten großen mit anderen in Wolfratshausen/Oberbayern. Doch Corona hat auch bei den Hobbyläufern im Landkreis Bad Kissingen alles durcheinandergewirbelt. Und so machte sich Montagabend die regionale Lauf10!-Gruppe an der Kissinger Eishalle auf, um - ganz für sich - eine tolle Aktion sportlich abzuschließen. Vorerst.

Reichlich zehn Wochen zuvor, am 3. Juni, hatten sie sich das erste Mal getroffen. 14 Menschen, vorwiegend aus Reiterswiesen, die etwas für ihre (Lauf)Fitness tun wollten. Wobei zwei absprangen; sie wollten lieber Walken als Joggen gehen, sagt Detlef Liehr, der das Angebot für den Veranstalter TSV Reiterswiesen betreut.

Nichts mit Laufen zu tun gehabt

Keiner der Teilnehmer - Männlein und Weiblein gemischt, die Jüngste 34, die Älteste 66 Jahre alt - besaß Ausdauerlauf-Erfahrung; die meisten hatten mit dem Thema und mit Sport allgemein wenig bis gar nichts zu tun. Aber sie wollten es eben wagen.

So wie Anne Kiesel aus Reiterswiesen, mit 66 Jahren die älteste Teilnehmerin. "Ich habe durch meinen Sohn von dem Angebot erfahren. Ich wusste nicht, dass es solch eine Kombi aus Joggen und Gehen gibt."

Zehn Wochen für Zehn-Kilometer-Lauf trainieren

Bei Lauf10! trainieren Ungeübte insgesamt zehn Wochen als Gruppe unter Anleitung, um schließlich einen Zehn-Kilometer-Lauf möglichst durchgängig laufend und ohne zu Gehen bewältigen zu können. Der TSV Reiterswiesen erklärte sich dieses Jahr - wie andere Landkreis-Vereine in der Vergangenheit - diese vom Bayerischen Rundfunk und Leichtathletikverband gepushte Aktion zu begleiten. Dafür wurden überall in Reiterswiesen Plakate aufgehängt. Und es gab einen Infoabend.

Nadja Brester aus Reiterswiesen beschreibt sich vor dem Lauftreff als "sehr faul und unsportlich. Aber ich wollte wissen, ob ich joggen kann und wie weit ich komme". Wie Anne Kiesel hatte die mit 34 Jahren jüngste Teilnehmerin wenig Einstiegsprobleme. Auch sie fand die zunächst lockere etappenweise Kombi aus Joggen und Gehen angenehm. Leistungszwang sei nie ausgeübt worden. "Sonst hätte ich auch die Lust verloren", ergänzt Kiesel.

Ohne Gruppe hätte sie es nicht geschafft

Bei Ingrid Gräf aus Reiterswiesen lag "das Verhältnis von Gehen und Joggen anfangs bei vier zu einem Fünftel. Jetzt nimmt das Laufen nur noch ein Fünftel ein. Das Verhältnis hat gewechselt." Der 52-Jährigen fiel der Einstieg ins Training schon "ziemlich schwer, weil ich mit Joggen gar nichts zu tun hatte". Nun hätte sich die Kondition auf jeden Fall verbessert. Aber: Ohne die Gruppe wäre sie wohl nicht dabeigeblieben. Das ging anderen ganz genauso.

"Keine Sonderzeiten, sondern die zehn Kilometer amStück bewältigen", gibt Detlef Liehr das Ziel für den Abschlusslauf vor. Das letzte Treffen wird es nicht gewesen sein. Alle wollen weitertrainieren.