EA Schongau - EC Bad Kissingen 5:2 (1:0, 2:2, 2:0).
Mit einer Siegesserie hatten sich die Kissinger Wölfe in die Playoffs katapultiert. Teil eins der Mammutjagd sollte sich am Freitagabend aber als echter Fehlschlag erweisen. Doppelt bedient waren die unterfränkischen Fans, als sich, bis auf Eugen Nold, alle Spieler grußlos in die Kabine verabschiedeten. 370 Kilometer einfach zurückgelegt, und nur die Erkenntnis gewonnen, dass der Gegner nicht unbedingt besser war, aber trotz seiner vielen jungen Spieler doch ordentlich Qualität in seinen Reihen hat. Und mehr Alternativen.

Neben zwei Goalies standen Mikhail Nemirovsky doch nur elf statt der 13 angekündigten Spieler zur Verfügung. Immer ärgerlich, wenn in den entscheidenden Momenten Pläne kurzfristig über den Haufen geschmissen werden müssen. Es sind halt exakt jene Kleinigkeiten, die oft ein Spiel entscheiden.
Schwung bekam die Partie mit dem Führungstreffer der Schongauer durch den "Abstauber" von Simon Maucher (10.) nach einem abgewehrten Schuss von Wölfe-Goalie Michael Gundlach. Eine etwas glückliche Drittel-Führung der Schongauer in einem ausgeglichenen Spiel.


Kein Tor in Überzahl

Was den Kurstädtern an diesem Abend fehlte, war auch die Qualität im Überzahlspiel. Gleich zwei Zweiminuten-Strafen gegen die Mammuts blieben ungenutzt, stattdessen fast das 0:2, das Gundlach mit einer starken Aktion beim Sololauf von Friedrich Weinfurtner verhinderte. Dann aber doch geschlagen war beim Treffer von Nico Bentenrieder (29.), mit dem die stärkste Phase der Schongauer begann. Allein Gundlach verhinderte den frühen Knockout. Zurück im Spiel waren die Wölfe mit dem Anschlusstreffer von Viktor Ledin nach einem Konter (35.), aber die Antwort der Lechstädter war spektakulär: Von der blauen Linie schweißte EA-Verteidiger Maximilian Raß den Puck in den Winkel (38.).

Dass die Laune bei den Gäste-Fans nicht gänzlich in den Keller ging, war Eugen Nold zu verdanken, der Schongaus-Goalie Niklas Marschall kurz vor der zweiten Sirene das Nachsehen gab nach einem gewonnenen Bully. Alles drin also wieder für das Saale-Rudel, das die finalen 20 Minuten stark begann, aber gute Gelegenheiten und eine weitere Überzahl-Situation ungenutzt ließ gegen die mit drei kompletten Blöcken spielenden Gastgeber, die nicht nur mehr Akteure auf dem Eis, sondern auch den längeren Atem hatten. Mit einem sehenswerten Treffer erhöhte der tschechische Kontingentspieler Milan Kopecky auf 4:2 (59.), ehe vor 400 Zuschauern Matthias Erhard mit einem Empty-Net-Goal zum Endstand traf.


Nachträgliches Dankeschön

Später bedankte sich Viktor Ledin via Facebook für die tolle Unterstützung vor Ort und schwor die Fan-Gemeinde auf das zweite von maximal drei Spielen am Sonntag (18 Uhr) vor heimischer Kulisse ein. Die Unterstützung von den Rängen gehört ebenfalls zu den Faktoren, die ein knappes Spiel entscheiden können. Und die Kissinger Wölfe tun gut daran, jedes noch so kleine Plus nicht am Wegesrand liegen zu lassen.