Kissinger Wölfe - ESC Geretsried 3:1 (1:0, 2:1, 0:0).

Aufstiegsrunde erreicht, damit den Klassenerhalt geschafft. Aber die Freude bei den Kissinger Wölfen wirkte eher gedämpft. Der Top-8-Platz war ja schon vorher fast garantiert. Wurde am Freitagabend zusätzlich zementiert mit dem Überraschungserfolg der Schongau Mammuts in Passau und dem Miesbacher Erfolg in Königsbrunn, wo EHC-Trainer Fabio Carciola kurz zuvor hingeschmissen hatte.

Gut, dass die Saalestädter in den letzten beiden Spielen am Sonntag in Peissenberg und am Dreikönigstag daheim gegen Füssen nicht mehr den Rechenschieber zu Rate ziehen müssen, denn die personelle Situation hatte sich gegen Geretsried noch einmal drastisch verschärft mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Igor Filobok und Adrian Persch. Und nach einem Bandencheck musste im ersten Drittel Jakub Revaj vom Eis ins Krankenhaus gebracht werden. Jener Revaj, der sein Team in Führung geschossen hatte (12.). Spielertrainer Mikhail Nemirovsky in Unterzahl und Anton Seewald verpassten weitere Treffer, aber auch die Riverrats hatten diverse Hochkaräter, und es brauchte schon einen Benni Dirksen in Galaform, um Schlimmeres zu verhindern.

"Wir haben nach Anfangsproblemen ein gutes Spiel gezeigt, gut gekämpft und viele Chancen herausgespielt. Unser Manko war die Chancenverwertung bei 43:30 Schüssen für uns", sagte ESC-Coach Ludwig Andrä in der Pressekonferenz. Michael Rosin hielt dagegen: "Ich habe das Spiel etwas anders gesehen. Mit zehn Mann geht dir irgendwann die Luft aus. Aber wir haben zu wenig aus unseren Gelegenheiten gemacht. Da wird immer wieder quer gespielt anstatt den direkten Schuss zu wählen", kritisierte der Wölfe-Boss, sprach auch vom Kopfschütteln und lauteren Gesprächen auf der Bank, "was wir alles intern klären". Die Niederlage nach Penaltyschießen in Schweinfurt wirkte beim Vorsitzenden ebenfalls nach, "weil wir da Punkte verschenkt haben. Ruft die Mannschaft das ab, was sie kann, hat Schweinfurt keine Chance."

Gegen die Riverrats reichte es zu drei Punkten, weil die Rumpftruppe nach dem Ausgleich durch Ondrej Horvath (31.) nicht den Kopf verlor, sondern schnell wieder in Führung lag durch den feinen Schlenzer von Nemirovsky (32.), ehe Anton Zimmer das enorm wichtige 3:1 erzielte (35.) nach feinem Pass von Christian Masel. Zu den Höhepunkten des Mitteldrittels gehörten Monster-Paraden von Dirksen sowie ein Nemirovsky-Solo in Unterzahl, als der 44-Jährige seine feine Technik zelebrierte, aber letztendlich am ESC-Goalie scheiterte. Die Vorentscheidung verpassten im Schlussabschnitt Kristers Freibergs, Kevin Marquardt, Anton Seewald und Christian Masel, sodass die Oberbayern 105 Sekunden vor Spielende ihren Goalie vom Eis nahmen, ihr Glück mit einem sechsten Feldspieler versuchten, aber Dirksen kein weiteres Mal bezwingen konnten.

"Alles was jetzt noch kommt ist ein Bonus. Das Saisonziel ist mit dem Klassenerhalt erreicht. Trotzdem beginnt die Saison wieder von vorn. Und ich gehe davon aus, dass die Mannschaft in der Aufstiegsrunde noch eine Schippe drauflegt", sagte Rosin, der in Bälde mit einer Rückkehr aller verletzten Spieler rechnet. "Trotzdem schauen wir uns weiter nach neuen Spielern um, die müssen aber die nötige Qualität haben und zu uns passen." Ein möglicher Aufstieg in die Oberliga ist angesichts der starken Konkurrenz kein Thema an der Saale, aber einen Traum hegt Michael Rosin dennoch: "Es wird ja zusätzlich ein Bayernliga-Meister ausgespielt. Und unser Landesliga-Pokal steht etwas alleine da."