Bei den Unterfränkischen Mehrkampfmeisterschaften in Hammelburg trumpften die Leichtathletinnen aus der Saalestadt so richtig auf. Zu Titelehren kamen vom TV/DJK Johanna Büchs, Hanna Schmitt und Elisa Eich. Vom TSV Bad Kissingen trugen sich Moritz Fischer und Niklas Amthor in die Siegerlisten ein.

Normalerweise beenden die Leichtathleten mit den Unterfränkischen Meisterschaften Mitte September in Hammelburg die Freiluftsaison. In diesem Jahr müssen sie Corona-bedingt in die Verlängerung. Am 26. und 27. September werden die Bayerischen Einzelmeisterschaften der Jugend und Aktiven in Erding ausgetragen und Anfang Oktober die Landesmeisterschaften im Mehrkampf beim SWC Regensburg. So testeten in Hammelburg einige Sportler ihre Form in den Einzelwettkämpfen und andere widmeten sich ganz dem Mehrkampf.

Johanna Büchs vom TV/DJK Hammelburg sorgte im Siebenkampf der Frauen gleich zu Beginn für ein dickes Ausrufezeichen. Sie benötigte für die 100 Meter Hürden nur 14,8 Sekunden und erhielt dafür 836 Punkte gutgeschrieben. Auch die 1,56 Meter im Hochsprung und exakt 10,00 Meter im Kugelstoßen waren beachtenswert für die Diebacherin, die im Frühjahr erst wieder mit dem Leichtathletik-Training begonnen hatte.

Rennen erneut gestartet

Paul Fella, Trainer und Cheforganisator der Veranstaltung, sorgte beim letzten Wettbewerb des ersten Tages für eine überraschende Unterbrechung. "Wir waren im Lauf über 200 Meter schon knapp 150 Meter unterwegs, als Paul vor uns auf der Bahn auftauchte und uns anhielt, weil die elektrische Zeitmessanlage offensichtlich nicht ausgelöst hatte", beschreibt Büchs ihren Schockmoment.

Kurze Zeit später wiederholten die fünf Frauen daher den kräftezehrenden langen Sprint. Johanna Büchs schlug sich dabei mit ihren 27,4 Sekunden für die halbe Stadionrunde beachtlich.

Wenig später sah man sie und ihre Mitstreiterinnen fröhlich am Rand der Anlage. Paul Fella entschuldigte sich für das Missgeschick; sie verziehen ihm prompt. Am nächsten Tag sprang Johanna Büchs 4,98 Meter weit, beförderte den Speer auf 28,96 Meter und machte mit 3:01,57 Minuten für die 800 Meter den Sieg im Siebenkampf (4 075 Punkte) perfekt.

In den Altersklassen der Jugend und Schüler werden Bezirkstitel nach dem ersten Tag im Vier- und Fünfkampf vergeben. Hanna Schmitt vom TV/DJK, Ranglistenerste im Vier- und Siebenkampf in Bayern, patzte im Hürdenlauf etwas und machte es daher im Vierkampf der Jugend U18 selbst spannend. Aber mit guten 1,59 Meter im Hochsprung, 11,63 Meter im Kugelstoßen und 13,2 Sekunden für die 100 Meter behielt sie mit 2647 Punkten die Oberhand gegenüber ihrer Teamgefährtin Elisa Eich, die nur 43 Zähler weniger hatte und mit 12,8 Sekunden für die 100 Meter ihr bestes Resultat erreichte. Den Hammelburger Dreifacherfolg machte Lilian Heid mit 2407 Zählern perfekt.

Nachdem Schmitt krankheitsbedingt am zweiten Tag fehlte, sicherte sich Elisa Eich den Siebenkampftitel. Beeindruckend vor allem ihr abschließender Lauf über 800 Meter. Obwohl sie den Titel per leichtem Jogging geholt hätte, gab sie bei Hitze alles und lief zwei Stadionrunden in persönlicher Bestzeit von 2:29,24 Minuten.

In der bayerischen Rangliste rangiert Eich hinter Schmitt auf Rang zwei. Dritte im Siebenkampf wurde Lilian Heid, die mit 5,08 im Weitsprung und 29,54 Meter stark abschnitt.

Ein dickes Grinsen im Gesicht hatte Moritz Fischer vom TSV Bad Kissingen, als er nach seinen 1,59 Meter im Hochsprung von der Matte kletterte. Im Scherensprung hatte er damit den von Anfang an führenden Nils Groetsch von der LG Main Spessart im letzten Moment noch um zwei Punkte abgefangen und sich mit 2051 Punkten den Titel im Vierkampf der M15 gesichert. Den Grundstein dafür legte der Bayerische Meister über die 300 Meter Hürden schon mit flotten 11,8 Sekunden über 100 Meter. Auch 5,56 Meter im Weitsprung waren Klasse.

Amthor holt mächtig auf

Der zweite Tag gehörte aber seinem Teamgefährten Niklas Amthor, der als Dritter im Vierkampf mit 2016 Punkten dicht an der Spitze dran war. Über die 80 Meter Hürden - da gehört er zu den schnellsten in Bayern - lief er starke 11,66 Sekunden und leistete sich im Diskuswurf, Stabhochsprung, und Speerwurf keine große Schwäche. Mit 3:20,44 Minuten im abschließenden Lauf über die 1000 Meter sicherte sich Amthor mit 4324 Zählern den Titel im Neunkampf. Moritz Fischer wurde mit 3915 Zählern Dritter. Clubkollege Luca Müller vom TSV Bad Kissingen eroberte im Fünfkampf der Jugend U18 mit 2453 Punkten ebenso Rang drei.

In der AK M14 wurde Thomas Wollein vom TV Bad Brückenau im Vierkampf Zweiter. Er hatte seine besten Resultate mit 12,5 Sekunden über 100 Meter und guten 5,22 Meter im Weitsprung. Teamgefährtin Mia Engel drehte nach Platz zehn der W14 am zweiten Tag auf. Nach tollen 2:32,43 Minuten für die 800 Meter kletterte die Bezirksmeisterin über diese Strecke mit 2820 Punkten auf Rang drei.