Bad Kissingen
Eishockey Landesliga

Kissinger Wölfe verlieren im Penaltyschießen

Landesliga? Das Top-Spiel im Wolfsbau hatte sicher Bayernliga-Niveau. Und hätte mehr als die knapp 300 Zuschauer verdient gehabt.
Für Druck auf das Erdinger Tor sorgen hier Viktor Ledin (links) und Konstantin Firsanov. Beiden Kissingern blieb im Spiel gegen den Ex-Oberligisten ein Treffer allerdings versagt. Foto: Hopf
Für Druck auf das Erdinger Tor sorgen hier Viktor Ledin (links) und Konstantin Firsanov. Beiden Kissingern blieb im Spiel gegen den Ex-Oberligisten ein Treffer allerdings versagt. Foto: Hopf
Kissinger Wölfe - Erding Gladiators 3:4 n.P. (3:1, 0:1, 0:1, 0:1).
Laut waren nur die trommelnden und singenden Gäste-Fans, die die weite Heimreise mit zwei von drei zu vergebenden Punkten im Gepäck antreten durften nach dem hochwertigen Heilwasser-Weißbier-Vergleich, der erst im Penaltyschießen zu Gunsten der Oberbayern entschieden wurde. Nach den Fehlschüssen von Philipp Golz und Toms Tilla hatte Mikhail Nemirovsky getroffen. Und weil Kissingens starker Goalie Michael Gundlach im Shoot-Out zwei Erdinger Versuche abgekocht hatte, ging es quasi in die Verlängerung der Verlängerung, in der Kissingens Spielertrainer diesmal an Luis-Vincent Albrecht scheiterte, während Erdings Philipp Spindler zur Entscheidung traf.

Wie eine grüne Wand bauten sich die Gäste vor ihren Fans auf und bedankten sich für die Unterstützung, während auf Kissinger Seite mal wieder nur der kleine
Fanblock und ein paar Fahnenschwenker sich atmosphärisch ins Zeug legten. Ein Großteil des Kissinger Publikums sitzt lieber, durfte sich aber in der Kino-Position zumindest über gute Unterhaltung auf dem Eis freuen. Mit einem starken Auftaktdrittel ihrer Mannschaft, die nach der ersten Sirene mit 3:1 führte durch die Treffer von Roman Göldner (10.), Jonas Manger (13.) und Mikhail Nemirovsky (15.) bei einem Gegentreffer von Florian Zimmermann zum 1:2 (13.). Auch begünstigt durch diverse Überzahlsituationen. Gleich fünfmal saßen "Gladiatoren" auf dem Sünderbänkchen, auf Kissinger Seite musste im ersten Drittel lediglich Charles Müller eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen. Überhaupt boten die Wölfe eine höchst disziplinierte Vorstellung mit insgesamt nur vier Strafen. Was positiv bei Nemo und Co. auffiel und in der Vergangenheit immer wieder ein Kritikpunlt war: Es wurde exzellent verteidigt - auch von den Stürmern.
Dass kein weiterere Treffer dazu kam, lag sicher auch an dieser "grünen Wand". Mit 21 Spielern war die Truppe von Petr Vorisek angereist, während die Wölfe, die auf Dominik Reiß verzichten mussten, nur 15 Akteure aufbieten konnten. "Ich bleibe bei meiner Aussage. Wir brauchen mindestens noch einen Verteidiger und einen Stürmer", sagte Mikhail Nemirovsky.

Im Mitteldrittel verkürzten die Erdinger durch wenige Sekunden vor der zweiten Pause durch Verteidiger Jonas Huber, ehe Daniel Krzizok (54.) das Penaltyschießen erzwang. Es spricht für den Ehrgeiz beider Teams, dass noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung gesucht wurde. "Mit unserer Leistung bin ich einverstanden. Man hat aber gemerkt, dass die Erdinger über einen Schuss mehr Erfahrung verfügen. Das macht den Unterschied. Gerade beim zweiten Gegentreffer haben wir uns schlecht verhalten", analysierte Nemirovsky. "Unsere Zielsetzung bleibt die Zwischenrunde, und damit ein Top-4-Platz in der Liga. Wir wollen in jedem Spiel besser werden, und mit ein bisschen Glück erreichen wir die Playoffs".

Das dritte Heimspiel in Folge haben die Kissinger Wölfe am Sonntag (18 Uhr), wenn zum Derby die Mighty Dogs aus Schweinfurt ihre Aufwartung machen. Dann werden die Ränge im Wolfsbau erstmalig in dieser Saison prall gefüllt sein. Überraschend schwer taten sich die Mainstädter beim Schlusslicht in Bayreuth, liefen lange einem Rückstand hinterher, um erst kurz vor Spielende die Blamage zu vermeiden. Für einen Achtungserfolg sorgten dafür die ebenfalls in Bayreuth erfolgreichen Haßfurter mit dem 3:2-Sieg in Amberg, das den begehrten vierten Platz damit vorerst an den EHC Nürnberg abtreten musste.
Angespannt ist der Kissinger Spielertrainer beim Aufeinandertreffen mit dem Ex-Verein übrigens nicht. Im Gegenteil. "Nach so vielen Jahren im Eishockey bin ich nicht mehr nervös. Warum auch. Das ist Sport. Spaß und Leidenschaft."