Es hätte ja durchaus passieren können, dass Züntersbach im Rahmen der Gebietsreform ein Bad Brückenauer Stadtteil geworden wäre. Nur wenige Kilometer sind es ins Staatsbad, etwa auf halber Strecke verläuft die hessisch-bayerische Landesgrenze. Seit 1977 gehört der 700-Seelen-Ort aber bekanntlich zur Gemeinde Sinntal im hessischen Main-Kinzig-Kreis. Was in diesen Tagen den Vorteil hat, dass sich die örtlichen Fußballer tatsächlich wieder auf Spiele mit Wettbewerbs-Charakter freuen dürfen. Längst bildet die TSG eine Spielgemeinschaft mit Oberzell, knapp 1000 Einwohner, auch nur einen Katzensprung entfernt und aus der selben Gemeinde.

Am 6. September beginnt die Saison in der Gruppenliga Fulda mit einem Auswärtsspiel bei der SG Kressenbach. 19 Mannschaften. 36 Saisonspiele. Bis zu sechs Absteiger. Ein Pokalspiel hat die Truppe von Michael Jäger bereits in den Beinen, dieses mit 0:1 gegen die SG Bad Soden verloren. Es handelte sich um das Kreispokal-Halbfinale (Kreis Schlüchtern) der vergangenen Saison, das für eine Viertelstunde hatte unterbrochen werden müssen aufgrund eines aufziehenden Gewitters.

Der doppelte Kreispokal

An diesem Samstag wird erneut um Pokalehren gespielt. Wieder Kreispokal, diesmal der neuen Saison. "Wir hatten durch die Halbfinal-Teilnahme ein Freilos, stehen daher bereits im Achtelfinale", erklärt Michael Jäger vor dem Gastspiel beim A-Kreisligisten SG Diestelrasen.

Der Trainer kann fast auf die selbe Mannschaft bauen, die bis zum coronabedingten Abbruch der Saison die Tabelle angeführt hatte. Schon etwas kurios, dass in der Endabrechnung durch die Quotienten-Regelung nur ein fünfter Platz in der Gruppenliga Fulda blieb. "Wir hatten mehr Spiele als die unmittelbare Konkurrenz, und die Teams der Spitzengruppe lagen dicht beieinander. Klar waren wir enttäuscht, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wurde, aber wir hatten auch keine Ambitionen aufzusteigen und standen immerhin ein Vierteljahr auf dem Platz an der Sonne", nimmt es Jäger sportlich.

Schmerzhaft ist der Abgang von Mike Löffert, den es zurück zu seinem Heimatverein gezogen hat. Die Zugänge aus unterklassigen hessischen Vereinen scheinen sich allerdings schnell zu integrieren, auch wenn die bislang absolvierten Testspiele eher durchwachsen verliefen. Das Saisonziel bleibt erneut der Klassenerhalt angesichts der großen Zahl an Absteigern.

Das Gefühl von Machtlosigkeit

Bis zu 250 Zuschauer sind in Hessen bei Fußballspielen erlaubt, weshalb auch die SG Motten/Kothen demnächst vor Fans um Punkte spielen wird in der Kreisliga A Fulda Rhön. Allerdings erst einmal ausschließlich auf fremden Plätzen - weil beim einzigen bayerischen Verein in dieser Liga die sportpolitische Gesetzeslage im Freistaat beachtet werden muss. Und die lässt bis mindestens Mitte September halt keine Punktspiele zu. "Zwei Kilometer weiter in Thalau darf gespielt werden. Ich komme mir vor wie hinter einer Mauer", äußert Christian Nowak sein Unverständnis. Der Abteilungsleiter hatte sogar das Innenministerium kontaktiert und die lokale Politik um Unterstützung gebeten, "aber da ist nichts zu machen. Und das, obwohl wir eigens ein Hygienekonzept vorgestellt haben."

Dank der vielen Neuzugänge aus der Jugend ist der Altersdurchschnitt deutlich gesunken in der Elf um Spielertrainer Thomas Hütsch. Einen Platz im gesicherten Mittelfeld haben sich die Mottener und Kothener vorgenommen, die im Pokal bereits die Segel streichen mussten und auch in den Testspielen noch auf den ersten Sieg warten. "Allerdings sind wir oft mit einer gemischten Truppe aus erster und zweiter Mannschaft angetreten", sagt Standby-Spieler Nowak. Zu feiern gab es dennoch etwas am Fuß der Mottener Haube: Die Reserve ist in die Kreisliga B aufgestiegen.