EC Bad Kissingen - ESC Haßfurt.
Als Favorit gehen die Kissinger Wölfe (2./13) am Sonntag in das Derby gegen die Haßfurter Hawks (7./3). Daran muss man sich erst gewöhnen, erst im letzten Jahr haben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten der Kurstädter gedreht. Nach der ersten Saisonniederlage in Amberg, die die Wölfe im Penalty-Schießen hinnehmen mussten, ist der Ehrgeiz gegen den alten Rivalen vom Main doppelt angestachelt. In Amberg war eigentlich ein Sieg drin, führten die Kissinger doch nach dem Treffer von Konstantin Firsanov mit 4:3, als die Amberger noch eine fünfminütige Strafzeit kassierten. "Das müssen wir cleverer verteidigen, eigentlich waren wir die meiste Zeit dominant und hätten die drei Punkte mitnehmen müssen", räumt Mannschaftssprecher Kevin Keßler ein. Der Goalie ist momentan die Nummer zwei hinter Michael Gundlach.
Für Keßler (noch) kein Problem, da er viel Zeit in seine Ausbildung investieren musste und zeitweise weniger trainieren konnte. "Ich akzeptiere die Entscheidung des Trainer, will aber so schnell wie möglich wieder die Nummer eins werden", brennt Kevin Keßler darauf, jedes Spiel zu bestreiten.


Entscheidung am Samstag

Gegen die Haßfurter Hawks könnte Keßler schon im Kasten stehen, da sich Michael Gundlach beim Spiel in Amberg eine Fußverletzung zugezogen hatte. "Das wird sich nach dem Training am Samstag entscheiden", erwartet Keßler, der schon in der Schlussphase einen Tag später in Bayreuth eingewechselt wurde. Hinter dem Einsatz von Alexander Andrusovich steht ein kleines Fragezeichen wegen einer Erkältung.
Die Haßfurter müssen bereits an diesem Freitag ran, stehen nach drei Spielen und nur einem Sieg im Kampf um den begehrten vierten Tabellenplatz, der zum Einzug in die Zwischenrunde berechtigt, schon etwas mit dem Rücken zur Wand. Das Heimspiel um 19.30 Uhr gegen den EHC 80 Nürnberg (6./4) ist somit schon von großer Bedeutung. Ein Sieg würde das Selbstvertrauen für das Derby beim EC Bad Kissingen sicher gewaltig steigern.
Eine Woche nach der knappen 3:4-Niederlage gegen die Schweinfurter "Mighty Dogs redet ESC Trainer Lubos Thür nicht um den heißen Brei herum. "Natürlich wissen wir, dass wir nach zuletzt zwei Niederlagen wieder einmal gewinnen müssen. Ein Dreier wäre für unser Ziel enorm wichtig." Aber Panik sei fehl am Platz. "Wir haben gegen einen direkten Konkurrenten, den ERSC Amberg, gewonnen. Wir haben gegen die Topmannschaften Erding und Schweinfurt verloren. Und wir haben zuletzt gesehen, was die Mannschaft leisten kann", verweist er nochmals auf das Derby und dessen knappen Ausgang.
Fakt ist jedenfalls, dass die seit der Niederlage in Schweinfurt von Marco Bär betreuten Nürnberger bislang lediglich gegen Aufsteiger EHC Bayreuth mit 6:5 die Oberhand behielten. Während gegen die Mittelfranken der zweite Heimsieg für die "Hawks" demnach schon fast in die Kategorie "Pflicht" fällt, wäre ein gutes Abschneiden und der ein oder andere Punkt für das Guthabenkonto am Sonntag in Bad Kissingen "eine super Zugabe", wie Lubos Thür angesichts der Stärke der Kurstädter schon fast bescheiden wirkt.
Auch für den sportlichen Leiter der Haßfurter, Martin Reichert, ist das glänzend besetzte "Wolfsrudel" einer der drei Titelkandidaten - erst recht seit der Verpflichtung von Konstantin Firsanov, der in der Saison 2014/2015 beim Oberligisten EV Weiden 24 Scorerpunkte erzielte. Weitere Top-Spieler sind Torhüter Michael Gundlach (Wedemark Scorpions), Verteidiger Roman Göldner (unter anderem Selb und Weiden) sowie der lettische Kontingentspieler Toms Tilla.
Nach Platz drei im Vorjahr ist der Aufstieg mit dieser Besetzung das Ziel der Wölfe. Nach den Siegen gegen und bei Bayreuth 1b (6:2, 7:2), bei Selb 1b (4:2) sowie gegen Nürnberg (3:1) überraschte die 4:5-Penaltyniederlage beim ERSC Amberg. "Das zeigt, dass Bad Kissingen nicht unverwundbar ist. Wir werden das Derby jedenfalls ohne Angst bestreiten und heftige Gegenwehr leisten", kündigt Lubos Thür an und will an die bravouröse kämpferische Leistung vom letzten Gastspiel im Dezember 2014 bei ähnlichen Voraussetzungen anknüpfen. Erst im letzten Drittel schafften es die Wölfe gegen ersatzgeschwächte Hawks, den 4:4-Zwischenstand noch in einen letztlich deutlichen 7:4-Erfolg zu verwandeln.
Verzichten muss der Haßfurter Coach sicher auf Michael Rister aufgrund seiner Matchstrafe gegen Schweinfurt. Beruflich bedingt steht vermutlich Kapitän Phillip Bates nicht zur Verfügung. Frederic Rambacher ist nach seiner Spieldauer-Sperre dagegen wieder an Bord.
Doch die Wölfe nehmen die Favoritenrolle an. "Drei Punkte müssen drin sein, wir müssen konzentriert ins Spiel gehen", betont Kevin Keßler, der seiner Truppe weitere Steigerungen zutraut. "Die Jungs finden sich immer mehr, das wird von Training zu Training besser", verweist Keßler darauf, dass die Kissinger erst spät Eis in der eigenen Halle gehabt haben. Große Stücke hält er auf Neuzugang Toms Tilla - "der kommt immer besser in Form". ts/rn