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Bad Kissingen
Fußball

Landkreis-Quartett befürwortet den Ligapokal

Für den FC 06 Bad Kissingen, FC Thulba, TSV Münnerstadt und den FC Westheim überwiegen die Vorteile.
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Zur Saisoneröffnung der Bezirksliga-Spielzeit 19/20 flogen Luftballons über den Thulbaer Sportplatz vor dem Spiel gegen den FC Westheim. Wenn der Ball endlich wieder rollt, wird dies ein weiterer "erhebender" Moment für alle Fußballer sein. Foto: Sebastian Schmitt
Zur Saisoneröffnung der Bezirksliga-Spielzeit 19/20 flogen Luftballons über den Thulbaer Sportplatz vor dem Spiel gegen den FC Westheim. Wenn der Ball endlich wieder rollt, wird dies ein weiterer "erhebender" Moment für alle Fußballer sein. Foto: Sebastian Schmitt

Ligapokal heißt das Zauberwort, mit dem der Bayerische Fußball-Verband (BFV) seine Vereine bei Laune halten will. Tatsache ist allerdings auch, dass der Verband offenbar den offenen Austausch mit der Basis fürchtet, da zum Beispiel auf der Facebook-Seite des BFV kein Artikel veröffentlicht wird, der sich in den vergangenen Tagen mit dieser Thematik auseinandersetzt. Eine Kommentierung der Vorhaben und Beschlüsse ist den Fans damit nicht möglich.

Reagiert hatten Jürgen Pfau (Bezirksvorsitzender) und Bernd Reitstetter (Bezirksspielleiter) dafür auf ein Kommuniqué, verfasst von Marco Reinhard und gerichtet an die Vereine der unterfränkischen Bezirksligen Ost und West. Der Sportleiter der Spfr. Sailauf (Bezirksliga West) hatte unter anderem in einem Interview mit dem Main-Echo den BFV heftig kritisiert. Insbesondere die Entscheidung, die Saison nicht abzubrechen, sondern fortzusetzen. "Wenn wir bei den anderen Vereinen auf Zustimmung stoßen, werden wir weitere Schritte einleiten", hatte sich Reinhard geäußert.

Die unterfränkische Verbandsspitze reagierte mit einem sechsseitigen (!) Schreiben an die 32 Vereine der beiden Bezirksligen. Zusätzlich bekamen die Vereinsvertreter am Freitag (12. Juni) über das BFV-Postfach die Einladung zu einem kurzfristig für den Sonntagabend (14. Juni) anberaumten Webinar, in dem die Verbands-Pläne vorgestellt wurden. Anschließend wurden die Teilnehmer umgehend zu einer kurzen Stellungnahme aufgefordert.

Die Mehrheit der Vereinsvertreter zeigte sich durchaus einverstanden mit den Vorab-Entwürfen der Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) "Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene". Der überwiegende Teil der Vereine aus der Bezirksliga Ost befürwortete die Pläne, während sich die West-Vereine zunächst eher zurückhaltend zeigten.

"Wir stehen den Plänen des BFV aufgeschlossen gegenüber, auch wenn Details noch ausgearbeitet werden müssen. Das weiß aber auch der Verband", sagt mit Jakob Fischer der Pressesprecher des FC 06 Bad Kissingen, der sich bezüglich der Meinungsbildung mit dem Vorsitzenden Wolfgang Werner ausgetauscht hatte. Ein sportlicher Wettbewerb sowie zu erwartende attraktive Paarungen seien aus Sicht des Kernstadt-Vereins gute Gründe, sich auf den Ligapokal einzulassen.

Ähnlich urteilt Rainer Schmittzeh vom TSV Münnerstadt: "Für mich ist es ein gutes, schlüssiges Paket. Die Details müssen natürlich noch abgestimmt werden. Die Möglichkeit, über den Ligapokal-Wettbewerb einen Platz in der Landesliga zu erspielen oder den Abstieg darüber zu verhindern, klingt reizvoll. Ich hoffe, dass die Runde ab September weitergeführt werden kann. Wir freuen uns einfach darauf, bald wieder Fußball spielen zu können" , so der TSV-Abteilungsleiter.

Für Christoph Adrio gab es ebenfalls keinen Grund, mit 'Nein' zu stimmen. "Die Alternative wäre doch, dann neben den verbleibenden Ligaspielen gar nicht zu kicken. Einige Vereine hatten sich bei der Abstimmung enthalten und wollten sich erst absprechen", berichtet der Abteilungsleiter des FC Thulba, der wie die anderen Landkreis-Clubs übrigens nach wie vor nicht in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt ist.

Der Ligapokal wäre für den FC Westheim eine zusätzliche Chance auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga - wenn denn dieser neue Wettbewerb gewonnen werden würde. "So oder so gibt es damit die Möglichkeit für interessante Spiele und es wäre ein finanzielles Zubrot für die Vereine", sagt Maximilian Schaub. Den FC-Abteilungsleiter beschäftigt freilich auch der angedachte Termin für das Kreispokal-Finale gegen den SV Rödelmaier am 12. September. "Das wäre eine Woche nach dem Re-Start der Saison und könnte unser erstes Heimspiel nach langer Pause sein. "Je nach Verlauf der Pandemie könnte die Umsetzung mit den entsprechenden Auflagen einen extremen Mehraufwand für uns bedeuten, wenn da 500 Fans oder mehr kommen."

Zusatz-Wettbewerb Die Empfehlung der Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) "Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene" sieht - analog der Regionalliga, Bayernliga und Landesliga pro Bezirksliga einen zusätzlichen Ligapokal-Wettbewerb mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde vor (flexible Gestaltung je nach Pandemie-Verlauf möglich), der während der spielfreien Zeiten des Ligaspielbetriebs ausgetragen wird und zusätzliche sportliche Anreize bieten soll. In jedem Bezirk spielen die jeweiligen Ligapokal-Sieger zudem einen Bezirkssieger aus, der im Anschluss mit den sechs weiteren Bezirkssiegern in einer Relegationsrunde um insgesamt fünf direkte Aufstiegsplätze in eine der bayernweit fünf Landesligen kämpft. Aus der Unter-Arbeitsgruppe kam unter anderem die Anregung, ob man denn diese fünf Aufstiegsplätze noch erhöhen könne. bfv