SV Schwaig - Hammelburg Volleys 3:2 (20:25, 25:20, 25:17, 17:25, 15:13).

Wer den Tiebreak erreicht, hat einen Punkt schon mal sicher in der Tasche. Und das haben die Hammelburger in dieser Saison schon sechsmal geschafft in ihren bislang zehn Spielen. Gewonnen wurde ein Entscheidungssatz allerdings nur im allerersten Saisonspiel, gegen Delitzsch. Dennoch ist für Klaus Baden das Glas halbvoll angesichts solch starker Gegner wie Mimmenhausen, Grafing oder jetzt eben Schwaig, denen man nicht den kompletten Punktesatz überlassen hatte. Was nichts daran ändert, dass die Niederlage im Franken-Derby eine ärgerliche war. "Wir hatten einen taktischen Fahrplan, um die Schwaiger zu knacken. Und der ist im ersten Satz auch aufgegangen. Danach haben wir aber den Faden verloren", sagt Hammelburgs Co-Trainer rückblickend. Mit dem nötigen Aufschlag-Druck hatten die Saalestädter ihr Spiel aufgebaut und nach ausgeglichenem Beginn nach der zweiten technischen Auszeit zum erfolgreichen Endspurt angesetzt. Das Aufschlag-Ass von Oscar Benner zum Satzgewinn passte perfekt ins Bild.

Aufschlagdruck lässt nach

Lange auf Augenhöhe verlief auch Satz zwei, in dem die Hammelburger aus einem 4:8 ein 11:10 machten, um sich ab dem 17:17 doch noch unterbuttern zu lassen. Im dritten Satz sollten die Unterfranken komplett chancenlos sein. Jetzt hatten die Schwaiger die deutlich besseren Aufschläge in ihrem Repertoire, während die Saalestädter nicht nur in dieser Disziplin nachlassen sollten. Ein gefundenes Fressen für die abgezockten Angreifer Perica Stanic und Florian Tafelmayer.

Diverse taktische Wechsel hatten auf Hammelburger Seite nicht gefruchtet, weshalb Chefcoach Cornel Closca seine Startformation im vierten Satz deutlich änderte. Für Lukas Baden, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, übernahm Aaron Dettner die Libero-Position. Hannes Krochmann das Zuspiel von Laurentiu Vinatoru, während die Power-Abteilung um Oscar Benner und des späteren Silber-MVP Moritz Rauber jetzt dauerhaft um Lorenz Karlitzek erweitert wurde. Das bedeutete erheblichen Stress für die Schwaiger, die zwar 6:4 geführt hatten, dann aber dem Tempo ihres Gegners nichts mehr entgegenzusetzen wussten. Ein Punktabzug samt Schiedsrichter-Diskussion hatte die Mittelfranken vollends aus dem Rhythmus gebracht.

Der Klassiker...

"Der fünfte Satz war unser Klassiker. Da hat sich dann jeder einen Fehler zu viel erlaubt. Das ist Kopfsache bei unserer ja immer noch jungen Mannschaft", analysierte Klaus Baden mit einer Portion Galgenhumor den verpatzten Einstieg in den Tiebreak. Aufbauend auf eine starke Blockarbeit führten die Schwaiger nach einem 4:0-Blitzstart bereits mit 10:4, ehe das Match tatsächlich noch einmal zur engen Kiste avancierte. Punkt um Punkt robbten sich die Hammelburger heran und standen beim 12:13 und 13:14 unmittelbar vor dem Gleichstand. Bitter, dass die Schwaiger ihren ersten Matchball nutzten. Mit jener Cleverness, die den Saale-Jungs am Samstagabend fehlte.