Schiedsrichter müssen schon etwas leidensfähig sein. Wochenende für Wochenende opfern sie viel Zeit, um auf dem Fußballplatz für Recht und Ordnung zu sorgen. Oftmals müssen sie sich dafür aber beschimpfen lassen und auch die Spesen sind alles andere als üppig. Mit ganz anderen Problemen hatte am Sonntag Mathias Keßler aus Premich zu kämpfen. Der erfahrene Unparteiische war für das Spitzenspiel in der B-Klasse Rhön 3 zwischen der SG Unsleben/Wollbach II und der SG Brendlorenzen/Windshausen II eingeteilt.

Bei bestem Herbstwetter machte er sich zur Mittagszeit mit seinem Motorrad auf den Weg in Richtung Unsleben. Kurz vor Heustreu bemerkte er, dass in seiner Maschine nicht mehr genug Sprit war und er kam auf einem Parkplatz zum Stehen. Was nun? Immerhin waren es von dort noch gut vier Kilometer bis zum Uns-lebener Sportplatz. Zu Fuß hätte er es unmöglich pünktlich geschafft. Also entschied sich Keßler für das etwas aus der Mode geratene Trampen. Er hatte Glück und wurde schon nach kurzer Zeit von einer jungen Frau mitgenommen. In Unsleben angekommen zog er sich um und pfiff das Spiel pünktlich an. Mit der fairen Begegnung hatte er anschließend keine großen Probleme.

Wesentlich größer war da die Aufgabe nach dem Spiel: Wie sollte er nun wieder nach Hause kommen? Hier konnte er sich auf die Hilfsbereitschaft der Verantwortlichen des TSV Unsleben verlassen. Diese besorgten rasch einen Kanister mit Sprit, gedacht für den Rasenmäher. Anschließend fuhr TSV-Vorsitzende Sonja Schirber den Schiedsrichter zusammen mit dem Benzinkanister zu seinem Motorrad nach Heustreu. Dankbar und nun wieder mit etwas Sprit im Tank konnte Keßler die nächste Tankstelle in Bad Neustadt ansteuern und anschließend heimfahren.